17.05.2022 15:53

Disput um Fernverkehrsverbindung

(Bad Krozingen/Müllheim) In einem gemeinsamen Schreiben an Verkehrsminister Winfried Hermann sowie an den CEO der DB Fernverkehr AG, Michael Peterson, fordern die Bürgermeister der Städte Bad Krozingen und Müllheim auch künftig eine Anbindung an den Schienenpersonenfernverkehr.

Damit verbunden ist die Forderung nach Beibehaltung der Haltestellen Bad Krozingen und Müllheim, insbesondere für die wichtige Fernverkehrsanbindung durch den IC „Baden-Kurier“.
Ihre Forderungen begründen die beiden Bürgermeister Volker Kieber und Martin Löffler mit der Notwendigkeit einer guten und verlässlichen Anbindung an den öffentlichen Personenfernverkehr für die 40.000 Einwohnerinnen und Einwohner der beiden Städte sowie die rund 100.000 Bürgerinnen und Bürger in den Einzugsgebieten der beiden Bahnhöfe in Müllheim und Bad Krozingen– gerade auch in den Randzeiten. Dies sei heutzutage nicht nur ein entscheidender Standortvorteil für die Wirtschaft, sondern gerade in den ländlich geprägten Räumen die Voraussetzung für eine breite Akzeptanz und Nutzung von Bus und Bahn durch die Bevölkerung, wie sie in dem Schreiben betonen.

Seitens der Deutschen Bahn gebe es bereits entsprechende Planungen, die im Zuge der Inbetriebnahme der Neubau-Strecke zwischen Wendlingen und Ulm sowie der damit verbundenen Umstellung auf ICE bereits für den Fahrplan 2023 auch den Wegfall der Fernverkehrshalte des IC Baden-Kuriers in den Städten Bad Krozingen und Müllheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vorsehen. Dies würden verschiedene
Nachfragen im Rahmen der Landesfahrplankonferenz sowie beim Konzern-Bevollmächtigten der DB AG für das Land Baden-Württemberg, Herrn Thorsten Krenz, vermuten lassen, so die Bürgermeister.
Dabei hätte der Wegfall des Haltepunktes der Inter-City-Züge 266 und 267 in Bad Krozingen und Müllheim für beide Städte eine wesentliche Verschlechterung der Anbindung an den Fernverkehr zur Folge, wie die Bürgermeister in dem Schreiben erläutern:
Aktuell hält der Intercity „Baden-Kurier“ in Bad Krozingen um 6:35 Uhr in Richtung München und um 21:24 Uhr aus München, in Müllheim entsprechend um 06:24 Uhr und 21:32 Uhr. Nach heutigem Stand verkehrt alle zwei Stunden eine schnelle Regionalexpress-Linie von Offenburg (teilweise Karlsruhe) nach Basel. Hierbei werden zwischen
Freiburg und Basel ausschließlich die Bahnhöfe in Bad Krozingen, Heitersheim, Müllheim und Weil am Rhein angefahren. Die erste Abfahrt dieser Linie in Freiburg in Richtung Süden erfolgt um 07:18 Uhr, die letzte Abfahrt ist bereits um 19:18 Uhr. Aus Sicht der Kommunen schließt der Baden-Verkehr, der im Wesentlichen der Trasse der Regionalexpresslinie folgt, mit seinen Abfahrten zu den Randzeiten eine bestehende Taktlücke im Nahverkehr für die Städte Müllheim und Bad Krozingen. Zugleich handele es sich um das einzige Zugpaar des Fernverkehrs, welches den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald direkt an den Fernverkehr anbindet und somit für den Geschäftsreiseverkehr und Tourismus in unserer Region eine entscheidende Rolle übernimmt.

Beide Bürgermeister machen zudem deutlich, dass es aus Sicht der Kommunen auch keine technische Begründung für den Wegfall der Haltestellen geben würde, denn sowohl in Bad Krozingen als auch in Müllheim wären alle technischen Voraussetzungen gegeben, um selbst bei einer baulichen Umstellung des Baden-Kuriers auf ein Fahrzeug
der Baureihe 403 (ICE3) einen Halt zu ermöglichen.

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