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29.07.2010 11:50
Arbeitsmarkt im Überblick
Baden-Baden/Rastatt (mr) Vor der Ferienzeit hat sich die Arbeitslosigkeit im Raum Mittelbaden/Murgtal gegenüber dem Vormonat - wie saisonüblich erwartet - um 10 Personen minimal erhöht. Die Stellenneuzugänge wachsen auf 710, so hoch wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen verharrte auf Vormonatsniveau von 4,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,9 Prozent. Stefan Faust, Bereichsleiter Operativ der Arbeitsagentur Rastatt zur Entwicklung: „Der mittelbadische Arbeitsmarkt musste beim Aufwärtstrend eine Pause einlegen, weil einige nicht übernommene Azubis und Einzelkonkurse neue Arbeitslose brachten. Auch beendete Fortbildungen ließen das Arbeitskräfteangebot anwachsen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften brachte dagegen einiges an Entlastung. In der Summe erhöhte sich die Arbeitslosigkeit lediglich um zehn Personen, ein günstiger Wert im langjährigen Vergleich der entsprechenden Monatsentwicklungen. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bleibt erfreulich und ungebrochen hoch.“
Arbeitslosigkeit
Insgesamt meldeten sich im Juli bei den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit Rastatt 2.045 Personen arbeitslos, 100 mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Saisonübliche Schuljahres- und Ausbildungsabschlüsse, eine große Zahl beendeter beruflicher Bildungsmaßnahmen sowie der Kündigungstermin zum Ende des II. Quartals und Konkurse werden als Erklärung für die Neuzugänge genannt.
Zum Monatsende waren in der Agentur für Arbeit Rastatt 7.060 Arbeitslose gemeldet. Dies sind lediglich zehn mehr als im Vormonat und gleichzeitig 405 Personen oder 5,4 Prozent weniger als genau vor einem Jahr. Im Juli gab es 2.025 Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Erfreulich hierbei sind die über 780 Aufnahmen einer neuen Erwerbstätigkeit, kräftige 155 oder ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat.
Die Gruppe der unter 25jährigen Arbeitslosen erfuhr den stärksten Zuwachs im Vormonatsvergleich um 150 Personen. Bei den Frauen sind derzeit fast vier Prozent, bei 50 Jahre und Älteren über 14 Prozent mehr arbeitslos gemeldet. Arbeitgeber, die jetzt einstellen, haben folglich gute Chancen auf frisch ausgebildete junge Nachwuchsfachkräfte und auf Personen mit aktualisiertem, beruflichen Fachwissen nach arbeitsplatznahen Qualifizierungsmaßnahmen.
Regionales
Die Hauptagentur Rastatt weist eine Arbeitslosenquote im Juli von 5,4 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat) mit 3.115 nicht beschäftigten Arbeitnehmern aus (minus 120 zum Vorjahresmonat). Die höchste Arbeitslosenquote hat der Geschäftsstellenbe zirk Baden-Baden mit einer Quote von 6,7 Prozent (minus 0,1 Pro- zentpunkte zum Vormonat). Hier sind 1.750 Personen arbeitslos gemeldet (minus 60 zum Vorjahresmonat). 1.145 Arbeitslose, eine Quote von 3,1 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat) und 30 Arbeitslose weniger als im Vorjahr führen den Geschäftsstellenbezirk Bühl –wie üblich- zu den dennoch günstigsten Arbeitsmarkt- daten im Bezirk. Für Gaggenau errechnet sich mit 1.050 Arbeitslosen und einer Quote von 3,5 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat) sowie 200 Arbeitslosen weniger als im Vorjahr eine ebenfalls recht günstige Arbeitsmarktsituation.
Im baden-württembergischen Vergleich liegt der Bezirk Rastatt im Mittelfeld. Deutlich besser sind die Arbeitsmarktlagen in Ravensburg, Schwäbisch-Hall, Tauberbischofsheim und Ulm, schlechter im Großstadtbezirk von Mannheim und Stuttgart sowie in Pforzheim und Aalen. Die Arbeitslosenquote streut innerhalb Baden-Württembergs von 3,5 Prozent bis 6,2 Prozent.
Offene Stellen
Im Laufe des Monats Juli konnten die Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit Rastatt noch vor der Ferienzeit hohe 710 neue Stellen akquirieren. Dies waren 220 oder 46 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Allerdings werden kaum Ferienarbeitsstellen angeboten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt anhaltend hoch und liegt zurzeit in der Jahressumme um 870 oder ein Drittel über der des vergleichbaren Vorjahreszeitraumes.
Am Monatsende waren bei der Agentur für Arbeit Rastatt noch 1.510 offene Stellen gemeldet. Das sind 440 mehr als vor einem Jahr. Sehr häufig werden ausgewiesene Fachkräfte gesucht.
Eine Auswahl der interessantesten neuen offenen Stellen
12 Fachkräfte für markengebundene und freie Kfz-/Lkw-/Zweiradwerkstätten; 5 Anlagenmechaniker HKS für neuere Heizsysteme und Solarthermie; 5 Dreher/Fräser; 5 zahnmed. FachhelferInnen; 3 AltenpflegerInnen; 15 Köche und Restaurantfachleute für gehobene und gut bürgerliche Küche; 6 VerkäuferInnen (Nahrungsmittel); genereller Bedarf besteht in den Berufen ErzieherIn, Bäcker, Konditor.
Bei Interesse hilft ein Kontakt zum Arbeitgeberservice der Rastatter Arbeitsagentur unter 01801 66 44 66 (3,9 ct/min Festnetzpreis; max. 42 ct/min Funknetzpreis).
Ausbildungsmarkt
Der Ausbildungsmarkt kommt nun in die abschließende Phase und es ergeben sich noch täglich Veränderungen bei den noch offenen Ausbildungsangeboten und noch nicht untergebrachten Bewerbern. Einige Arbeitgeber erklären sich nach den vielfachen Werbeaktionen noch bereit, neue oder zusätzliche Ausbildungsplätze anzubieten. Auch Umorientierungen halten die Situation in Bewegung.
Seit Beginn des Beratungsjahres konnten die Vermittler und Berufsberater der Agentur für Arbeit Rastatt bei den Betrieben 1.630 Mal die Ausbildungsbereitschaft registrieren. Das sind nach der Finanz- und Wirtschaftskrise bisher wieder 35 oder zwei Prozent Ausbildungsstellen mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Andererseits gaben 1.700 Jugendliche den Wunsch bekannt, eine berufliche Ausbildung aufzunehmen. Die Bewerberzahl hat sich zum Vorjahr um 100 oder fast sechs Prozent verringert. 335 Ausbildungsplätze sind derzeit noch nicht endgültig besetzt, aber 510 Bewerber sind noch unversorgt.



