03.01.2020 09:31

Neue Führungsspitze in Polizeirevieren

(Kehl/Lahr) Den Polizeirevieren in Lahr und Kehl stehen im neuen Jahr Wechsel an der Führungsspitze bevor. Mit Ingolf Grunwald und Felix Neulinger stehen als jeweilige Nachfolger allerdings keine Unbekannten im Ortenaukreis in den Startlöchern.

Während Felix Neulinger etwa sechs Jahre lang das polizeiliche Kommando in Lahr führte, zog Ingolf Grunwald gar stolze zwölf Jahre lang die Fäden in der Grenzstadt. Es ist somit vielmehr ein Tausch der beiden bewährten Führungskräfte, der auf eine Entscheidung der Landesregierung, die Stelle des Leiters des Polizeireviers Lahr von der Besoldungsgruppe A 14 nach A 15 anzuheben, zurückzuführen ist.

Bevor Polizeioberrat Ingolf Grunwald im Februar 2007 zum Revierleiter in Kehl bestellt wurde, hatte er von 1999 bis 2002 drei Jahre lang Erfahrungen als Stellvertreter des damaligen Revierführers, Jürgen Neff, sammeln können. Zuvor war er nach seinem abgeschlossenen Studium zum gehobenen Dienst als Dienstgruppenleiter bei der Autobahnpolizeidirektion Freiburg und beim damaligen Polizeirevier Oberkirch tätig. Bis 1999 wurde der gebürtige Oberkircher in verschiedene Arbeitsgruppen der Polizeidirektion Offenburg berufen. Er konnte hierbei seine überaus großen Befähigungen unter Beweis stellen, was Ingolf Grunwald im Jahr 2002 den Aufstieg in den höheren Polizeidienst einbrachte. Nach einem zweijährigen Studium an der Polizeiführungsakademie in Münster war er an der Akademie der Polizei in Freiburg maßgeblich an der Fort- und Weiterbildung der Polizisten in ganz Baden-Württemberg beteiligt.

Ingolf Grunwald verlässt das Polizeirevier Kehl nach zwölf Jahren nicht ganz ohne Wehmut. „Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Police Nationale prägte meine Dienstzeit in Kehl, wodurch auch einige Freundschaften zu französischen Kollegen entstanden sind.“

Als eines der Highlights in seiner Amtszeit sieht der 55-Jährige die Einrichtung der länderübergreifenden Fahrradstaffel. „Seit vier Jahren patrouillieren nun regelmäßig deutsche und französische Polizisten gemeinsam in den Sommermonaten im Rheinvorland und der Orangerie Straßburg“, so Grunwald.

Als Besonderheit führt er zurückblickend das spezielle Einsatzaufkommen, aufgrund der Nähe zur Metropole Straßburg an. „Zahlreiche Bauerndemonstrationen auf der Europabrücke oder die Gelbwestenbewegung haben sich jüngst auf Kehl ausgewirkt und verlangten uns viele Einsatzstunden ab, sorgten aber auch für einen großen Erfahrungsschatz“, so Grunwald weiter.

Neben dem NATO Gipfel im April 2009 war auch im Jahr 2010 der Blick aus ganz Deutschland und darüber hinaus auf Kehl gerichtet. Damals war der Castortransport über den Kehler Bahnhof umgeleitet worden.

„Das subjektive Sicherheitsgefühl der Kehler Bürger lag mir stets am Herzen“, resümiert Grunwald. „In diesem Zusammenhang möchte ich auch insbesondere die hervorragende Zusammenarbeit mit den örtlichen Kommunen im Bereich der Kriminalprävention hervorheben. Ferner bin ich stolz darauf, meinem Nachfolger ein gut bestelltes Polizeirevier mit hoch motivierten Kolleginnen und Kollegen überlassen zu können.“

Grunwald freut sich auf sein neues Aufgabengebiet in Lahr, wo er seine ersten Schwerpunkte zunächst einmal im Zusammenwirken mit den neuen Kollegen und den Behörden sieht.



Felix Neulinger wurde im Jahr 1999 als Kommissarsanwärter bei der Bereitschaftspolizei in Bruchsal eingestellt. Nach Abschluss seines Studiums an der Fachhochschule der Polizei in Villingen-Schwenningen war er fünf Jahre auf den Polizeirevieren in Schramberg, Oberndorf am Neckar und Rottweil als Sachbearbeiter sowie als Dienstgruppenleiter aktiv. Seine stetig guten Leistungen blieben auch seinen damaligen Vorgesetzten nicht verborgen, sodass Felix Neulinger bereits mit 29 Jahren in den Umlauf des höheren Dienstes berufen wurde. Zu dieser Zeit war er unter anderem als Leiter des Führungs- und Lagezentrums der Polizeidirektion Offenburg sowie als Sachbearbeiter im Bereich Einsatz bei der damaligen Landespolizeidirektion Freiburg tätig. In den Jahren 2010 bis 2012 absolvierte der heutige Polizeioberrat an der Polizeiführungsakademie in Münster sein Studium zum höheren Polizeidienst. Bevor es Felix Neulinger im Jahr 2014 wieder in seine Heimatregion gezogen hat und ihm die Aufgabe als Leiter des Polizeireviers Lahr übertragen wurde, leitete er von 2012 bis 2014 die Geschicke des Autobahnpolizeireviers Karlsruhe.

Stolz blickt Felix Neulinger auf das von ihm in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt Lahr geschaffene dreistufige Veranstaltungskonzept zurück. „Durch An- und Abfahrtskontrollen sowie durch konsequente Personen- und Jugendschutzkontrollen, falls notwendig auch durch das Aussprechen von Aufenthaltsverboten, haben wir gemeinsam bei entsprechenden Anlässen in Lahr für ein hohes Maß an Sicherheit und Ordnung gesorgt.“

Aber auch die stringente Bekämpfung der Drogen- und Beschaffungskriminalität kann sich der 42-Jährige auf die Fahne schreiben.

„Ich möchte mich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit sämtlichen Behörden bedanken.“

In Kehl sieht Felix Neulinger die zukünftige Herausforderung hauptsächlich in der Grenznähe zu Straßburg. „Kehl hebt sich hierdurch von anderen Städten ab. Meine Aufgabe sehe ich darin, dass sich die Sicherheit der Kehler Bürger, trotz dieser Ausnahmestellung, nicht von anderen Städten unterscheiden darf.

Mir ist es wichtig, das kürzlich mit der Stadt Kehl erarbeitete und vereinbarte Sicherheitskonzept umzusetzen und hierzu die geeigneten polizeilichen Maßnahmen zu treffen.“

Ebenso wie Grunwald kann auch Neulinger seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld mit einem ausgeprägten Teamgeist unter den Kolleginnen und Kollegen übergeben.

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