05.11.2019 14:10

Klimaanalyse liegt vor

(Basel) Mit dem Klimawandel wird es in urbanen Gebieten zunehmend heisser. Vor diesem Hintergrund wurde die klimatische Situation heute und für das Jahr 2030 flächendeckend für den Kanton Basel-Stadt modelliert. Die Klimaanalysekarten zeigen, wo heutige und zukünftige Wärmeinseln sowie wertvolle kühlende Grünräume liegen und wo sich wichtige Durchlüftungsbahnen befinden. Die Karten sind online auf dem Geoportal MapBS des Kantons Basel-Stadt zu finden.

Gebäude und versiegelte Bodenflächen verändern durch Abstrahlung von Wärme das städtische Klima. Auswirkungen sind sogenannte städtische Wärmeinseln und eine verminderte Durchlüftung, welche die Luftqualität negativ beeinflusst. Mit dem Klimawandel verstärken sich diese Effekte: Hitzeperioden werden häufiger, länger und heisser auftreten. Dies führt - ohne Anpassungsmassnahmen - zu einer spürbaren Verminderung der Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stadt Basel.

Die Modellierung der klimatischen Situation heute und im Jahr 2030 zeigt deutlich, dass es bei sommerlichen Wetterlagen in Basel vermehrt thermisch belastete Siedlungsbereiche geben wird. Betroffen sind rund zwei Drittel der Fläche des Siedlungs- und Gewerberaums. Auch nachts wird die Wärmebelastung bis 2030 voraussichtlich weiter zunehmen. Zudem ist der Frischluftaustausch in den dicht bebauten Stadtquartieren bereits heute deutlich eingeschränkt. Dass der Rhein tagsüber zur Kühlung der unmittelbaren Umgebung beiträgt, war zu erwarten. In einer Sommernacht hingegen strahlt der Rhein aufgrund der hohen Wassertemperatur Wärme ab.

Die Klimaanalyse zeigt auch auf, dass durch kluge Arealentwicklung der Effekt des Klimawandels aufgefangen werden kann. So zum Beispiel bei der Planung für das Lysbüchel (Volta Nord): Das heutige Gewerbegebiet mit einem hohen Anteil an versiegelten Flächen wird zu einem Wohn- und Arbeitsgebiet mit hoher Baudichte, aber auch mit neuen Grünräumen entwickelt. Die Modellrechnungen auf der Grundlage des aktuellen Planungsstands zeigen eine deutliche Verbesserung der lokalen klimatischen Verhältnisse.

Die Klimaanalyse dient als Grundlage zur Erstellung eines Stadtklimakonzepts, welches unter der Federführung des Bau- und Verkehrsdepartements bis Ende 2020 erarbeitet wird. Das Stadtklimakonzept soll räumlich konkrete Massnahmen vorschlagen, um klimatisch wichtige Funktionen zu verbessern oder zu erhalten.

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