08.04.2019 13:23

Warnstreik

(Karlsruhe) Am zweiten ganztägigen Warnstreik in Baden-Württemberg im Bankgewerbe beteiligen sich heute über 750 Beschäftigte der Banken im Raum Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim, nachdem bereits am Freitag über 800 bei den Bausparkassen Wüstenrot und Schwäbisch Hall die Arbeit niedergelegt hatten.

Damit nehmen die Beschäftigten im Land an bundesweit stattfindenden Warnstreiks teil, um den Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. April zu erhöhen. Anlass sind die
stockenden Tarifverhandlungen für die rund 200.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken.

Auf der Kundgebung in Stuttgart sagte ver.di Landesfachbereichsleiter Frank Hawel
vor der Zentrale der bestreikten LBBW, deren Analyst öffentlich bedauert hatte, dass
es mit dem deutschen Arbeitsrecht nicht einfach werde 30. 000 Stellen abzubauen
durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank: „Genau diese Denke ist es, die
auch die Tarifverhandlungen bestimmt, und gegen die sich wachsender Protest erhebt.
Wenn Beschäftigte für ihre Arbeitgeber nur noch und ausschließlich ein lästiger und
zu beseitigender Kostenfaktor sind, dann stimmt etwas Grundsätzliches nicht mehr.“

ver.di fordert in der Tarifrunde sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von
zwölf Monaten. Für Beschäftigte mit einer übertariflichen Bezahlung will ver.di eine
entsprechende Dynamisierung der Gehälter durchsetzen. Für Auszubildende fordert die
Gewerkschaft eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro. Des Weiteren will ver.di in
der Tarifrunde neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über
Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die
Arbeitswelt bei den Banken sehr rasch und tiefgreifend, darum fordert ver.di einen
verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung. Durch Rationalisierungen
und ständige Umstrukturierung ist die Arbeitsbelastung immer mehr angestiegen. Aus
diesem Grund fordert ver.di für alle Beschäftigten sechs Gesundheits– und
Entlastungstage. Um den unterschiedlichen Bedarfen der Beschäftigten gerecht zu
werden, sollen die Bankbeschäftigten zwischen Gehaltssteigerung oder Freizeit wählen
können.

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