16.03.2021 18:10

Gute Luftqualität im Jahr 2020

(Bregenz) Nach der aktuellen Bilanz des Umweltinstituts des Landes zeichnete sich das Jahr 2020 durch die geringste Luftbelastung seit Beginn der systematischen Luftgütemessungen vor 20 Jahren aus. Die Feinstaubkonzentrationen lagen durchwegs deutlich unter den Grenzwerten, auch bei der Stickstoffdioxid-Belastung wurden erstmals an allen Messstationen die Grenzwerte eingehalten. Die Ozonwerte im Sommer 2020 waren moderat, die Informationsschwelle wurde an keinem Tag überschritten, berichtet Umweltlandesrat Johannes Rauch in Bregenz.

„Das Land setzt etliche Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubkonzentrationen“, erinnert der Landesrat in diesem Zusammenhang: „Dazu gehören der Ausbau der sanften Mobilität – Stichwort ÖPNV und Fahrrad, die Landesförderung für E-Mobilität, aber auch Förderungen für den Umstieg auf moderne, umweltfreundliche Heizsysteme.“ Einen weiteren Impuls erwartet sich der Landesrat von der Einführung einer Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A14, mit der das Temporegime bei Bedarf flexibel gesteuert und damit Feinstaub und Schadstoffe reduziert werden können.

Luftgütebericht: Neun Messstationen plus mobile Einrichtungen

Die Luftgüte wird vom Umweltinstitut landesweit mit neun Messstationen und mobilen Messeinrichtungen kontinuierlich überwacht. Beim Feinstaub ist seit Beginn der systematischen Messungen vor rund zwanzig Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der Belastung festzustellen. Im Jahr 2020 wurden nicht nur die nationalen Grenzwerte für Feinstaub deutlich eingehalten, die Werte entsprachen an allen Messstationen sogar der strengen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO für einen verbesserten Gesundheitsschutz. So lag der Jahremittelwert durchwegs unter 20 µg/m³ Luft, auch wurde die von der WHO empfohlene Begrenzung von maximal 3 Überschreitungen des Tageswerts von 50 µg/m³ pro Jahr an allen Messstationen eingehalten.

Auch die Stickstoffdioxid-Konzentrationen lagen im Jahr 2020 erstmals an allen Luftgüte-Messstellen unter dem Grenzwert gemäß Immissionsschutzgesetz-Luft von 35 µg/m³ im Jahresmittel. Stickstoffdioxid stammt zu 70 Prozent aus den Verkehrsemissionen. Die verkehrsnahen Messstationen zeigten noch in den Jahren vor 2020 eine anhaltend hohe Belastung mit jährlichen Grenzwertüberschreitungen. Die Covid-19-Pandemie brachte es mit sich, dass die Mobilität eingeschränkt war und somit weniger Stickstoffoxide in die Atmosphäre freigesetzt wurden. Straßennahe Messstandorte registrierten daher im Mittel eine um 20 Prozent geringere Belastung als in den Jahren davor.

Ozonbelastung hielt sich in Grenzen

Stickstoffoxide sind auch wesentliche Vorläuferschadstoffe für die Ozonbildung. Durch den geringeren Ausstoß dieser Schadstoffe und bedingt durch die eher wechselhafte Witterung im Sommerhalbjahr 2020 hielt sich die Ozonbelastung deutlich in Grenzen. Die Ozon-Höchstwerte lagen bei 140 µg/m³, die Informationsschwelle von 180 µg/m³, ab der bestimmte Verhaltensempfehlungen zum Schutz empfindlicher Bevölkerungsgruppen verlautbart werden, wurde nicht annähernd erreicht.

Verbesserte Luftqualität als indirekte Folge der Covid19-Pandemie

Die gute Luftqualität im Jahr 2020 war zum Teil den Einschränkungen der Mobilität infolge der Covid-19-Pandemie geschuldet. Die Werte zeigen aber auch sehr deutlich, dass mit den Luftreinhaltemaßnahmen, die seit Jahren im Lande konsequent verfolgt werden, der richtige Weg beschritten wurde. Der im Jahr 2018 von der Landesregierung beschlossene Luftqualitätsplan für Vorarlberg zielt auf eine weitere Absicherung dieses Wegs und auf eine dauerhaft hohe Luftqualität in allen Landesteilen, betont Landesrat Rauch.

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