24.01.2026 13:25

Modellprojekt mit Gemeinschaftsstall

(Wieden) In der Gemeinde Wieden entsteht ein Gemeinschaftsstall für Rinder, der die Weidebewirtschaftung und damit den Erhalt der Kulturlandschaft langfristig sichern soll.

Das Projekt geht auf eine Initiative der Gemeinde und engagierter Landwirte zurück und wird fachlich sowie organisatorisch vom Biosphärengebiet Schwarzwald begleitet. Der Baubeginn ist für 2026 geplant, dazu hat der Gemeinderat am Montagabend seine Zustimmung gegeben. In dem Stall können künftig rund 50 Tiere untergebracht werden. Möglich wird das Projekt durch Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro durch die Stiftung Naturschutzfonds, die bereits im Dezember vergangenen Jahres bewilligt wurden.

„Der Gemeinschaftsstall Wieden ist das Ergebnis eines intensiven Austauschs mit Exkursionen, Expertentreffen und Vor-Ort-Terminen mit Landwirten, der Kommune sowie verschiedenen Verwaltungsebenen, darunter dem Landratsamt Lörrach und den Abteilungen Landwirtschaft und Umwelt des Regierungspräsidiums Freiburg“, so Florian Kübler, Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald. Das Biosphärengebiet brachte Landwirte, Gemeinde und Verwaltung zusammen, entwickelte gemeinsam mit ihnen eine tragfähige Projektidee und unterstützte die Abstimmung mit Fachbehörden sowie die Beantragung von Fördermitteln. Der Stall soll insbesondere die Weidebewirtschaftung im Naturschutzgebiet der Wiedener Weidberge dauerhaft absichern. „Der Stall ist damit auch ein Symbol, wie man den zugrunde liegenden Gedanken der Allmende, die für die Kulturlandschaft des Südschwarzwalds prägend ist, in der heutigen Zeit umsetzen kann“, so Kübler.

Kern des Projekts ist ein gemeinschaftliches Pachtmodell: Planung, Genehmigung und Bau erfolgen gebündelt, die Auslastung wird gemeinsam gesichert. So wird der Einsatz moderner Technik ermöglicht und Arbeitszeiten werden gesenkt. Die Gemeinde Wieden übernimmt als Verpächter eine zentrale Steuerungs- und Vermittlungsrolle. „Mit dem Gemeinschaftsstall schaffen wir eine zukunftsfähige Lösung für unsere landwirtschaftlichen Betriebe. Durch die gemeinsame Nutzung können Investitionsrisiken reduziert und gleichzeitig die Pflege unserer einzigartigen Kulturlandschaft langfristig gesichert werden“, betont Bürgermeister Michael Fischer.

Der Gemeinschaftsstall hat Modellcharakter für den Südschwarzwald. Er zeigt, wie moderne Stallneubauten für kleinstrukturierte Betriebe in Berglagen realisierbar werden können. Neunzig Prozent der Betriebe werden im Nebenerwerb betrieben, eine Leistung die viel Zeit beansprucht und kaum finanziellen Gewinn einbringt. Gestiegene Baukosten und hohe Anforderungen an moderne Ställe sind für sie eine große Herausforderung. Gemeinschaftliche Lösungen wie der Stall in Wieden sind deswegen wichtige Bausteine für die Zukunft der Landwirtschaft, den Erhalt der Kulturlandschaft und den hohen Naturschutzwert der Region.