18.02.2019 09:34

Preis für Naturtagebuch

(Gottenheim) Unbedingt schützenswert lautete das diesjährige Motto des Naturtagebuchs. Jedes Jahr werden für den Wettbewerb der BUNDjugend Baden-Württemberg hunderte Kinder zu Naturforschern. Die Kinder zwischen 8 und 12 nehmen dann die Natur ganz genau unter die Lupe und beobachten über mehrere Monate ein Tier, eine Pflanze oder einen Lebensraum. Ihre Beobachtungen und Erlebnisse halten sie in ihren kreativen Tagebüchern fest.

Die Kinder beobachten beispielsweise das Leben in und um einem Apfel- oder Pfirsichbaum. Oder legen sich geduldig auf die Pirsch, um eine Gottesanbeterin oder einen Biber zu erspähen. Andere bauen Schatzkisten für ihre Sammelstücke aus der Natur. Unbedingt schützenswert eben! Jetzt sind die erstplatzierten Kinder im Stuttgarter Linden Museum ausgezeichnet worden.

„Insgesamt werden 134 NaturforscherInnen ausgelobt, die besondere Naturtagebücher beim Naturtagebuch-Wettbewerb 2018 eingereicht haben. Die Kinder haben bei dem Aufsuchen Ihres Beobachtungsortes aus unterschiedlichsten Perspektiven eine aktive Begegnung mit der Natur und stellen durch ihre intensive Beobachtung ihrer Phänomene und Dynamik dies in aller Vielfalt in den Tagebüchern dar“, so Minister Franz Untersteller, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bei der Preisverleihung.

Gut 900 Kinder haben bei der 26. Ausgabe des Naturtagebuch-Landeswettbewerb der BUNDjugend Baden-Württemberg aktiv mitgemacht. Jetzt hat die Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg, Brigitte Dahlbender, die Preise und Urkunden an die Kinder verliehen. Einen ersten Preis haben 83 Kinder in den Kategorien Einzel-, Gruppen- und Schulklassen-Wettbewerb erhalten. Die erstplatzierten Tagebücher waren bei der Preisverleihung in einer Ausstellung zu sehen. Die 51 Zweitplatzierten erhalten ihre Preise und Urkunden per Post.

Die promovierte Biologin und Landeschefin des BUND, Brigitte Dahlbender, sagt bei der Preisverleihung über die ausgezeichneten Naturtagebücher: „Die Beobachtungen und Erlebnisse, die die Kinder aus der Natur schöpfen, sind beeindruckend. Die Naturtagebücher sind richtige Schätze. Der Naturtagebuch-Wettbewerb hat dazu geführt, dass sich in den vergangenen 26 Jahren Tausende Kinder mit der Natur beschäftigt haben. So leistet die BUNDjugend mit dem Wettbewerb einen immens wichtigen Beitrag zur Umweltbildung. Denn was man als Kind kennen und zu schätzen lernt, schützt man dann später auch als Erwachsener. Kinder sind die Naturschützer*innen von morgen.“

Sebastian Sladek, Geschäftsführer der Elektrizitätswerke Schönau, blickt aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive auf das Naturtagebuch: „Ich bin von euren Naturtagebüchern wieder sehr beeindruckt: Ihr schaut ganz genau hin. Keine scheinbare Kleinigkeit ist für euch bedeutungslos. Und ihr engagiert euch dafür, dass die Natur geschützt wird. Ich muss euch sagen: Mir macht das Mut für unsere Zukunft. Es ist gut zu wissen, dass es Kinder wie euch gibt, die besser mit unserer bedrohten Natur umgehen als das viele Erwachsene tun. Hoffentlich nehmen sich viele ein Beispiel an euch.“

Zu den GewinnerInnen gehört Rebecca Huber, 10 Jahre, aus Gottenheim . Für sie sind Gottesanbeterinnen unbedingt schützenswert. Sie hat nicht aufgegeben und schließlich die gut getarnten Insekten auch erspähen können. Rebecca schreibt in ihr Tagebuch: „Obwohl es schon mein 5. Naturtagebuch ist, war es das schwerste. Gottesanbeterinnen sind Meisterinnen der Tarnung und somit schwer zu entdecken. Oh je, braucht man da Geduld.“ Rebecca ist erfolgreich und fügt den Texten eigene Erlebnisse, Beobachtungen und selbst gebastelte Gottesanbeterinnen aus Pappmaschee oder Perlen und Suchbilder bei.

