18.06.2019 11:14

Zweitägige Warnstreiks bei Banken

(Karlsruhe) Seit heute früh haben über 1.000 baden-württembergische Bankbeschäftigte für zwei Tage ihre Arbeit niedergelegt.

Dies sind bereits die Streiktage sieben und acht bei den Banken in Baden-Württemberg. Im Warnstreik sind heute und morgen Beschäftigte im
Raum Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim, sowie bei den beiden großen Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot.

Auf der zentralen Kundgebung in Ludwigsburg auf dem Rathausplatz sagte ver.di
Landesfachbereichsleiter Frank Hawel: „Mit diesen Warnstreiks wollen wir den
Arbeitgebern vor der fünften Verhandlungsrunde die Erwartungshaltung der
Beschäftigten in ihren Häusern unmissverständlich deutlich machen. Die systematische
Abwertung der Bank-Berufe durch die anvisierten fünf Jahre Reallohnverlust von 2017
bis 2021 ist unakzeptabel. Entlastung statt Entwertung ist das Gebot der Stunde.“

Das in der vierten Runde unterbreitete Gehaltsangebot der Arbeitgeber, das über die
Laufzeit 1,16 Prozent pro Jahr umfasst, weist ver.di entschieden zurück. Das
aktuelle Angebot besteht aus einer Erhöhung der Gehälter in drei Schritten: Nach
sechs Nullmonaten in 2019 soll eine Erhöhung um 1,7 Prozent ab dem 1. August 2019
sowie jeweils 1,2 Prozent ab dem 1. August 2020 und 1. August 2021 bei einer
Laufzeit von 36 Monaten erfolgen.

ver.di ruft die Beschäftigten vor der fünften Verhandlungsrunde des privaten und
öffentlichen Bankgewerbes am 3. Juli in Berlin auch bundesweit zu weiteren
Warnstreiks auf.


Kontakt: Frank Hawel 0151 15175268

ver.di fordert in der Tarifrunde für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und
öffentlichen Banken sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine entsprechende
Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft
eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in der Tarifrunde
neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und
Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bei den
Banken sehr rasch
und tiefgreifend, darum fordert ver.di einen verbindlichen Anspruch der
Beschäftigten auf Weiterbildung. Durch Rationalisierungen und ständige
Umstrukturierung ist die Arbeitsbelastung immer mehr angestiegen. Aus diesem Grund
fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits- und Entlastungstage. Um den
unterschiedlichen
Bedarfen der Beschäftigten gerecht zu werden, sollen die Bankbeschäftigten zwischen
Gehaltssteigerung oder Freizeit wählen können.