03.09.2020 18:27

Weniger Verkehrsunfälle

(Konstanz) Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich* des Polizeipräsidiums Konstanz ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 von 10.484 auf 8.323 gesunken. Dies entspricht einer Rückgangsquote von 20,6 Prozent.

Bei diesen Unfällen wurden 1049 Personen leicht (minus 13,6 Prozent) und 252 Personen schwer verletzt (minus 13,4 Prozent). 11 Menschen (minus 31,3 Prozent) verunglückten tödlich. "Die Corona-Pandemie zeigt im ersten Halbjahr deutlich
ihre Auswirkungen auch auf den Straßen im südlichen Baden-Württemberg,"
bilanziert Polizeipräsident Gerold Sigg die Auswertung des Unfallgeschehens in
den ersten sechs Monaten in seinem Polizei-präsidium in Konstanz. Ein Rückgang
ist auch bei den Unfällen unter Beteiligung von Motorrädern (von 148 auf 130
-12,2 Prozent) festzustellen. Im ersten Halbjahr 2020 sind 4 Motorradfahrerinnen
und Motorradfahrer ums Leben gekommen. Das ist einer weniger als im
Vorjahreszeit-raum.

Nicht so deutlich wie im Landesvergleich ist der Rückgang der Unfälle mit
Lastkraftwagen auf 378 (minus 8 Prozent) und die Anzahl der Unfälle mit
Fußgängern auf 47 (minus 7,8 Prozent). Die Zahl der Verkehrsunfälle auf
Autobahnen reduzierte sich auf 380 (minus 42,9 Prozent) und es verunglückten
dabei 40 Menschen weniger als im ersten Halbjahr 2019, was einer Quote von minus
37 Prozent entspricht.

Wie im gesamten Bundesland auch, verzeichneten die Verkehrsanalytiker des
Führungs- und Einsatzstabes des Polizeipräsidiums bei den Fahrradunfällen
steigende Zahlen. Im Vorjahr hatte sich noch ein anderer Trend mit einem
Rückgang der Unfallzahlen abgezeichnet. Mittlerweile ist aber die Zahl der
Fahrradunfälle insgesamt ist auf 384 angestiegen, was einen Zuwachs von 14,6
Prozent bedeutet. Die Zahl der Leichtverletzten stieg um 22,6 Prozent auf 298
Personen, die Zahl der Schwerverletzten auf 81, was ein Plus von 24,6 Prozent
ergibt. Die Anzahl der getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahr-radfahrer blieb
dagegen auf Vorjahresniveau. 2 Menschen mussten als Radler bei Unfällen ihr
Leben lassen. "Die Anstiege sind weit überwiegend auf Unfälle mit
Elektrofahrrädern zurückzuführen", stellt Polizeipräsident Gerold Sigg fest. So
stieg der Anteil der Pedelec-Unfälle von 19 Prozent im Vorjahr auf 24 Prozent im
Jahr 2020. Im Gegensatz zu Großstädten mit vielen Elektrorollern zum Mieten
spielen die Unfallzahlen mit solchen E-Scootern, die es erst seit Mitte letzten
Jahres gibt, in den vier Landkreisen des Präsidiumsbereichs Konstanz so gut wie
keine Rolle. Im ersten Halb-jahr sind nur 4 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen
gemeldet worden. Davon drei im Kreis Konstanz und einer im Kreis Rottweil. Die
Fahrer wurden jeweils leicht verletzt. In zwei Fällen standen sie unter
Alkoholeinfluss.

Ein ganz anderes Thema sind für den Leiter des Polizeipräsidiums Konstanz
tödliche Verkehrsunfälle. "Die Ursachen für Unfälle mit tödlichem Ausgang sind
auch im ersten Halbjahr 2020 überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit",
so Sigg. 7 Unfälle sind darauf zurückzuführen, gefolgt von Überholunfällen (3
Unfälle) und mangelnder Verkehrstüchtigkeit (3 Unfälle). "Das Thema
Geschwindigkeitsüberwachung steht bei der Verkehrspolizei und den
Polizeirevieren deswegen nach wie vor ganz oben in der Aufgabenwahrnehmung",
ergänzt Sigg mit Blick auf die Gesamtzahl von knapp 2000 Unfällen in seinem
Zuständigkeitsbereich, die auf solches Fehlverhalten zurückzuführen sind. "Damit
kann wirksam Raserunfällen entgegengewirkt werden," ist sich der Polizeichef
sicher.

