Ehrennadeln für Verdienste auf dem Gebiet der Heimatpflege verliehen
(Bonndorf) Der Arbeitskreis Alemannische Heimat hat in Bonndorf Ehrennadeln für Verdienste auf dem Gebiet der Heimatpflege verliehen.
Bei einer Feierstunde im Barocksaal des Schlosses zeichnete Regierungspräsident Carsten Gabbert gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, Bernhard Fehrenbach, fünf Personen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement aus. Die Ehrennadel erhielten:
Ottokar Graf aus Rielasingen-Worblingen
Marion Maier aus Waldshut-Tiengen
Georg Kirschbaum aus Murg
Günter Hoffmann aus Lauchringen
Michaela Berthold-Sieber aus Küssaberg
„Heimat ist kein Ort, den man nur bewahrt. Heimat ist auch etwas, das man gestaltet. Genau das machen die Menschen, die wir heute auszeichnen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander und die Identifikation mit der Region“, sagte Regierungspräsident Carsten Gabbert. Er dankte den Geehrten, dass sie sich in der Brauchtumspflege, der Heimatgeschichtsforschung oder im Natur- und Landschaftsschutz ehrenamtlich engagieren.
Landrat Martin Kistler betonte: „Die Verleihung der Ehrennadel ist ein Höhepunkt, der das Engagement von Persönlichkeiten würdigt, die sich mit Hingabe der Pflege unserer Heimat und unseres Brauchtums gewidmet haben.“
Bernhard Fehrenbach hob hervor, wie wichtig es sei, Erinnerungen lebendig zu halten und aus ihnen Verantwortung abzuleiten, „gerade auch in Zeiten, in denen radikale Positionen wieder salonfähig werden“.
Anlass für die Auszeichnung sind folgende Verdienste der Geehrten:
Ottokar Graf aus Rielasingen-Worblingen ist das wandelnde Geschichtsbuch des Hegaus – speziell aber von Rielasingen-Worblingen. Seine Kenntnisse reichen von der Römerzeit bis heute. Er war 1998 Gründungsmitglied des Bürger- und Museumsvereins Rielasingen-Worblingen, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Ein wichtiges Ziel erreichte der Verein 2003 mit der Eröffnung des Dorfmuseums in Worblingen. Graf hält regelmäßig Vorträge zu ortsgeschichtlichen Themen, führt Exkursionen durch und ist im Museum präsent. Zudem ist er im Hegau-Geschichtsverein aktiv, veranstaltet dort ebenfalls Führungen und veröffentlichte im renommierten Jahrbuch des Geschichtsvereins Artikel zur jüdischen Gemeinde und zur Mühle.
Marion Maier aus Waldshut-Tiengen ist seit über einem Jahrzehnt eine tragende Säule der Vereinigung Alt-Waldshut e.V., die sich der Pflege von Heimat und Brauchtum verschrieben hat. Marion Maier war dort acht Jahre lang im Vorstand aktiv. Alljährlich ist die Vereinigung einer der Hauptträger der Waldshuter Chilbi. Bei diesem Traditionsfest ist Marion Maier nicht nur in der Organisation tätig, sondern betreut auch das Bürgertheater, in dem jedes Jahr ein Stück Waldshuter Geschichte dargestellt wird.
Georg Kirschbaum aus Murg hat sich um das Zechenwihler Hotzenhaus in Murg-Niederhof verdient gemacht. Das Hotzenhaus ist als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, aber auch als Museum und Veranstaltungsort bekannt. Es ist 1748 entstanden und zeigt Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse, wie sie im 18. Jahrhundert bestanden haben. Die Erhaltung des Hauses ist vor allem ein Verdienst des Vereins Zechenwihler Hotzenhaus e.V. unter dem Vorsitz von Georg Kirschbaum. Zudem ist Kirschbaum in Murg als ehrenamtlicher Fahrer des Bürgerbusses bekannt. Kommunalpolitisch ist er im Gemeinderat und im Kreistag des Landkreises Waldshut aktiv.
Günter Hoffmann aus Lauchringen beschäftigt sich schon seit mehreren Jahrzehnten mit Kunstschaffenden im Landkreis Waldshut. Sein Schwerpunkt liegt dabei bei der Erforschung von bislang weitgehend unbekannten badischen Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts. Einer davon ist der Schriftsteller und Maler Heinrich Ernst Kromer aus Riedern am Wald. Günter Hoffmann hat nach jahrelanger Forschung sein Leben in mehreren Veröffentlichungen nachgezeichnet und ein umfangreiches Werksverzeichnis erstellt. Zudem ist er Vorsitzender der Heinrich-Ernst-Kromer Gesellschaft e.V. sowie des örtlichen Geschichtsvereins. Seine Forschungsergebnisse hat er in mehreren Büchern und im Jahrbuch des Geschichtsverein Hochrhein e.V. veröffentlicht.
Michaela Berthold-Sieber aus Küssaberg wird für ihren Einsatz zum Schutz der Flora und des Landschaftsbildes in der Region geehrt. Als langjährige Bezirksvorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Bezirk Hochrhein und als Regionalvertreterin im Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg setzt sie sich für den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen ein. Auch organisiert sie regelmäßig Ausbildungen zum Fachwart Obst- und Gartenbau. Ferner ist Michaela Berthold-Sieber geprüfte Wildkräuter- und Heilpflanzenpä-dagogin und arbeitet an einem Schulprojekt der Aktion „Lernort Bauernhof“ mit.
Unser Bild zeigt die Geehrten im Bonndorfer Schloss mit Regierungspräsident Carsten Gabbert (2. von recht) und Landrat Martin Kistler (1. von links)
Foto: Regierungspräsidium Freiburg