29.01.2021 12:44

Arbeitsmarkt im Überblick

(Lörach/Waldshut-Tiengen) Im Januar steigt die Arbeitslosigkeit deutlich um rund 1000 Arbeitslose auf nunmehr 11.011 Personen an. Was auf den ersten Blick außergewöhnlich aussieht, zeigt sich auf den zweiten Blick als normale saisonale Entwicklung, wenngleich auf einem hohen Niveau.

Horst Eckert, Leiter der Lörracher Arbeitsagentur: „9 Prozent mehr Arbeitslose im Vergleich zum Dezember ist üblich, das erleben wir seit 10 Jahren in diesem Umfang. Der Lockdown im Dezember hat sich nicht in den Arbeitslosenzahlen niedergeschlagen. Allerdings kämpfen wir noch mit dem pandemiebedingten Anstieg vom Frühjahr 2020. Dies lässt sich nur langsam abbauen und wird uns sicher noch eine ganze Weile begleiten.“
In den Wintermonaten werden generell weniger Arbeitskräfte nachgefragt, die Stellenmeldungen liegen jedoch weiterhin in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Fast genauso viele Menschen nahmen eine Beschäftigung auf wie noch im letzten Jahr. „Das stimmt mich zuversichtlich, zeigt es mir doch, dass unsere Arbeitgeber mit Weitblick agieren und trotz unsicheren Zeiten Arbeitskräfte einstellen. Ein wenig Sorge bereitet mir allerdings, dass wir immer mehr junge Menschen bei uns gemeldet haben, die über keinen Berufsabschluss verfügen. Perspektivisch wird es durch Digitalisierung und Strukturwandel immer weniger Tätigkeiten geben, die sich an An- und Ungelernte richten. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften stetig an. Um jungen Menschen den Wert von Ausbildung zu vermitteln und dieses Potenzial nicht zu verlieren, richten wir unseren Fokus in diesem Jahr auf die Themen Ausbildung und Qualifizierung.

Arbeitslosenquote auf dem Niveau der Wirtschaftskrise 2009

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Lörrach ist gegenüber dem Dezember um 0,4 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei 4,9 Prozent. Vor der Corona-Krise lag die Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent. Das Land Baden-Württemberg weist eine Quote von 4,5 Prozent aus.

Arbeitslosigkeit nimmt in beiden Landkreisen zu

Im Januar wurden in den Landkreisen Lörrach und Waldshut 11.011 Arbeitslose gezählt. Im Landkreis Lörrach nahm die Arbeitslosigkeit um 582, im Landkreis Waldshut um 352 zu.
Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind Ältere und unter 25-Jährige
Bei jungen Menschen unter 25 Jahren nahm die Arbeitslosigkeit um 10 Prozent, bei Älteren über 55 Jahre um 9 Prozent zu.

Hohe Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hält an

Im Januar meldeten sich 2.457 Personen neu oder erneut arbeitslos. Davon kamen 1.444 Personen direkt aus Beschäftigung und damit nur 114 mehr als im Januar des Vorjahres. Gleichzeitig beendeten 1.518 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Davon nahmen 557 Personen eine Arbeit auf und damit nur 53 weniger als im letzten Jahr.

Nachfrage nach Arbeitskräfte nimmt saisonbedingt leicht ab, liegt aber auf dem Niveau des Vorjahres

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lörrach waren im Januar 2.307 Stellenangebote registriert. Im Berichtsmonat wurden 438 neue Arbeitsstellen gemeldet und damit nur 25 Stellen weniger als 2020.

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