12.02.2021 14:54

Weiterer Ausbau des Radnetzes in Vorarlberg

(Bregenz) Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann Markus Wallner und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch haben jetzt ein Abkommen über die Bund-Land-Partnerschaft zum Ausbau des Radverkehrs unterzeichnet. Die Vereinbarung in Höhe von 62 Millionen Euro sichert die Ko-Finanzierung des Bundes für zahlreiche Infrastrukturprojekte, darunter die Radschnellverbindungen Radfahren durchs Ried (RdR), Götzis–Rankweil/Klaus–Koblach (RGKK) und „Pipeline“ Abschnitt 3 in Bregenz.

„Mehr Klimaschutz heißt mehr Radwege für die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger. Und heute machen wir einen großen Schritt – für neue Radverbindungen in ganz Vorarlberg. Ein Upgrade für den Radverkehr und für das ganze Bundesland“, betonte Ministerin Gewessler. „Mit der Vereinbarung haben wir einen wichtigen Schritt im weiteren Ausbau des Fahrradwegnetzes in Vorarlberg bis zum Jahr 2027 erreicht. Wir werden nun konkrete Projekte einbringen und es ist sehr erfreulich, dass der Bund sich bereit erklärt hat, bis zu 50 Prozent der Nettofinanzierung für Fahrrad-Leitprojekte in den Bundesländern zu übernehmen“, zeigt sich Landeshauptmann Markus Wallner erfreut über die Einigung mit dem Bund.

„Vorarlberg ist heute schon österreichweiter Spitzenreiter, was den Radverkehr betrifft“, freute sich Landesrat Rauch. „16 Prozent aller Alltagswege werden bei uns mit dem Rad zurückgelegt, im Jahr 2020 haben wir im Land nicht weniger als 4,2 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt. Die Verwendung des Rades für Einkaufs- und Freizeitzwecke ist um 60–80 Prozent, für berufliche Zwecke um 40 Prozent angestiegen.“ Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung bekennen Bund und Land sich dazu, den Ausbau und die Verbesserung der Radinfrastruktur zu fördern und insbesondere sogenannte Radschnellverbindungen zu entwickeln und umzusetzen.

Die Projekte im Detail

Radfahren durchs Ried (RdR): „Durch diese Raderschließung erreichen wir nicht weniger als 160.000 Menschen, denen künftig attraktive Radverbindungen zur Verfügung stehen“, sagte der Landesrat. Da die Routen teilweise durch Natura2000- und andere geschützte Gebiete führen und die Interessen der Wasser- und Landwirtschaft sowie der Jagd berücksichtigt werden müssen, ist die für Radschnellverbindungen eigentlich vorgesehene Fahrbahnbreite von vier Metern nicht überall möglich. Die Kosten betragen nach heutigen Berechnungen rund 21,4 Millionen Euro, von denen der Bund die Hälfte übernimmt.

Radschnellverbindung Rankweil–Götzis/Koblach–Klaus (RGKK): Diese Trasse erstreckt sich von Götzis über das Betriebsgebiet in Koblach zur Bahnhaltestelle Klaus und weiter zum Radweg in Richtung Rankweil. Mehr als 60.000 Anrainerinnen und Anrainer könnten ihre regionalen Arbeitsplätze dann binnen 15 bis 20 Fahrradminuten erreichen. Die besondere Herausforderung bei dieser Radschnellverbindung liegt neben der Unterquerung der Bahngleise und einer Straßenbrücke in der Notwendigkeit, einen Fahrradtunnel durch den Sattelberg zu graben. Dieses Projekt wird voraussichtlich rund 23,6 Millionen Euro kosten, die Bundesfinanzierung beträgt bis zu 12 Millionen Euro.

„Pipeline“ Abschnitt 3, Bregenz: Der Fahrradweg zwischen Bregenz und Lochau entlang dem Bodenseeufer soll zu einer Radschnellverbindung ausgebaut werden, die auch als Teil des Bodenseerundwanderwegs dienen und die Landesstraße L190 entlasten soll. „Obwohl wir hier heute schon bis zu 4000 Radlerinnen und Radler täglich zählen, sehen wir für diese Verbindung besonders großes Potenzial“, erklärte Rauch. Die Abschnitte 1 und 2 wurden bereits realisiert, Abschnitt 3 umfasst die Strecke zwischen Schanzgraben und Steg Melanie. Es werden Arbeiten im See nötig sein, und aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen Bahn und See muss ein eigener Bahnübergang für den Baustellenverkehr geschaffen werden. Die Kosten für den Bau des Abschnitts 3 betragen inklusive der Ufergestaltung rund 5,1 Millionen Euro. Die Realisierung des vierten und letzten Abschnitts der Radschnellverbindung Bregenz–Lochau wird im Zeitraum 2023–2025 erwartet.

Darüber hinaus werden in den Jahren 2021 bis 2024 zahlreiche kleinere Projekte entlang von Landesstraßen mit einem Gesamtvolumen von rund 12 Millionen Euro umgesetzt. www.vorarlberg.at/fahrrad

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