26.11.2018 13:28

Warnung vor Betrug

(Waldshut-Tiengen) Die Zahlen lassen aufschrecken: 2017 war im Land Baden-Württemberg 1.955 Mal versucht worden, alte Menschen mit der Masche ...

Die Zahlen lassen aufschrecken: 2017 war im Land Baden-Württemberg
1.955 Mal versucht worden, alte Menschen mit der Masche "falscher
Polizeibeamter" am Telefon zu betrügen. Dabei ist ein finanzieller
Schaden in Höhe von knapp 5,3 Millionen Euro entstanden. Das Vorgehen
der meist international agierenden Täterbanden ist perfide: Die
Täter schafften es immer wieder, so Kriminalrat Achim Hummel vom
Referat Prävention des Polizeipräsidiums Freiburg, ältere Menschen am
Telefon zu verunsichern. Dabei geben sie sich beispielsweise als
Handwerker, Behördenangehörige, Enkel oder falsche Polizeibeamte aus,
um das ersparte Geld der verunsicherten und überrumpelten Menschen zu
erbeuten. Rhetorisch brillant und ausgestattet mit ausgetüftelten
Legenden schaffen es die Betrüger immer wieder, ältere Menschen um
ihr Erspartes zu bringen. Vergangene Woche stand in Heidelberg ein
Mann vor Gericht, der einer Seniorin 300.000 EURO abgenommen haben
soll. Die Frau war mit dem "Falschen-Polizeibeamten-Trick" übers Ohr
gehauen worden. Präventionsexperte Achim Hummel: "Die steigenden
Zahlen zwingen uns, neue Wege in der Verbrechensprävention zu gehen.
Und diesen Weg gehen wir neuerdings mit Partnern aus dem
Sozialbereich und der Wirtschaft sehr erfolgreich!"

Die Caritas Hochrhein unterstützt die Polizei

Ein großes Problem, so Präventionsexperte Hummel, ist es, mit den
polizeilichen Vorbeugungstipps an die gefährdeten alten Menschen zu
kommen. Diese leben oftmals zurückgezogen oder verfügen nicht über
die notwendige Mobilität, um an einer der zahlreichen öffentlichen
Präventionsveranstaltungen der Polizei teilzunehmen. Deshalb ist die
Freude im Polizeipräsidium Freiburg groß, dass mit der Caritas
Hochrhein ein regional verwurzelter Sozialdienstleister gefunden
wurde, der die Lücke zum gefährdeten Personenkreis schließen kann

Rolf Steinegger, Vorstand der Caritas Hochrhein, erfuhr von den
neuen Anstrengungen beim Polizeipräsidium Freiburg und bot die Hilfe
der Caritas an. Tagtäglich bestehen über die Sozialstationen St.
Verena (Waldshut-Tiengen), St. Martin (Bad Säckingen), Oberes
Wutachtal (Bonndorf), St. Blasien und Rheinfelden Kontakt zu älteren
Menschen. Sei es im Bereich der ambulanten Pflege, des Hausnotrufes
oder des Menübringdienstes. Da war es naheliegend, die polizeilichen
Botschaften zur Verbrechensvorbeugung zu transportieren. Ab sofort
verteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas Hochrhein
die Rote Karte gegen Anrufstraftaten. Auf der Karte ist zur Warnung
ein Telefon mit Gaunermaske aufgedruckt. Die Botschaft der Karte:
"Wissen Sie wirklich WER dran ist? Seien Sie misstrauisch am
Telefon!" Polizist Achim Hummel: "Wir wünschen uns, dass diese Karte
neben dem Telefon alter Menschen liegt, damit es jedes Mal auch im
Kopf klingelt, wenn das Telefon läutet." Neben der Roten Karte
verteilt die Caritas Hochrhein auch noch den Flyer "Vorsicht,
Abzocke!", in dem kurz und knackig die wichtigsten Tipps enthalten
sind: Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und
finanziellen Verhältnisse. Und: Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie
sofort über Notruf 110 die Polizei verständigen.

Jetzt trafen sich Rolf Steinegger, Vorstand der Caritas Hochrhein und Helmut Adolf, Präventionssachbearbeiter für den Landkreis Waldshut des Polizeipräsidiums Freiburg, auf der Geschäftsstelle der Caritas. Übergeben wurden dabei 1500 Rote Karten und genauso viele Flyer zum Thema "Vorsicht, Abzocke!" Kriminaloberkommissar Helmut Adolf: "Die Zusammenarbeit mit der Caritas Hochrhein ist ein Gewinn für uns alle. Für die Menschen in unserer Region und die Polizei". Und für die Caritas Hochrhein war es eine Selbstverständlichkeit zu helfen.

Das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Freiburg bietet
kostenlose Vorträge zur Verbrechensvorbeugung an. Telefon: 0761
2960825 (AB) oder freiburg.pp.praevention@polizei.bwl.de Weitere
Informationen:
https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/

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