19.08.2019 14:05

Mehr Kindeswohlgefährdungen im Landkreis gemeldet

(Lörrach) Die Zahl der Meldungen von Kindeswohlgefährdungen ist im Jahr 2018 auch im Landkreis Lörrach leicht angestiegen.

Der Fachbereich Jugend & Familie des Landratsamtes erhielt 2018 insgesamt 140 Meldungen (2017 = 135) über Kindeswohlgefährdungen.
Nach jeder solchen Meldung prüfen die Fachkräfte eingehend und haben in 23 Fällen eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt, in 19 Fällen eine latente Kindeswohlgefährdung. In 52 Fällen wurde zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein Hilfebedarf und in 46 Fällen weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein Hilfebedarf festgestellt.
Aufgrund dieser Meldungen konnte in 94 Fällen Kindern oder Jugendlichen geholfen werden, sei es durch Beratung, sozialpädagogische Familienhilfe, einen Erziehungsbeistand oder Betreuungshelfer, eine sozialpädagogische Fördergruppe oder durch außerfamiliäre Betreuung und Erziehung.
Die Gründe für Kindeswohlgefährdungen im Jahr 2018 waren in 22 Fällen Vernachlässigung der jungen Menschen, in 16 Fällen körperliche Misshandlung, in 11 Fällen psychische Misshandlung und in einem Fall sexuelle Misshandlung.

Um das Kindeswohl möglichst umfassend im Blick zu behalten, sind die Sozialen Dienste des Fachbereichs Jugend & Familie intensiv vernetzt mit Kinderärzten, Kinderklinik, Polizei, Familienrichtern, Schulen, Schulsozialarbeitern. Besonders wichtig bleiben jedoch die Meldungen von Privatpersonen, also Bekannte, Nachbarn, Verwandte. Von diesen gingen beim Fachbereich Jugend & Familie 67 Gefährdungsmeldungen ein. Dadurch konnten 37 Kinder und Jugendliche unterstützt werden, weil aufmerksame und verantwortungsvolle Bürger nicht weggeschaut, sondern geholfen haben.

Inobhutnahmen

Im Jahr 2018 mussten insgesamt 252 junge Menschen, davon 155 unbegleitete junge Menschen, in Obhut genommen werden.
Die Anzahl der aufgrund von Kindeswohlgefährdung erfolgten „klassischen“ Inobhutnahmen ist damit leicht zurückgegangen, ungefähr auf den Wert des Jahres 2016. Die Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen jungen Menschen ist 2018 im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 stark zurückgegangen.

Schulung der Fachkräfte

Um die jeweilige Situation richtig einschätzen zu können, müssen die Fachkräfte der Sozialen Dienste einen geschulten Blick haben. Bereits seit 2009 führt das Landratsamt deshalb mehrmals jährlich Schulungen zur Gefährdungseinschätzung durch. Diese werden durch jährliche Schulungen zu einzelnen Gefährdungstatbeständen ergänzt.
Auch Vereine und Verbände im Landkreis werden im Rahmen des 2018 vom Jugendhilfeausschuss verabschiedeten Rahmenkonzepts Kinderschutz geschult.
Zusätzlich dazu nimmt der Fachbereich Jugend und Familie am Landesprojekt des Sozialministeriums zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz teil.

Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger, betroffene Kinder und Jugendliche, und für alle Fachkräfte, die mit Kinderschutz zu tun haben, gibt es unter www.loerrach-landkreis.de/kinderschutz.