07.06.2019 09:18

Beste Landwirte gesucht

(Löffingen/Münstertal) Thomas Riesterer, Biolandwirt aus Münstertal, sowie Wolfram Wiggert, Energielandwirt aus Löffingen, zählen zu den besten 33 Landwirten im gesamten deutschsprachigen Raum.

Sie haben sich für den mit 10.000 Euro dotierten CeresAward qualifiziert, mit dem Landwirtinnen und Landwirte gewürdigt werden, die Außergewöhnliches leisten und dabei nachhaltig Verantwortung für Mitmenschen, Tiere und Umwelt übernehmen. Aktuell brechen die fachkundigen Juroren auf, um die 33 Kandidaten auf ihren Höfen in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz zu besuchen und zu beurteilen.

Der CeresAward gilt als die bedeutendste Auszeichnung in der Landwirtschaft. Vergeben wird er von agrarheute, der führenden Fachmedienmarke im Agrarbereich aus dem Hause dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Neben dem Gesamtsieger, dem Landwirt des Jahres, werden Sieger in elf Einzelkategorien (Ackerbauer, Biolandwirt, Energielandwirt, Fleischrinderhalter, Geflügelhalter, Geschäftsidee, Junglandwirt, Manager, Milchviehhalter, Schweinehalter und Unternehmerin) gekürt.

Mehr als 240 Landwirtinnen und Landwirte bewarben sich im sechsten Jahr des Awards um die begehrte Auszeichnung und übertrafen den Bewerberrekord des letzten Jahres somit erneut.
„Die große Begeisterung für den CeresAward – seitens der Landwirte, aber auch der Gesellschaft – ist bezeichnend für unsere Zeit. Das Interesse der Gesellschaft an Natur, Umwelt und Ernährung ist so hoch wie nie. Landwirte wollen zeigen, wie sie sich jeden Tag für ihre Mitmenschen, das Land und ihre Tiere einsetzen. Wir haben den CeresAward entwickelt, um den zahlreichen vorbildlichen Landwirten eine Bühne zu geben – vom Ackerbauer bis zur Unternehmerin. Sie geben der modernen Landwirtschaft ein Gesicht und klären durch viel Transparenz und Offenheit auf“, so Uwe Steffin, Chefredakteur agrarheute und Kopf des CeresAward zum Hintergrund des Formats.

Dass alle Kandidaten vielversprechende Anwärter auf die Titel sind, zeigen Umfang und Qualität der eingereichten Bewerbungsunterlagen. „Nicht wenige Bewerber haben Videos gedreht und die Unterlagen multimedial angereichert. Man sieht, dass viel Zeit und Liebe in die Erstellung der Bewerbungsunterlagen fließt“, ergänzt Steffin.

From-Nose-to-Tail am Berg

Der Bioland-Betrieb von Thomas Riesterer hat eine anspruchsvolle Lage – im südlichen Schwarzwald, auf über 1100 Metern. Dort oben bewirtschaftet der Familienvater 60 Hektar Bergland und hält bis zu 100 Weiderinder, die ihr gesamtes Leben auf dem Schindelmatthof verbringen – von der Geburt bis zur Schlachtung. Das Schlachten erledigt der 40-Jährige selbst, der Biobauer ist nämlich gelernter Metzger. Sein Anspruch: Jedes Tier wird komplett verwertet – vom Schwanz bis zur Nase. Das Fleisch vermarktet er ab Hof und online, natürlich in kompostierbarer Verpackung. Schließlich erklärt der Landwirt gerne, was er macht. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Denn der Hof liegt an einer beliebten Wanderroute. Und so lernen Menschen quasi im Vorbeigehen, wie eine tiergerechte Mutterkuhhaltung funktioniert. Mehr Informationen unter: www.schindelmatthof.de und www.facebook/Schindelmatthof.

Bio-Strom aus dem Schwarzwald

Rund 500 ha bewirtschaftet der Haslachhof in Löffingen im Schwarzwald. Und das ökologisch. Betriebszweige sind Marktfruchtbau, Mutterkuhhaltung und schließlich die Energieerzeugung. Die Biogasanlage erzeugt umweltfreundlichen Strom und Wärme, ein Teil geht direkt ins städtische Nahwärmenetz. Fast aller Input für die Anlage kommt vom Hof von Wolfram Wiggert. Dabei nutzt er das für die Fruchtfolge notwendige Luzerne-Gras. Anschließend werden mit den Gärresten Marktfrüchte wie Einkorn oder Hafer gedüngt. Eine Mutterkuhherde mit 35 Hinterwäldern mit Direktvermarktung des Fleisches rundet das Betriebskonzept ab. Ein weiterer Ansatz ist die CO2-Speicherung durch den Humusaufbau. Der Verkauf von CO2-Zertifikaten trägt zusätzlich zum Unternehmensgewinn bei. Mehr Informationen unter: www.haslachhof.de und www.facebook.com/Haslachhof-Löffingen-212103685957350/.

Mit insgesamt sieben Finalisten wird Baden-Württemberg auf der „Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin am stärksten vertreten sein. Aus Baden-Württemberg ebenfalls nominiert sind:

Carolin Dietz aus 72474 Harthausen in der Kategorie „Biolandwirt“,

Philipp Duelli aus 88271 Wilhelmsdorf-Pfrungen in der Kategorie „Fleischrinderhalter“,

Linda Kelly aus 88634 Herdwangen in der Kategorie „Unternehmerin“,

Conny Lehr aus 97980 Markelsheim in der Kategorie „Unternehmerin“,

Michael Müller aus 88410 Bad Wurzach in der Kategorie „Energielandwirt“.

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