13.03.2026 12:02

Kraftstoffpreise im Überblick

(Baden-Baden/Karlsruhe/Pforzheim) Seit dem Beginn des Irankriegs vor fast zwei Wochen kletterten die Kraftstoffpreise in der Region steil nach oben.

Auch wenn bundesweit am Mittwoch die Spritpreise zum ersten Mal wieder sanken, stiegen sie in der wöchentlichen Kraftstoffpreisuntersuchung des ADAC Nordbaden e.V. für Karlsruhe, Baden-Baden und Pforzheim im Vergleich zum letzten Freitag erneut weiter an. Zwar senkten einzelne Anbieter ihre Kraftstoffpreise, die große Mehrheit hob sie jedoch an. Benzin war an diesem Freitagmorgen in Karlsruhe im Schnitt vier Cent teurer als am Vorwochentag, in Baden-Baden fünf Cent und in Pforzheim 1,5 Cent. Verteuerungen registrierte der ADAC Nordbaden auch bei Dieselkraftstoff: In Karlsruhe mussten Autofahrerinnen und Autofahrer im Schnitt fünf Cent mehr pro Liter zahlen, in Baden-Baden und Pforzheim jeweils sechs Cent. In allen drei Städten lag der Durchschnittspreis für Diesel über der Marke von zwei Euro, in Karlsruhe und Pforzheim war dies am Freitagmorgen auch bei Benzin der Fall. Mit 101,71 US-Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte auch der Preis für Rohöl im Wochenvergleich deutlich zu. Die Gemeinschaftswährung Euro verlor im gleichen Zeitraum 1,3 Prozent und war heute Morgen 1,1468 US-Dollar wert.



ADAC kritisiert die Kraftstoffwirtschaft

Der ADAC kritisiert im Zusammenhang mit der Preisentwicklung an den Zapfsäulen die Kraftstoffwirtschaft und wirft ihr vor, den Irankrieg zu nutzen, um ihre Gewinne zu maximieren. Dies zeigt sich vor allem am Beispiel des Bio-Diesel HVO100: Als dessen Ausgangsmaterial dienen beispielsweise Altspeiseöle oder auch tierische Fette. Dennoch erhöhten die Mineralölkonzerne dessen Preis deutlich, von 1,74 Euro vor zwei Wochen auf jetzt 2,18 Euro (Stand: Dienstag, 10. März). HVO enthält kein fossiles Öl, das von der aktuellen Krise betroffen wäre, und ist damit unabhängig vom Rohölpreis. Es sei deshalb höchste Zeit, von der Mineralölindustrie Transparenz über Kostenstrukturen und Preisgestaltung einzufordern, so der ADAC. Er wirft der Mineralölwirtschaft eine unangemessene Preissetzung an den Tankstellen vor, die einen unverhältnismäßigen Anstieg der Kraftstoffpreise darstellt.



Den Vorschlag der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen, hat der ADAC wahrgenommen. Der Mobilitätsclub begrüßt, dass die Bundesregierung den Handlungsdruck sieht, nachdem die Spritpreisentwicklung viele Autofahrerinnen und Autofahrer zu überfordern droht. Wichtig ist auch, dass durch Überlegungen zum Österreich-Modell sichtbar die Rolle der Mineralölkonzerne hinterfragt wird. Durch eine Beschränkung auf eine Preiserhöhung kann allerdings nicht vollends ausgeschlossen werden, dass Gewinne maximiert werden und Preise unangemessen steigen.



Die Situation in der Region im Überblick

Die Einzelbetrachtung der Tankstellen in Karlsruhe zeigte Preisanpassungen bei Benzin zwischen minus acht und plus acht Cent, in Baden-Baden zwischen minus einem und plus zwei Cent. In Pforzheim wurden die Preise um bis zu zwei Cent nach oben angepasst. Der Durchschnittspreis für Super E10 lag in Karlsruhe bei 2,008 Euro, in Baden-Baden bei 1,993 Euro und in Pforzheim bei 2,006 Euro.



Die Karlsruher Tankstellen korrigierten ihre Dieselpreise gegenüber dem Vorwochentag um minus drei und plus zehn Cent. In Baden-Baden stiegen die Preise um bis zu zwölf Cent, einzelne Anbieter senkten den Preis um drei Cent. Preiserhöhungen zwischen fünf und sechs Cent ermittelte der ADAC Nordbaden an den Stationen in Pforzheim. Im Schnitt wurde Dieselkraftstoff in Karlsruhe für 2,118 Euro, in Baden-Baden für 2,095 Euro und in Pforzheim für 2,164 Euro angeboten.



Preisvergleich lohnt sich

Vor allem in Karlsruhe lohnte sich an diesem Freitagmorgen ein Preisvergleich vor dem Tanken. Wer vor der Fahrt an die Zapfsäule die Preise verglich, konnte in der Fächerstadt 17 Cent bei Benzin und neun Cent bei Diesel sparen. In Baden-Baden lag der Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter bei drei Cent (Benzin) beziehungsweise acht Cent (Diesel). Mit zwei Cent bei Benzin und einem Cent bei Diesel war das Sparpotential in Pforzheim am geringsten. Beim Preisvergleich der Tankstellen hilft die kostenlose Smartphone-App „ADAC Drive“. Neben den aktuellen Kraftstoffpreisen nahezu aller 14.000 Tankstellen in Deutschland bietet die App eine detaillierte Routenplanung.



Tanken in Frankreich und den Nachbarländern nicht automatisch günstiger

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher in der Region überlegen derzeit aufgrund der hohen Kraftstoffpreise im benachbarten Ausland wie zum Beispiel Frankreich zu tanken. Tatsächlich sind die Spritpreise in Frankreich in vielen Fällen günstiger. Dies ist aber nicht für jede Tankstelle pauschal zu anzunehmen. Für Autofahrende, die grenznah wohnen oder grenznah pendeln, kann es aus ADAC Sicht aktuell durchaus vorteilhaft sein, ein Auge auf die Preise der nahe gelegenen Tankstellen in Frankreich zu haben. Wer allerdings große Umwege hierfür in Kauf nehmen müsste, ist meist besser beraten, die Preise der hier ortsansässigen Tankstellen zu vergleichen und nicht extra zum Tanken ins Ausland zu fahren.



Hier die am Freitagmorgen ermittelten Höchst- und Tiefstpreise (an Marken- und Freien Tankstellen) für Super E10, Super E5 und Dieselkraftstoff:



Super E10 wurde in Karlsruhe für 1,929 Euro bis 2,099 Euro, in Baden-Baden für 1,979 Euro bis 2,009 Euro, in Pforzheim für 1,999 Euro bis 2,019 Euro angeboten.

Super E5 kostete in Karlsruhe 1,989 Euro bis 2,159 Euro, in Baden-Baden 2,039 Euro bis 2,069 Euro, in Pforzheim 2,059 Euro bis 2,079 Euro.

Diesel kostete in Karlsruhe 2,079 Euro bis 2,169 Euro, in Baden-Baden 2,059 Euro bis 2,139 Euro, in Pforzheim 2,159 Euro bis 2,169 Euro.