Mehr Vorbereitung auf Hitze
(Dornbirn) Mehr Schatten und Bäume in der Stadt, kühle Orte an heißen Tagen, weniger versiegelte Flächen und ein guter Schutz vor ...
Mehr Schatten und Bäume in der Stadt, kühle Orte an heißen Tagen, weniger versiegelte Flächen und ein guter Schutz vor Starkregen und Hochwasser: Mit diesen und weiteren Maßnahmen bereitet sich Dornbirn auf die Folgen des Klimawandels vor. Vieles davon wird bereits umgesetzt. Mit der neuen Klimawandelanpassungsstrategie, die vom Stadtrat beschlossen wird, bündelt die Stadt diese Aktivitäten und zeigt auf, wo in den kommenden Jahren weitere Schritte notwendig sind.
Eine der großen Herausforderungen ist die zunehmende Hitze. Bäume und Grünflächen spenden Schatten und sorgen an heißen Tagen für Abkühlung. Entsiegelte Flächen heizen sich weniger stark auf und können gleichzeitig Regenwasser aufnehmen. Auch frei zugängliche kühle Orte sollen stärker berücksichtigt werden. Davon profitieren besonders ältere Menschen, Kinder und andere Personen, für die große Hitze eine besondere Belastung sein kann.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit Wasser. Bei Starkregen soll möglichst viel Wasser vor Ort aufgenommen und zurückgehalten werden. Bei längeren Trockenperioden gewinnt dagegen eine sichere Wasserversorgung zusätzlich an Bedeutung. Das in Dornbirn bereits eingesetzte Schwammstadtprinzip verbindet beide Aufgaben: Regenwasser wird vor Ort gespeichert und steht Bäumen und anderen Pflanzen länger zur Verfügung.
Veränderungen sind messbar
Wie deutlich sich das Klima bereits verändert hat, zeigen die Daten für das Dornbirner Rheintal. Die durchschnittliche Jahrestemperatur ist von 9,75 Grad im Zeitraum 1971 bis 2000 auf 10,61 Grad zwischen 1991 und 2020 gestiegen. Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung bei den Hitzetagen mit mehr als 30 Grad: Ihre Zahl stieg im Durchschnitt von 3,4 auf knapp neun Tage pro Jahr. Auch Tage mit besonders starken Niederschlägen haben zugenommen. Seit Beginn der 2000er-Jahre sind zudem etwas mehr längere Trockenperioden zu beobachten.
Dornbirn setzt bereits viele Maßnahmen um
Bei der Anpassung an den Klimawandel beginnt Dornbirn nicht bei null. Hochwasserschutz und Wasserversorgung, Baumpflanzungen, Entsiegelungen, die Pflege der Wälder sowie Gefahrenvorsorge und Katastrophenschutz gehören bereits heute zu den Aufgaben der Stadt.
So werden im Stadtgebiet jährlich rund 300 Bäume aus etwa 50 verschiedenen Arten gepflanzt. Bei Bauprojekten werden Möglichkeiten zur Begrünung und Entsiegelung genutzt. Auch das Schwammstadtprinzip kommt bereits zum Einsatz. Die neue Strategie führt diese bestehenden Aktivitäten zusammen und zeigt, wo weitere Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind.
13 neue Maßnahmen für die kommenden Jahre
Im Zuge der Klimawandelanpassungsstrategie wurden 13 neue Maßnahmen entwickelt. Dazu gehören unter anderem weitere Begrünungen und Entsiegelungen, Hitzevorsorge und kühle Orte, eine bessere Vernetzung von Grünräumen, die Hochwasservorsorge sowie der Schutz wichtiger Infrastruktur.
Die Strategie wurde von der Abteilung Klima, Umwelt, Land- und Forstwirtschaft gemeinsam mit der alpS GmbH erarbeitet. Fachabteilungen der Stadt und Expert:innen aus stadtnahen Betrieben waren in mehreren Workshops eingebunden. Insgesamt wurden neun Bereiche untersucht – von Bauen und Wohnen über Gesundheit, Land- und Forstwirtschaft sowie Stadtplanung und Verkehr bis zur Wasserwirtschaft. Die Strategie bildet den Rahmen für die weitere Arbeit. Die einzelnen Maßnahmen werden auf ihre Wirksamkeit, Machbarkeit und Kosten geprüft und Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Bürgermeister Markus Fäßler: „Die Folgen des Klimawandels sind auch in Dornbirn längst spürbar. Mehr heiße Tage und starke Regenfälle betreffen uns unmittelbar. Deshalb investieren wir schon heute in Bäume und Grünräume, in den Hochwasserschutz und eine sichere Wasserversorgung. Die neue Strategie hilft uns, diese Arbeit gezielt weiterzuführen und Dornbirn auch unter veränderten klimatischen Bedingungen lebenswert zu erhalten.“
Stadträtin Juliane Alton: „Viele Maßnahmen zur Klimawandelanpassung sind im Alltag ganz konkret spürbar: Ein Baum spendet Schatten, eine entsiegelte Fläche nimmt Regenwasser auf und ein kühler Ort bietet an heißen Tagen Erholung. Mit der Strategie schauen wir genau hin, wo Dornbirn besonders betroffen ist und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind. Damit schaffen wir eine gute Grundlage für die nächsten Schritte.“
Bild: Stadt Dornbirn
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