10.09.2020 13:34

Lehrermangel zum Start in das Schuljahr

Zum bevorstehenden Start ins neue Schuljahr hat das Regierungspräsidium Freiburg aktuelle Zahlen veröffentlicht. Während die Schülerzahlen im Regierungsbezirk weitgehend stabil sind, bleibt die Lage bei der Lehrereinstellung in ländlichen Regionen aufgrund des Bewerbermangels angespannt.

„Die Schulverwaltung arbeitet mit voller Kraft daran, die noch offenen Stellen zu besetzen. Die größte Herausforderung besteht darin, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden, die bereit sind, im ländlichen Raum zu arbeiten“, heißt es aus dem RP. Interessierte werden aufgerufen, sich bis Ende September zu bewerben.



In den 868 (Vorjahr: 871) öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg lernen etwa 278.160 (280.000) Schülerinnen und Schüler, die von rund 21.763 (23.000) Lehrkräften unterrichtet werden. In diesem Schuljahr werden rund 19.061 (19.386) Erstklässler eingeschult. Beim Übergang in die weiterführenden Schulen in Klassenstufe fünf liegt die Zahl der Anmeldungen insgesamt bei 17.372 (17.127) Schülerinnen und Schüler für die öffentlichen Werkreal-/Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Bei den Haupt- und Werkrealschulen liegt die Anmeldezahl bei 1583 (1589). Für die Realschul-Eingangsklassen haben sich 7574 (6357) Schülerinnen und Schüler angemeldet. An den öffentlichen Gymnasien sind in diesem Jahr 6557 (6957) Fünftklässler am Start. In den Gemeinschaftsschulen beginnen 2390 (2455) Fünftklässler.



Wie sieht es bei der Lehrereinstellung aus?

Die Lehrereinstellung während der Corona-Pandemie ist besonders herausfordernd. Dennoch konnten bislang bereits 1318 Lehrerinnen und Lehrern an den öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Freiburg neu eingestellt werden. Dies entspricht in etwa der Zahl vom Vorjahr (1352). Davon entfielen 413 (456) auf den Grundschulbereich, 355 auf die Sekundar I-Schulen, 129 (105) auf die Gymnasien, 61 (41) gymnasiale Stellen auf die Gemeinschaftsschulen, 213 (213) auf die Beruflichen Schulen und 147 (105) auf den sonderpädagogischen Bereich. 112 Stellen konnten aufgrund der angespannten Bewerbersituation durch den Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern bisher nicht besetzt werden. Davon betroffen sind insbesondere die Grundschulen, die Werkrealschulen und Gemeinschaftsschulen und die Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren. Dennoch soll auch in diesen Schularten eine ordentliche Unterrichtsversorgung gewährleistet werden. Um das Defizit zu kompensieren, wurden bereits 477 befristete Verträge mit pensionierten Lehrkräften und so genannten Nichterfüllern abgeschlossen. Nichterfüller sind Personen, die keinen Abschluss eines Lehramtsstudiums haben aber über passende Ausbildungen verfügen. So kann z. B. der Diplom-Sportler oder der Diplom-Physiker bei vorliegender pädagogischer Eignung im Fach Sport bzw. Physik/Mathematik im Unterricht eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde eine große Zahl an Anträgen von Lehrerinnen und Lehrern genehmigt, die ihr Teilzeitdeputat erhöhen wollen.



Entlang der Oberrheinschiene ist es gelungen, alle Stellen zu besetzen. Wegen des Bewerbermangels sowohl im Grundschulbereich als auch in den Sekundar I-Schulen gibt es vor allem im ländlichen Raum in den Kreisen Tuttlingen, Konstanz, Waldshut-Tiengen, Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis Engpässe. Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Vertretungslehrkräften sind absehbar.



Aufgrund des Überangebots gymnasialer Bewerberinnen und Bewerbern in einigen Fächern wird diesem Personenkreis eine Einstellung an der Grundschule oder der Realschule angeboten. Im Regierungsbezirk Freiburg haben bislang im Grundschulbereich 17 (20) Personen und im Bereich der Sekundar I-Schulen 7 Personen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.



Aufruf durch das Regierungspräsidium Freiburg

Auch der ländliche Raum ist attraktiv. Besonders für die Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil, Tuttlingen und Waldshut werden weiterhin Lehrkräfte für Grundschulen, Sekundar I -Schulen und Sonderpädagogische Bildungs-und Beratungszentren gesucht. Der Bewerbungszeitraum läuft noch bis Ende September. Interessierte können sich unter www.lehrer-online-bw.de unter dem Stichwort „Stelleninfo“ informieren und bewerben.





Hinweis: Die vorliegenden Anmeldezahlen zum Schuljahr 2020/2021 beruhen auf einer Prognose und sind damit vorläufig. Die endgültigen Zahlen zu den Übergängen auf die weiterführenden Schulen zum Schuljahr 2020/2021 werden mit der amtlichen Schulstatistik im Herbst 20/21vorliegen.



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