29.01.2020 10:31

Vorarlbergs Wälder für den Klimawandel vorbereiten

(Satteins) Um für den Klimawandel bestmöglich gerüstet zu sein, hat der Landesforstdienst die Waldpflege zu einem Arbeitsschwerpunkt in diesem Jahr erklärt und den Maßnahmenplan „ZukunftWald2020“ erstellt. Ziel ist es, die Schaffung strukturreicher Mischwälder zu forcieren, die die besten Voraussetzungen haben, um den zu erwartenden klimatischen Veränderungen zu widerstehen. Zu diesem Zweck wird die Förderung aus dem Vorarlberger Waldfonds verbessert, so Landesrat Christian Gantner in einer Pressekonferenz mit Landesforstdirektor Andreas Amann und Waldvereins-Obmann Walter Amann in Satteins.

Mit den erhöhten Fördersätzen und zusätzlichen Begleitmaßnahmen soll die jährlich gepflegte Jungwaldfläche von derzeit ca. 100 Hektar mittelfristig auf 200-300 Hektar jährlich gesteigert werden. Dafür stellt das Land Vorarlberg heuer zusätzlich 240.000 Euro bereit. „Wir werden Waldeigentümer und Forstbetriebe gezielt über die neue Fördermöglichkeit zur Klimawandelanpassung der Wälder informieren und wollen sie von den Vorteilen einer rechtzeitigen Waldpflege überzeugen. Die Vorarlberger Waldaufseher spielen dabei eine Schlüsselrolle als Experten vor Ort mit besten Lokalkenntnissen“, betonte Landesrat Gantner.

Die Erhaltung gesunder Wälder und die Wahrung seiner natürlichen Funktionen ist im Hinblick auf den Klimawandel von entscheidender Bedeutung. Denn der Wald ist ein „CO2-Schlucker“, weiters lässt die zunehmende Belastung der Menschen durch extreme Hitze den Bedarf an Schatten und Erholung steigen. Auch der Wasserrückhalt ist immer wichtiger, um Trinkwasserreserven zu bilden und extreme Niederschläge zu puffern. „Sorgsame Waldbewirtschaftung und -pflege ist unverzichtbar, um überalterte Schutzwaldbestände zu verjüngen, den Verlust bestimmter Baumarten zu verhindern und die Stabilität der Wälder zu erhalten“, sagte Gantner.

Den Jungwald pflegen, stabile Mischwälder aufbauen

„Im Wald muss wie nirgendwo sonst generationenübergreifend gedacht werden“, erklärte Landesforstdirektor Andreas Amann. Mischwälder, die den jeweiligen Standortverhältnissen angepasst sind und aus mehreren Baumarten – auch Gastbaumarten wie die Douglasie – aufgebaut sind, seien am besten geeignet, um vor dem Hintergrund des Klimawandels alle Waldfunktionen zu erfüllen. Der Schlüssel zur Schaffung solcher Strukturen sei regelmäßige Waldpflege, die schon im Jungwald beginnt, denn je jünger ein Wald ist, desto größerer Einfluss kann auf seine zukünftige Entwicklung genommen werden, so Andreas Amann.

Waldvereinsobmann Walter Amann zeigte sich erfreut und dankbar für die rasche und unbürokratische Anpassung der Fördersätze für Waldpflegemaßnahmen durch das Land. Er verwies auf die zunehmend prekäre Ertragslage der Waldbewirtschafter, was Investitionen in Waldpflegemaßnahmen kaum mehr zulasse und vor allem die Beschäftigung von qualifiziertem Forstpersonal erschwere. „Solche Fachkräfte brauchen wir aber, weil die rechtzeitige und richtige Waldpflege entscheidend für die Klimawandelanpassung unserer Wälder ist.“

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