Finale Arbeiten in der Wutachschlucht
(Bonndorf/Löffingen) Die Sanierung der L 170 zwischen Bonndorf und Löffingen in der Wutachschlucht befindet sich auf der Zielgeraden: Wie das ...
Die Sanierung der L 170 zwischen Bonndorf und Löffingen in der Wutachschlucht befindet sich auf der Zielgeraden: Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, stehen nach aufwändigen Bauarbeiten nun die letzten Schritte zur Fertigstellung der für die Region wichtigen Verbindungsstraße an. Neben dem Einbau des Asphalts zwischen der Abzweigung der Kreisstraße nach Boll und dem Parkplatz an der Schattenmühle sind noch die Fahrbahnmarkierungen aufzubringen und neue Schutzplanken zu montieren. Sofern die Witterungsbedingungen, die derzeit leider nicht optimal sind, die Asphaltarbeiten in der kommenden Woche zulassen, wird die Freigabe der Straße nach den Osterfeiertagen erfolgen. Am Dienstag, 7. April, wird dann die Vollsperrung abgebaut und die Landesstraße voraussichtlich gegen Mittag wieder befahrbar sein. Pünktlich zum Start der Saison kann dann auch wieder der Wanderbus durch die Wutachschlucht fahren. Bis Ende April finden teils unter halbseitiger Sperrung mit Ampelregelung noch Restarbeiten statt.
„Die Sanierung der L 170 war ein technisch äußerst anspruchsvolles Projekt in einem sensiblen Naturraum. Umso erfreulicher ist es, dass wir den Zeitplan nahezu einhalten konnten und nun kurz vor der Öffnung der Landesstraße stehen. Ich danke den Städten und Gemeinden für die gute Zusammenarbeit und allen Menschen, die in den vergangenen Monaten die lange Umleitung in Kauf nehmen mussten, für ihre Geduld“, stellte Regierungspräsident Carsten Gabbert fest: „Die beauftragten Baufirmen haben im Zusammenspiel mit unseren Fachleuten vom Straßenbaureferat in Bad Säckingen und vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sehr gute Arbeit geleistet.“ Bei einer Infoveranstaltung im Mai 2025 hatte sich Gabbert den Fragen der Bevölkerung gestellt. Geologen des RP hatten darauf hingewiesen, dass die Wutachschlucht in Bewegung bleiben wird und deshalb Schäden an den Straßen durch die Schlucht auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden können.
Die Sanierung der L 170 war aufgrund eines Hangrutschs erforderlich, der die Straße Anfang 2024 erheblich beschädigt hatte und eine sichere Nutzung unmöglich machte. Um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen, wurde die Strecke seit August 2025 unter Vollsperrung umfassend erneuert.
Die L 170 verläuft in einem naturschutzrechtlich und geologisch äußerst anspruchsvollen Gebiet innerhalb der Wutachschlucht, das seit Jahrtausenden von großräumigen Hangbewegungen geprägt ist. Diese besonderen Rahmenbedingungen erforderten zunächst umfangreiche Untersuchungen des Baugrunds sowie die Entwicklung eines speziell angepassten Sanierungskonzepts. Im Zuge der Bauarbeiten wurde unter anderem eine aufwändige Bohrpfahlwand zur Stabilisierung des Hangs errichtet und tief im Untergrund verankert. Ergänzend sorgt eine sogenannte Kiespfahlgalerie für die dauerhafte Entwässerung des Hanges. Zudem wurde unterhalb der abgerutschten Stelle in Richtung Schattenmühle eine Gabionenwand erneuert und eine Böschung gesichert. Damit Bewegungen des Hangs künftig frühzeitig erkannt werden können, wurde ein Messsystem installiert. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Baustellenbereich und des Einsatzes schwerer Bohrgeräte mussten die Arbeitsschritte nacheinander umgesetzt werden, was die vergleichsweise lange Bauzeit zur Folge hatte. Die Gesamtkosten des Projekts in Höhe von rund zwei Millionen trägt das Land Baden-Württemberg.
Endspurt an der L 170 in der Wutachschlucht auf unserem Bild: In den nächsten Tagen wird die Straße asphaltiert – sofern die Witterung es zulässt.
Foto: Regierungspräsidium Freiburg