05.05.2020 10:02

Weniger Einsätze für Polizei

(Rastatt) Die Maßnahmen der Corona-Verordnung und die damit verbundenen Einschränkungen wirken sich auch auf das Einsatzgeschehen der Polizei im Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreisen Rastatt und Ortenaukreis aus.

Deutlich weniger Notrufe waren seit dem Inkrafttreten der ersten
Corona-Verordnung beim Offenburger Führungs- und Lagezentrum eingegangen. Die aktuellen Lockerungen führen derzeit zu einer moderaten Steigerung der Einsatzzahlen, zurück in Richtung Vorjahresniveau.

In den Monaten Februar, März und April war beim Polizeipräsidium Offenburg im
Bereich der häuslichen Gewalt ein leichter Anstieg der Fallzahlen zu
verzeichnen. Auch im Vierjahresvergleich spiegelt sich dieser Trend wieder.

Im gleichen Zeitraum lag die Anzahl der Streitigkeiten, also
Auseinandersetzungen ohne strafbare Handlungen, im Schnitt zwischen 10 und 15
Einsätzen pro Tag. Die Gesamtzahl ähnelt dabei den Zahlen aus dem gleichen
Zeitraum des Jahres 2019. Körperverletzungsdelikte waren in den letzten Wochen
ebenfalls rückläufig.

Einsätze wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung sind stetig zurückgegangen.
Waren Ende März täglich noch rund 80 bis 90 telefonische Hinweise auf mögliche
Verstöße eingegangen, sank die Zahl Ende April kontinuierlich auf rund 30 Anrufe
pro Tag.

In puncto Verkehrssicherheitslage ist ein positiver Trend zu beobachten. Während
im Februar die Anzahl der Unfälle und dabei verletzten Verkehrsteilnehmer dem
Durchschnitt der vergangenen Jahre glich, waren im März und April deutliche
Rückgänge zu verzeichnen. Über 50 % Rückgang bei der Anzahl von Verkehrsunfällen
und entsprechend weniger Verletzte waren in den beiden Monaten zu registrieren.
Die Anzahl der Unfälle von Radfahrenden blieb zum Vorjahr indes gleich. Im
genannten Dreimonatszeitraum starben fünf Verkehrsteilnehmer, darunter drei
Radfahrer.

Bereits im Februar hat das Polizeipräsidium auf die Corona-Krise reagiert.
Umfangreiche Notfallpläne sorgten dabei für einen reibungslosen Dienstbetrieb,
auch wenn einzelne Kolleginnen und Kollegen zeitweise freigestellt werden
mussten. Eine extra eingerichtete und für die Bewältigung schwieriger Lagen
geübte Informationssammelstelle kanalisiert und bündelt seit Wochen das hohe
Informationsaufkommen. Die Einsatzkräfte vor Ort sind somit über die aktuellen
Veränderungen gut informiert und werden von dort aus zentral mit der
erforderlichen Schutzausrüstung ausgestattet.

"Viele Dankesworte erreichten meine Kolleginnen und Kollegen auf
unterschiedlichste Weise", so Polizeipräsident Reinhard Renter. "Für das
Vertrauen der Bevölkerung in unsere Maßnahmen und den Rückhalt bedanke ich mich
und freu mich gleichzeitig darüber, dass wir am letzten Wochenende so wenig
Verstöße gegen die Corona-Verordnung wie noch nie verzeichnen mussten. Die
gelebte Akzeptanz und das Verständnis für die Maßnahmen erleichtern auch die
Arbeit meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."