In den einzelnen Landkreisen zeigt die Halbjahresbilanz 2020 ein ähnliches Bild
wie im gesamten Präsidiumsbereich.

3043 Unfälle registrierte die Polizei im Landkreis Konstanz. Das waren 771
weniger als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres (minus 20,2 Prozent). Dabei
verunglückten 576 Personen. 96 weniger als noch 2019. Unfallursache war mit
einem Anteil von 40,5 Prozent überwiegend nicht angepasste Geschwindigkeit. Der
Anteil der Fahrradfahrer, die an den Unfällen beteiligt waren, ist nahezu gleich
wie im Vorjahr. 2019 waren es 252, im Jahr 2020 sind 247 Unfälle mit Radlern
gezählt worden.

Im Landkreis Tuttlingen gingen die Unfallzahlen um 26 Prozent auf 1499 Unfälle
zurück. Das sind 528 Kollisionen weniger als im Vorjahrszeitraum. Hierbei sind
140 Personen verletzt worden. Zur gleichen Zeit im Vorjahr waren es noch 150.
Todesopfer gab es keine. Im ersten Halbjahr 2019 dagegen waren es zwei. Mit
einem Anteil von 30 Prozent war auch im Landkreis Tuttlingen unangepasste
Geschwindigkeit Unfallursache Nummer 1 vor Fehlern bei der Vorfahrtsbeachtung
(21,8 Prozent). Bei den wenigen Unfällen mit Fahrradfahrern gab es allerdings 10
Schwerverletzte im Landkreis Tuttlingen. Im Vorjahr waren es noch 3.

Die Unfallbilanz im Landkreis Rottweil sieht ähnlich aus, wie die im gesamten
Zuständigkeitsbereich des Konstanzer Präsidiums. 276 Unfälle weniger als im
Vorjahreszeitraum weist die Statistik aus (minus 15,9 Prozent). Bei 1457
registrierten Unfällen wurden 179 Menschen verletzt (Vorjahr: 198). Knapp die
Hälfte der Unfälle (48 Prozent) waren auf nicht angepasste Geschwindigkeit
zurückzuführen. Ein Fünftel aller Unfälle passierte beim Überholen. Besonders
hervorzuheben ist die erfreuliche Tatsache, dass im ersten Halbjahr 2020, wie
auch im Vorjahr, auf der Autobahn im Landkreis Rottweil, und auch in den
benachbarten Landkreisen Tuttlingen und dem Schwarzwald-Baar-Kreis kein einziges
Todesopfer bei Verkehrsunfällen zu beklagen war. Auf den anderen Straßen im
Landkreis mussten allerdings 4 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben lassen.
Im Vorjahreszeitraum waren es 6.

2385 Verkehrsunfälle registrierte die Polizei in den ersten sechs Monaten des
Jahres im Schwarzwald-Baar-Kreis. 528 weniger als im gleichen Zeitraum des
Vorjahres (Minus 18,1 Prozent). Bei 254 Unfällen waren Personenschäden zu
beklagen. Leider auch mit Todesopfern. Im Gegensatz zum Vorjahr, wurden 5 (2019:
3) Menschen Opfer von Verkehrsunfällen. "Das sind 5 zu viel", stellt der
Konstanzer Polizeipräsident Gerold Sigg ernüchtert fest. Bei der Unfallursache
"nicht angepasste Geschwindigkeit" weist der Schwarzwald-Baar-Kreis die höchste
Quote aller vier Landkreise im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums
Konstanz aus. Mehr als die Hälfte aller Unfälle waren auf diese Ursache
zurückzuführen (56 Prozent). "Raserei ist nicht hinnehmbar, weswegen in den
nächsten Monaten wieder verstärkt Überwachungsmaßnahmen erfolgen werden",
erklärt Sigg. Unter anderem wird auch der Enforcement-Trailer, ein mobiles,
digitales Geschwindigkeitsmessgerät, das in einen Pkw-Anhänger verbaut ist, bei
verschiedenen Sonderkontrollen zum Einsatz kommen.

*Zuständigkeit Polizeipräsidium Konstanz: Landkreise Konstanz, Tuttlingen,
Rottweil und der Schwarzwald-Baar-Kreis

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