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30.07.2010 16:37
Höchste Industriequote
(mr) Die in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs erbrachte Bruttowertschöpfung (BWS) erreichte nach Feststellung des Statistischen Landesamtes im Jahr 20081) insgesamt einen Wert von knapp 328 Milliarden Euro (2007: 320,5 Mrd.). Im Durchschnitt entfielen gut 60 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung auf den Dienstleistungssektor und knapp 40 Prozent auf das Produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Die Industriequote, d. h. der Wertschöpfungsanteil des Verarbeitenden Gewerbes, betrug landesweit knapp 33 Prozent.
In den einzelnen Stadt- und Landkreisen ist die Wirtschaftsstruktur teilweise jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt. So entstanden im Landkreis Tuttlingen knapp 53 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe, womit dieser Kreis die höchste Industriequote im Südwesten verzeichnen konnte. Auch in den Landkreisen Biberach, Rastatt, Böblingen und im Bodenseekreis entfielen mehr als 45 Prozent der Wertschöpfung auf diesen Wirtschaftsbereich. Ein anderes Bild zeigt sich dagegen in den Universitätsstädten Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg sowie im Kurort Baden-Baden. Maximal etwa ein Fünftel der Wertschöpfung wurde 2008 in den genannten Stadtkreisen durch die Industrie erwirtschaftet. Freiburg ist dabei der Stadtkreis mit der landesweit geringsten Industriequote. Lediglich gut 15 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung entfielen dort auf das Verarbeitende Gewerbe.
Damit ist Freiburg der Stadtkreis, der am stärksten durch die Dienstleistungsbranchen geprägt ist. Gut 78 Prozent der gesamten Wertschöpfung wurden 2008 in Freiburg im Dienstleistungssektor erbracht. Im Einzelnen zählen hierzu die Wirtschaftsbereiche »Handel, Gastgewerbe und Verkehr«; »Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister« sowie »öffentliche und private Dienstleister«, das sind vorwiegend die öffentliche Verwaltung sowie Humandienstleister. Unter den Landkreisen wies Tübingen, geprägt von der ebenfalls dienstleistungsintensiven Struktur seiner gleichnamigen Universitätsstadt, mit gut 33 Prozent den höchsten Anteil am Wirtschaftsbereich »öffentliche und private Dienstleister« auf. Im Rhein-Neckar-Kreis dominiert der Bereich »Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister«. Mit gut 39 Prozent der gesamten Wertschöpfung entfiel dort im Jahr 2008 der landesweit höchste Anteil auf diesen Wirtschaftsbereich. In den Stadtkreisen Stuttgart (34,3 Prozent) und Karlsruhe (32,9 Prozent) sowie im Landkreis Karlsruhe (30,2 Prozent) wird die Wirtschaftstruktur ebenfalls stark durch die Unternehmensdienstleister (inkl. Finanzierung und Vermietung) bestimmt. Bei der Wertschöpfung des Bereichs »Handel, Gastgewerbe und Verkehr« ragte der Stadtkreis Heilbronn mit einem Anteil von über 27 Prozent heraus.
1) Während Ergebnisse auf Bundesländerebene bereits drei Monate nach Ablauf des Berichtsjahres veröffentlicht werden, liegen aus Gründen der späteren Verfügbarkeit tief differenzierter Regionaldaten die Kreisergebnisse zur Bruttowertschöpfung frühestens 18 Monate nach Ablauf des Berichtsjahres vor.




