06.12.2018 09:03

Wanderausstellung

(Konstanz) Wer auf die Frage „Mann oder Frau?“ nicht eindeutig antworten kann, hat es schwer, wenn diese Frage direkt gestellt wird. Wie ...

Wer auf die Frage „Mann oder Frau?“ nicht eindeutig antworten kann, hat es schwer, wenn diese Frage direkt gestellt wird. Wie normiert unsere Vorstellungen von Individuen, Geschlecht und Sexualität in aller Regel sind, darauf soll die Wanderausstellung „Raum für … Über heteronormative Selbstverständlichkeiten“ aufmerksam machen, die Studierende der Universität Konstanz und der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) im Auftrag der jeweiligen Gleichstellungsreferate gestaltet haben. Sie wird erstmals vom 6. bis zum 19. Dezember 2018 in der Bibliothek der Universität Konstanz zu sehen sein. Eröffnet wird sie um 17.30 Uhr.
Spätestens seit der Debatte um eine dritte Toilette, neben der Damen- und Herren-Toilette, hat die Frage nach der Anzahl der Geschlechter und deren Bezeichnung den Mainstream erreicht. Gelassenheit im Umgang mit „anderen“ Geschlechterrollen, Lebenswegen und einer vielfältigen Sexualität scheint es dabei nicht zu geben, ganz so, als sei das Andere ein Angriff auf das Eigene. Und so kommt das Andere oft nicht mehr vor: Nicht in offiziellen Dokumenten, nicht im Diskurs und nicht in öffentlichen Räumen. Das hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf Minderheiten, sondern auch auf die ganze Gesellschaft. Gängige kulturelle, oft nicht hinterfragte Vorstellungen von Geschlecht und Körper, Familie und Sexualität drängen jeden, sich wie selbstverständlich anzupassen. Auch wenn es nicht passen sollte.
In der Ausstellung zeigen Studierende beider Konstanzer Hochschulen anhand verschiedener begehbar inszenierter „Denkräume“, wie machtvoll gesellschaftliche Ordnungen und konkrete Orte unsere sexuelle Identität einschränken oder ermöglichen: Sei es im Erleben und Teilen von Glücksmomenten, im sprachlichen Ausdruck, beim Recht auf körperliche Unversehrtheit, bei der Gestaltung und Achtung von Intimität und Beziehungen oder wenn es darum geht, als junger Mensch zu sich selbst zu finden. Die Räume weisen darauf hin, wie sehr wir meist schon in den Kategorien männlich, weiblich und nicht darüber hinaus denken können – aber auch darauf, was wir über sexuelle Identitäten hinweg gemeinsam haben und was allen verloren geht, wenn Denken, Empfinden und Handeln durch Heteronormativität bestimmt wird.
Studierende der Fachgebiete Kommunikationsdesign, Literatur- und Medienwissenschaft, Architektur und Gender Studies haben über drei Semester die Ausstellung erdacht und gestaltet. Im Rahmen einer Lehrveranstaltung wurden die Studierenden federführend von den beiden Lehrbeauftragten für Kommunikationsdesig Prof. Andreas P. Bechtold und Prof. Karin Kaiser von der HTWG sowie dem Literaturwissenschaftler Martin Schneider von der Universität Konstanz unterstützt.
Die Wanderausstellung ist 2019 an verschiedenen Orten zu sehen. Bei Interesse, die Ausstellung zu zeigen, kann das Gleichstellungsreferat der HTWG Konstanz kontaktiert werden.

Faktenübersicht:

Ausstellung „Raum für … Über heteronormative Selbstverständlichkeiten“ über die Vielfalt sexueller Identitäten
Konzipiert und gestaltet von Studierenden der Universität und HTWG Konstanz
Zu sehen vom 6. bis zum 19. Dezember 2018 in der Bibliothek der Universität Konstanz.
Eröffnung am 6. Dezember 2018 um 17.30 Uhr.

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