01.06.2020 11:08

Ausstellung zum Thema Stadtwald

(Freiburg) Was wäre Freiburg ohne seinen Wald? In der neuen Ausstellung des Waldhauses, „StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg“, ist der Stadtwald als Schatzkammer zu entdecken. Die Ausstellung öffnet am Dienstag, 2. Juni, ihre Pforten für die Öffentlichkeit.


Bürgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Präsentation vor den Medien hervor: „Selten waren so viele Menschen in unserem Stadtwald unterwegs wie in diesen Wochen. Gerade in Coronazeiten war und ist er unsere grüne Lunge. Mehr denn je erleben wir jetzt, welchen unschätzbaren Wert er für die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner hat. Und doch haben die wenigsten eine Vorstellung von seiner Geschichte oder seiner Ausdehnung. Das wollen wir mit dieser Ausstellung ändern.“

Anlässlich des Stadtjubiläums hatten sich das städtische Forstamt und das Waldhaus die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, 900 Jahre Waldgeschichte und die Leistungen von 5200 Hektar Stadtwald in einer Ausstellung zu präsentieren. Dabei gingen sie unzähligen Fragen nach, unter anderem: Wo zeigt sich der Wald in der Stadt? Was leistet er heute für die Freiburgerinnen und Freiburger? Und wer sorgt dafür, dass er all diese Leistungen erbringen kann?

Für Freiburg war der Wald schon immer wichtig. Der mittelalterliche Silberbergbau am Schauinsland und der Bau des Münsters sind hier nur zwei Beispiele von vielen. Jahrhundertelang trug er wesentlich zur Grundversorgung der Freiburger bei. Im 19. Jahrhundert begann die Karriere des Stadtwalds als Erholungs- und Freizeitort für die Bürgerinnen und Bürger Freiburgs sowie für eine zunehmende Zahl an Touristen. Doch auch in der Gegenwart ist der Wald für Freiburg wichtig. Er ist weiterhin Holzlieferant und Arbeitsplatz, Erholungs- und Freizeitort, Wasserspeicher und -filter. Er reinigt und kühlt die Luft, speichert CO2 und bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Die Ausstellung lädt zu einem Streifzug durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Stadtwalds ein. Er beginnt vor dem Waldhaus mit der Baumscheibe einer Eiche von 1815, deren Jahresringe von wichtigen Ereignissen seit dieser Zeit erzählen. Ebenfalls draußen kann man sich bei einem Zuwachsspiel aktiv mit der Holzproduktionsleistung des Stadtwalds messen.

Eine Großillustration im Treppenaufgang gibt einen anschaulichen Eindruck davon, dass Freiburgs Stadtwald vom tiefsten Punkt im Mooswald bis zum Schauinslandgipfel über 1000 Meter Höhenunterschied aufweist. Sie illustriert auch die Bedeutung der unterschiedlichen Vegetationszonen für die Baum- und Artenvielfalt. Als weiterer Höhepunkt ist eine Kopie der ersten detaillierten Forst- und Gemarkungskarte von 1782 zu bestaunen.

Acht geheimnisvolle Schatzschreine und drei Lauschkästen erwarten das Publikum in der „Waldschatzkammer“, bevor es mit altem und modernem Arbeitsgerät um das Thema Waldarbeit und Holztransport geht. Ein Holztransportschlitten, eine Zweimann-Motorsäge, Interviews mit Zeitzeugen und ein Film spiegeln auf eindrucksvolle Weise Erfahrungen und Entwicklungen aus vielen Jahrzehnten Waldarbeit bis in die Gegenwart wider.

Von langen Erfahrungen zeugt auch die Amtsstube mit Inventar aus dem Forstamt in der Günterstalstraße, das von 1937 bis 2016 nicht nur Dienst-, sondern auch Wohnsitz der Amtsleiter und ihrer Familien war. Auf zwei Telefonen geben Interviews aus verschiedenen Zeiten und Perspektiven einen Eindruck vom Leben und Arbeiten im Forstamt seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts.

Speziell um die Zukunft und die zentrale Rolle des Stadtwalds im Kontext des Klimawandels dreht sich alles in einem begehbaren Gewächshaus. Wer es bis jetzt nicht wusste, erfährt, wie der Wald als Kohlendioxidspeicher funktioniert und erhält Tipps, wie man sich im Alltag klimafreundlicher verhalten kann. In der letzten Station dürfen Groß und Klein ihre Eindrücke und Erfahrungen einbringen. In Zeiten von Google Maps können sie sich ganz analog auf einer großen Waldfreizeitkarte orientieren und ihre Lieblingsorte posten oder ihre Ideen zur Zukunft des Stadtwalds darstellen.

Das Waldhaus ist ab Dienstag, 2. Juni, dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Vor dem Besuch kann man sich unter www.waldhausfreiburg.de oder Tel. 0761/89647710 über die geltenden Hygiene- und Schutzauflagen informieren. Alle Besucher müssen einen MundNasen-Schutz tragen.