07.06.2019 14:09

Meret Oppenheim-Platz ist eröffnet

(Basel) Der Platz südlich des Bahnhofs Basel SBB steht ab sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung. Herzstück und Blickfang bilden der Brunnen und die Skulptur der international bedeutenden Schweizer Künstlerin Meret Oppenheim. Das direkt an den Bahnhof angrenzende Gundeldinger Quartier erhält einen neuen Begegnungsort und wird enger an den Bahnhof angebunden.

Seit Anfang 2019 wird das von Herzog & de Meuron entworfene Meret Oppenheim Hochhaus bezogen. Heute ist der neben dem Hochhaus liegende Meret Oppenheim-Platz mit dem Brunnen und der Skulptur «Die Spirale (der Gang der Natur)» der 1985 verstorbenen Schweizer Künstlerin Meret Oppenheim feierlich eingeweiht worden. Gleichzeitig hat die SBB dem Kanton Basel-Stadt das Kunstwerk von Meret Oppenheim übergeben. Der Platz schafft einen neuen Begegnungs- und Aufenthaltsort im Gundeldinger Quartier und bindet dieses noch enger an den Bahnhof an. Mit dem zweitgrössten Brunnen der Stadt erhält das Stadtgebiet auf der Südseite des Bahnhofs neue Ausstrahlungskraft und wird aufgewertet. Der Platz mit dem neuen Brunnen, diversen Sitzgelegenheiten unter und neben den neu gepflanzten Bäumen und Grünflächen lädt zum Verweilen ein.

Die Brunnenskulptur von Meret Oppenheim

Die Benennung des Ortes nach Meret Oppenheim unterstreicht die Verbundenheit der Stadt Basel mit der wegweisenden Künstlerin, die in den vergangenen Jahrzehnten zum Rollenvorbild vieler jüngerer Zeitgenossinnen avanciert ist. Brunnen nehmen in ihrem Werk eine wichtige Stellung ein. So entstand 2015 auf Initiative von Jacques Herzog und Pierre de Meuron die Idee, den Platz mit einem Brunnen und einer posthumen Vervielfältigung der Skulptur «Die Spirale (der Gang der Natur)» aufzuwerten. Im Auftrag der SBB entwarf Herzog & de Meuron gemeinsam mit Westpol Landschaftsarchitekten den Platz und das Brunnenbecken für die Skulptur. Die Produktion des Kunstwerkes wurde begleitet durch die bekannte Kuratorin und Meret Oppenheim-Expertin Bice Curiger und durch Erbinnen und Erben der Künstlerin. Finanziert wurde das Kunstwerk mit Mitteln aus dem Swisslos-Fonds Basel-Stadt und einer privaten, anonymen Spende. Für Bice Curiger steht ausser Frage, dass sich Meret Oppenheim über das Engagement der Basler und die Vorstellung, auf diesem Platz mit ihrer Skulptur präsent zu sein, sehr gefreut hätte, wie sie anlässlich der Einweihung sagte.

Wohnen und Arbeiten am Meret Oppenheim-Platz 1

Vom Erdgeschoss bis in den fünften Stock des Meret Oppenheim-Hochhauses befinden sich Büro- und Gewerbeflächen. Hauptmieter ist das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), welches die Flächen vom Erdgeschoss bis ins dritte Obergeschoss bezogen hat. Im Erdgeschoss auf der Seite des Meret Oppenheim-Platzes eröffnete Anfang Mai das Restaurant tibits. Über dem fünften Stockwerk befinden sich über 150 Wohnungen.

Die Skulptur «Die Spirale (der Gang der Natur)»

Die Skulptur ist eine posthume Vervielfältigung des Werks «La Spirale» (1971/1977, Nummer 8/8, Werk-Nr. AA 21a) mit der Zustimmung und unter Aufsicht der Erben im Nachlass von Meret Oppenheim: Martin A. Bühler, Peter Schulthess, Birgit Wenger-Riesser.

Meret Oppenheim

Meret Oppenheim (1913-1985) ging in Basel zur Schule, blieb später mit der Stadt familiär verbunden und sprach auch ihren Dialekt. Brunnen nehmen im Werk der Surrealistin eine grosse Rolle ein: Das Spiralmotiv und Wasser bilden wichtige Elemente in ihrem Werk und zeugen von ihrem Hang, den Raum- und Zeitbegriff auch ins Kosmische und in die Traumwirklichkeit auszudehnen. Obwohl Meret Oppenheim erst relativ spät künstlerische Anerkennung zugekommen ist, gilt sie heute als eine der wichtigsten Schweizer Künstlerinnen.

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