08.08.2026 18:20

Amtsgericht wird bis 2031 neu gebaut

(Villingen-Schwenningen) Ein bedeutendes Zukunftsprojekt für Villingen-Schwenningen und die gesamte Region nimmt Gestalt an:

Amtsgericht wird bis 2031 neu gebaut

Mit der symbolischen Vertragsunterzeichnung haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Villingen-Schwenningen den offiziellen Startschuss für den Neubau des Amtsgerichts auf dem Gelände der Alten Tonhalle gegeben. Rund 50 Millionen Euro investiert das Land in das moderne Justizzentrum, das bis 2031 entstehen und mehrere bislang über das Stadtgebiet verteilte Standorte unter einem Dach vereinen soll.



Zur Vertragsunterzeichnung kamen Staatssekretär Siegfried Lorek vom Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg, Oberbürgermeister Jürgen Roth, der Direktor des Amtsgerichts Villingen-Schwenningen, Marc Gerster, die Vizepräsidentin des Landgerichts Konstanz, Sandra Schmieder, die Leiterin des Amts Vermögen und Bau Konstanz, Sieglinde Neyer-Bedenk sowie der Landtagsabgeordnete Andreas Braun zusammen.



„Der Neubau des Amtsgerichts ist ein bedeutender Schritt, um die Justiz des Landes hier vor Ort jetzt und in Zukunft stark aufzustellen. In dem neuen, modernen Gebäude können wir zum Beispiel den Bedarfen an die notwendigen Sicherheitsstandards besser gerecht werden. Ich danke allen am Projekt Beteiligten für den großen Einsatz“, betonte Staatssekretär Siegfried Lorek.



Auch Oberbürgermeister Jürgen Roth sieht in dem Projekt einen großen Gewinn für die Stadt: „Die großen Anstrengungen darum, dass dieses wichtige Projekt im Nachtragshaushalt aufgenommen wird, haben sich gelohnt. Dafür will ich mich beim Land ausdrücklich bedanken. Villingen-Schwenningen ist und bleibt Zentrum der Justiz Baden-Württemberg, die mit dem Neubau eine ideale Lage erhält. Damit einher geht für uns auch eine positive städtebauliche Entwicklung und ich erhoffe mir entsprechende Effekte für die Entwicklung des restlichen Teilstückes.“



Das neue Amtsgericht entsteht auf einer bislang ungenutzten Teilfläche des ehemaligen Tonhallenareals. Der Neubau wird in nachhaltiger Holzbauweise errichtet und als U-förmiger Gebäudekomplex gestaltet. Geplant sind mehrere Sitzungssäle, darunter ein großer Sitzungssaal mit rund 200 Quadratmetern Fläche, der auch umfangreiche Verfahren ermöglicht. Gleichzeitig wird das Gebäude den hohen Anforderungen an Sicherheit, Digitalisierung sowie Energie- und Klimaschutz gerecht.



Für die Beschäftigten und die tägliche Arbeit der Justiz bedeutet das Projekt einen wichtigen Modernisierungsschub. „Für die 165 Mitarbeiter entsteht hier auch ein moderner Arbeitsplatz. Wir verhandeln mittlerweile auch in Hybrid- oder reinen Online-Verhandlungen. Das neue Gebäude wird dafür bestens ausgestattet sein. Mit dem neuen Justizzentrum schaffen wir moderne Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige und bürgernahe Justiz. Die Bündelung der verschiedenen Einrichtungen an einem Standort stärkt die Zusammenarbeit und ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Justiz in der Region und ein Zeichen für einen starken Rechtsstaat“, erklärte Marc Gerster, Direktor des Amtsgerichtsdirektor Villingen-Schwenningen.



Mit der Planung und Umsetzung ist das Amt Vermögen und Bau Konstanz betraut. Dessen Leiterin Sieglinde Neyer-Bedenk betonte die Vorzüge des Standorts und des Gebäudekonzepts: „Der Standort auf dem Alten Tonhallenareal eignet sich ideal. Wir schaffen hier ein Gebäude, das sich sehr gut in die Umgebung einfügt. Es wird außerdem entsprechend dem Energie- und Klimaschutzkonzept des Landes mit Photovoltaik und weiteren nachhaltigen Komponenten ausgestattet. Es ist unser Auftrag, unsere Behörden gut unterzubringen – und das möchten wir bis 2031 schaffen.“



Auch der Landtagsabgeordnete Andreas Braun begrüßte die Entscheidung für den Neubau: „Die Investition von 50 Millionen Euro ist ein Wort für Villingen-Schwenningen und für die Region.“



Mit dem Neubau werden künftig das Hauptgebäude des Amtsgerichts in der Niederen Straße 94, die Nebengebäude in der Kronengasse 14 und der Schwenninger Straße 2 sowie die Außenstellen des Landgerichts Konstanz und der Staatsanwaltschaft Konstanz am Niederen Tor 3 an einem Standort zusammengeführt. Die Bündelung schafft kurze Wege, moderne Arbeitsbedingungen und optimale Voraussetzungen für die Anforderungen einer zeitgemäßen Justiz.



Gleichzeitig erhält das seit vielen Jahren brachliegende Alte Tonhallenareal eine neue Perspektive. Mit dem Neubau entsteht ein modernes und nachhaltiges Gebäude, das die Entwicklung des Quartiers voranbringt und die Rolle Villingen-Schwenningens als bedeutenden Justizstandort langfristig sichert.


Auf unserem Bild: Sieglinde Neyer-Bedenk, Leiterin des Amtes für Vermögen und Bau, Marc Gerster, Direktor des Amtsgerichts Villingen-Schwenningen, Landtagsabgeordneter Andreas Braun, Oberbürgermeister Jürgen Roth, Siegfried Lorek, Staatssekretär des Ministeriums für Justiz und Migration, sowie Sandra Schmieder, Vizepräsidentin des Landgerichts Konstanz (von links) kamen dazu in Villingen-Schwenningen zusammen.
Foto: Madlen Falke