03.10.2021 11:54

Baumbesetzung im Eichwald

(Müllheim) Einige Bürger haben seit einigen Tagen Bäume im Eichwald Müllheim besetzt.

Es sind Menschen aus dem Umfeld der Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“, die nun mit Unterstützung von erfahrenen Waldaktivist*innen einige Bäume in der Abteilung 4 (Nähe Hoyerstännleweg) im Eichwald besetzt halten. Der Grund dafür ist, dass im genannten Gebiet bis zum ehemaligen Parkplatz „Blauen Blick“ weiter eingeschlagen werden soll.

Im Bereich unterhalb der besetzten Fläche wurden in den vergangenen Jahren bereits eine große Zahl alter Eichen und Buchen gefällt. Durch das Aufreißen des Kronendaches werden die Bestände destabilisiert, stärker der Trockenheit ausgesetzt und so letztendlich stark geschwächt. Auch der Eichwald zeigt bereits Folgen des Klimawandels, die durch die forstlichen Maßnahmen in den letzten Jahren noch verstärkt wurden. Durch die Entnahme geschädigter Bäume wird das Kronendach weiter aufgerissen, sodass Sonne und Hitze ungehindert auf die verbliebenen Bäume treffen und diese schädigen. Es entsteht ein Dominoeffekt, der durch Festhalten an gewohnten forstlichen Methoden nicht aufzuhalten ist.

Mit der Aktion wollen die Besetzer:innen die Müllheimer Öffentlichkeit auf den Missstand im Müllheimer Eichwald aufmerksam machen.

Die Mitglieder der Gruppe, die momentan Tag und Nacht auf den Bäumen kampieren, möchten mit ihrer Aktion darauf hinweisen, dass die momentane Lage zu unsicher sei, um stabile Wälder in Not zu bringen. Da in Müllheim alle Versuche gescheitert seien, etwas zu ändern, sehen sie keine andere Möglichkeit mehr, als einen Teil des Waldes zu besetzen. „Es ist eine Protestaktion, bevor das große Fällen los geht. Eine Mahnbesetzung, ein Zeichen dafür, dass wir uns nicht damit zufrieden geben, wie die Stadt mit uns umgeht und vor allem mit dem Wald“, so die AktivistInnen.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“ hat nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren versucht, einen fachlichen Dialog in Müllheim anzuregen. Die Veranstaltung im September 2019 war ein hoffnungsvoller Auftakt, die dort vereinbarten Folgegespräche mit Fachexperten wurden jedoch von Stadt und Forst ausgebremst. Die Entscheidungen des Gemeinderates zum Thema Wald in diesem Jahr zeige nach Ansicht der Protestierenden deutlich, dass das Interesse am Wald gering sei.

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