29.01.2020 16:06

Info-Nachmittag „Leid und Unrecht in Einrichtungen von Psychiatrie und Behindertenhilfe in der Nachkriegszeit“

(Freiburg) Kinder und Jugendliche, die in der Nachkriegszeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie untergebracht waren, haben oftmals leidvolle Erfahrungen gemacht.

Auch in Baden-Württemberg leben Betroffene, die lange auf eine Anerkennung des Unrechts warten mussten. Um diese Menschen zu unterstützen, haben der Bund, die Länder und die Kirchen die Stiftung Anerkennung und Hilfe ins Leben gerufen. Seit 2017 können Betroffene bei der Stiftung Anträge auf eine Geldpauschale und Rentenersatzleistungen stellen.
Nun veranstalten das Landesarchiv Baden-Württemberg, die städtische Behindertenbeauftragte und der Sozialverband VdK Stuttgart einen Info-Nachmittag „Leid und Unrecht in Einrichtungen von Psychiatrie und Behindertenhilfe in der Nachkriegszeit“. Er findet am Mittwoch, 5. Februar, von 15 bis 17 Uhr im Großen Sitzungssaal im Rathaus im Stühlinger (Fehrenbachallee 12) statt.

Die Veranstaltung will umfassend über die Arbeit und Leistungen der Stiftung Anerkennung und Hilfe und des Dokumentationsprojekt Zwangsunterbringungen des Landesarchivs informieren. Sie soll Betroffene befähigen, zielgerichtet einen Antrag auf Anerkennungsleistungen zu stellen und das eigene Schicksal mit Hilfe des Landesarchivs aufzuarbeiten. Sie richtet sich an Betroffene, Interessenverbände, Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie an gesetzliche Betreuungspersonen, die ihre Klient/innen bei der Antragstellung unterstützen wollen.

In Baden-Württemberg wird die Arbeit der Stiftung flankiert von einem Dokumentationsprojekt des Landesarchivs Baden-Württemberg. Gefördert von der Baden-Württemberg-Stiftung, werden hier individuelle biografische Recherchen für Betroffene durchgeführt, die individuelle Aufarbeitung unterstützt und das Themenfeld regionalhistorisch erforscht. Das Projekt knüpft an die Erfolge des Projekts zur Aufarbeitung der Kinderheimerziehung in Baden-Württemberg an.

Eine Anmeldung für den Info-Nachmittag ist nicht notwendig. Die Veranstaltung ist kostenlos und barrierefrei.

Anzeigen
Anzeigen