17.05.2020 09:19

Grenzübergang wieder geöffnet

(Sasbach) Der seit dem 16. März 2020 geschlossene deutsch-französische Grenzübergang zwischen Sasbach und Marckolsheim ist wieder offen: Kurz vor Mitternacht wurden die Absperrungen auf beiden Seiten beseitigt, so dass der Rhein seit Samstag, 16. Mai 2020 wieder überquert werden kann.

Dies ist zunächst Berufspendlern und Handwerkern vorbehalten, für die damit nach genau zwei Monaten Sperrung lange Umwege wegfallen. Auch aus einem „triftigen Grund“ – zum Beispiel für familiäre Angelegenheiten - kann die Grenze überquert werden, nicht jedoch für Fahrten zum Einkaufen, Tanken oder für Ausflüge. Dies ist nach derzeitigem Stand erst wieder nach dem 15. Juni 2020 möglich. Der Bundesgrenzschutz nimmt „temporäre Kontrollen“ vor, macht also Stichproben. Auch auf französischer Seite erfolgen Kontrollen.

„Wir freuen uns, dass die Grenze wieder offen ist“, äußerte sich Landrat Hanno Hurth am Samstagvormittag bei einem Treffen mit Bürgermeistern und Abgeordneten von beiden Rheinseiten mitten auf der Rheinbrücke sehr zufrieden „über diesen ersten Schritt, der gelungen ist“. Am späten Freitagabend hatten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei des Landratsamtes Emmendingen die Absperrbaken an den Zufahrten und an der Brücke beseitigt, auch auf der französischen Seite wurden die Absperrungen entfernt.

Die Grenzöffnung sei nur möglich geworden, betonte der Landrat, weil die Corona-Fallzahlen in der Region auf beiden Seiten zurückgegangen seien. „Wir hoffen, dass die gute Entwicklung anhält“.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß und sein französischer Kollege Antoine Herth, Mitglied der Nationalversammlung, zeigten sich ebenfalls erfreut über die Grenzöffnung. „Es war eine Belastung für Menschen“, id jetzt sowohl für Berufspendler als auch für regionale Unternehmen entfalle, resümierte Peter Weiß. Antoine Herth nutzte die Gelegenheit und bedankte sich, dass Deutschland das Nachbarland durch die Aufnahme von Corona-Patienten in deutschen Kliniken geholfen hatte. „Es ist wichtig, dass wir an Europa glauben. Die Krise kann nur überwunden werden, wenn wir zusammenarbeiten“, appellierte er.

Für den Sasbacher Bürgermeister Jürgen Scheidung und seinen französischen Kollegen Frédéric Pfliegersdoerffer aus Marckolsheim war die Begegnung auf der Brücke der erste persönliche Kontakt seit dem Frühjahr. Beide betonten die Notwendigkeit der weiteren Zusammenarbeit. "Die Krise ist noch nicht vorbei“, machte der Marckolsheimer Bürgermeister deutlich und Jürgen Scheiding meinte: „Was bisher selbstverständlich war, ist nicht mehr normal“. Jetzt gelte aber eines: „Wir schauen jetzt positiv in die Zukunft“.

Während sich die Politiker von beiden Seiten des Rheines mitten auf der Rheinbrücke vor einer kleinen Europafahne bei bestem Maiwetter über die Öffnung der Grenze freuten, passierten schon einige Fahrzeuge den deutsch-französischen Übergang.

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