16.11.2018 08:36

Gefahr mit Spam-Mail

(Karlsruhe) Die Polizei warnt vor einer bundesweit angewandten Betrugsmasche, bei der Betrüger versuchen mittels in deutscher und ...

Die Polizei warnt vor einer bundesweit
angewandten Betrugsmasche, bei der Betrüger versuchen mittels in
deutscher und englischer Sprache übermittelter Mails an das Geld
ihrer Opfer zu kommen. Seit Anfang April 2018 ist dabei im
Zuständigkeitsbereich des Karlsruher Polizeipräsidiums ein vermehrtes
Anzeigenaufkommen von diesen Erpresser-E-Mails zu verzeichnen, wobei
aktuell wohl erneut eine sogenannte Spam-Welle festzustellen ist. Die
Täter behaupten, den Computer der Betroffenen gehackt und einen
Trojaner installiert zu haben. Dieser soll es ihnen ermöglicht haben,
den Benutzer des Computers bei sexuellen Handlungen zu filmen (sog.
"Masturbationsvideos"). Die Veröffentlichung in sozialen Medien und
die Weiterleitung von pikanten Bildern an Familienangehörige und
E-Mailkontakte, soll das Opfer durch Zahlung eines bestimmten
Geldbetrages in Form der digitalen Währung Bitcoin abwenden. Hierbei
wurden bereits Beträge bis zu mehreren tausend Euro bzw. Dollar
gefordert.

Bisher sind glücklicherweise nur sehr vereinzelt die
Mail-Empfänger auf die Masche hereingefallen, wobei die Dunkelziffer
recht hoch sein dürfte. Dennoch sind bereits seit April diesen Jahres
beim Präsidium Karlsruhe über 200 solcher Fälle zur Anzeige gelangt.
Dabei wurden die betreffenden Mails bislang sehr allgemein gehalten,
wodurch sie auch an eine Vielzahl von Empfängern versendet werden
konnten. Zwischenzeitlich wurden schon reale Passwörter übermittelt
und die Adressaten allerdings auch schon mit ihren echten Namen
angeschrieben, was den Schluss zulässt, dass die Mailkonten
verschiedener Provider durch die Täter tatsächlich geknackt wurden.
Dem Präsidium Karlsruhe ist bislang kein Fall bekannt geworden, in
welchem die Erpresser tatsächlich Videomaterial an die E-Mailkontakte
des Opfers geschickt haben oder überhaupt im Besitz von pikanten
Bildern waren. Um die Empfänger unter Druck zu setzen und zur
Lösegeldzahlung zu drängen, wird in den betreffenden Mails davor
gewarnt, die Polizei zu kontaktieren und maximal drei Tage Zeit zur
Bezahlung gegeben. Das Polizeipräsidium Karlsruhe warnt davor, Mails
unbekannter Empfänger und insbesondere Anhänge zu öffnen, sondern
diese direkt zu löschen. Antworten Sie nicht auf die Mails, sondern
entfernen Sie sie auch aus dem Ordner der gelöschten Objekte. Gehen
Sie nicht auf die Forderungen ein und überweisen Sie kein Geld.
Außerdem sollten Passwörter unverzüglich geändert werden.

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