Die Projektleiterin des Wettbewerbs Ladi Oblak sagt über den Wettbewerb: „Auch dieses Jahr erreichten uns wieder kreative und außergewöhnliche Naturtagebücher. Die Tagebücher zeigen uns, mit wie viel Begeisterung sich die Kinder mit der Natur beschäftigen und wie intensiv sie die Natur erlebt haben. Ich bin überzeugt: Diejenigen, die als Kinder ein Naturtagebuch führen, haben auch als Erwachsene einen ganz anderen Bezug zur Natur. Diese Menschen schauen einen Baum mit ganz anderen Augen an und werden sich als Erwachsene für Natur und Umwelt einsetzen.“

Die Begeisterung liest man auch aus den Tagebüchern der Kindergruppe des BUND in Maulbronn. Die Kinder vom BUND haben über verschiedene Themen der Natur geforscht: „Wir nutzen Becherlupen und versuchen, gefundene Tiere anhand der äußeren Merkmale zu bestimmen.“ Mit ihrem Naturtagebuch haben sie auch eine selbstgebaute Schatzkiste eingereicht. Darin haben sie Sammelstücke aus der Natur versteckt, mit allem, was für sie unbedingt schützenwert ist.

Hintergrund: Der Naturtagebuch-Wettbewerb der BUNDjugend Baden-Württemberg begeistert seit 1993 Kinder von 8 bis 12 Jahren für Natur und Naturschutz. Kinder, Kindergruppen und Schulklassen sind jedes Jahr aufgerufen sich ein Tier, eine Pflanze oder ein Biotop, ein Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu beobachten. Ihre Beobachtungen dokumentieren sie in ihrem Naturtagebuch. Das vierteljährlich erscheinende Manfred Mistkäfer Mitmach-Magazin ruft zum Wettbewerb auf und bietet Anregungen und Informationen nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern, Lehrer*innen und Gruppenleiter*innen. Der Wettbewerb wird seit 1993 durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert; auch 2018 mit 33.200 Euro.

Erstplatzierte Einzelkinder
Merle Bernstein aus Ostfildern im Landkreis Esslingen zum Thema „Apfelbaum“
Malte Bernstein aus Ostfildern im Landkreis Esslingen zum Thema „Apfelbaum“
Rebecca Huber aus Gottenheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zum Thema „Gottesanbeterin“
Linus Koch aus Westhausen im Ostalbkreis zum Thema „Biber“
Fabio Schwamberger aus Obersulm im Landkreis Heilbronn zum Thema „Pfirsichbaum“

Erstplatzierte Gruppen
Die Flip-Flop Gärtner aus Krauchenwies im Landkreis Sigmaringen zum Thema „Gartenarbeit“
Die BUND Kindergruppe Maulbronn aus Maulbronn im Enzkreis zum Thema „Unbedingt schützenswert“
Maja und Ida Spanke aus Steinen im Landkreis Lörrach zum Thema „Eulen“
Maja Spanke und Saskia Lange aus Steinen im Landkreis Lörrach zum Thema „Kann man mit Haaren eine Ölpest eindämmen?“

Erstplatzierte Klassen
Die 4. Klasse der Grundschule Engelsbrand aus Engelsbrand im Landkreis Enzkreis zu unterschiedlichen Themen: „Wasser“, „Schmetterlinge“, „Regenwürmer“, „Bienen“ und „Grashüpfer“
Die 2. Klasse der Grundschule Kollmarsreute aus Emmendingen im Landkreis Emmendingen zum Thema „Baumwiese“
Schüler*innen der 2. Klassenstufe der Grundschule Weststadt aus Ravensburg im Landkreis Ravensburg zum Thema „Erlebnisse der Natur-AG“

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