08.09.2020 11:37

Zwölf Schulen werden saniert

(Kehl) 23,8 Millionen Euro umfasst das Sanierungsprogramm für zwölf Kehler Schulen – bis Ende 2022 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit 6,3 Millionen Euro Zuschuss von Bund und Land fließen.

Mitgerechnet und mitgeplant ist dabei die Digitalisierung in den Schulen für rund 1,3 Millionen Euro. Zeit für Ferien bleibt nicht, Stillstand ist ausgeschlossen: In den städtischen Schulhäusern wird gebaut wie nie – meist sind mehrere Baufirmen zeitgleich im Haus und arbeiten Gewerke parallel ab. Für das städtische Gebäudemanagement und dessen Leiter Michael Heitzmann bedeutet das einen erheblichen Koordinierungsaufwand.



Das Einstein-Gymnasium



Das Treppenhaus von Block B ist mit Netzen verhangen: Die 16 auf dem Flachdach aufsitzenden Lichtkuppeln werden erneuert und abgedichtet. Keine leichte Aufgabe für die ausführende Firma, wie deren Chef Refat Cerkez erläutert: Seine Mitarbeiter hätten fast akrobatische Fähigkeiten gebraucht. Sieben Klassenzimmer, fünf Fachräume und zwei Vorbereitungsräume werden ebenfalls komplett saniert. Und das bedeutet: 750 Quadratmeter Bodenbeläge werden herausgerissen und neu verlegt, alle Heizkörper werden getauscht (und können später über eine Zentralsteuerung vom Rathaus bedient werden), Lücken für Bodendosen und Leitungskanäle werden in den Estrich gefräst, damit Leitungen und Anschlüsse zwischen Lehrerpult, Beamer, digitaler Tafel und Dokumentenkamera (dem digitalen Nachfolger des Tageslichtprojektors) gelegt werden können.

Bis zum Schuljahresbeginn sind dann zwei von drei Blöcken inklusive zugehörigem Atrium saniert und auf den Stand der Technik gebracht.

Die Kosten: Bis zum Schuljahresbeginn sind im Einstein-Gymnasium 3,5 Millionen Euro investiert; bis Ende 2022 werden es 6,1 Millionen Euro sein.

Die Guggenmos-Schule



Bereits seit Januar 2018 läuft die Sanierung der Guggenmos-Grundschule in der Kreuzmatt, die eigentlich einem Neubau gleichkommt. Noch sind die Handwerker in allen Stockwerken unterwegs, Kabel hängen von den Decken, Estriche werden gegossen, Treppen haben weder Beläge noch Geländer, die Malerarbeiten sind in vollem Gange. Dennoch ist bereits sichtbar, worauf sich die Sechs- bis Zehnjährigen vom 14. September an freuen dürfen: Die Räume sind lichtdurchflutet, Leseinseln laden zum Verweilen und Schmökern ein, außenliegender Sonnenschutz wird die Glasfassade in Richtung Süden verschatten, die Spielgeräte im Außengelände stehen zum großen Teil bereits ebenso wie die Bänke, die wie überdimensionale Buntstifte gestaltet sind. Die Josef-Guggenmos-Schule, wird von der schlechtesten Schule Kehls in die Klasse der schönsten Schulen Kehls aufsteigen, ist sich Michael Heitzmann sicher.

Die Kosten: 4,6 Millionen Euro



Die Söllingschule



In der zweizügigen Grundschule sind von acht Klassenräumen vier in Arbeit. Wände, Böden, Elektroinstallation – alles wird erneuert. Akustikdecken werden eingebaut und damit verbunden die für die Digitalisierung notwendige Infrastruktur. In allen Klassenräumen und Fluren werden sogenannte WLAN-Accesspoints eingerichtet, damit die Sölling-Grundschüler online gehen können. Wenn das neue Schuljahr beginnt, ziehen zwei Klassen in Container um, damit die nächsten beiden Räume saniert werden können. Und dann auch noch die beiden letzten.

Die Kosten: Im ersten Bauabschnitt werden Baumaßnahmen für rund 600 000 Euro umgesetzt. Für die weitere Sanierung fallen in den Jahren 2021 und 2022 weitere 1,6 Millionen Euro an.



Albert Schweitzer Schule



Während der Sommerferien wird an der Albert-Schweitzer-Schule die stark sanierungsbedürftige Außentreppe in Ordnung gebracht. Die Tragkonstruktion, bestehend aus Fundament und Tragbalken, bleibt bestehen und wird durch eine Betonsanierung runderneuert. Die Treppenstufen und Treppenpodestplatten wurden abgetragen und werden durch neue Platten und Stufen ersetzt. Der erste Teil der Holzfenster wird durch Alufenster mit dreifach Verglasung ausgetauscht.

Die Kosten: Für diesen Bauabschnitt fallen rund 300 000 Euro an.



Die Schule Goldscheuer



Die Sanierung der vier Klassenzimmer im sogenannten Pavillongebäude läuft auf Hochtouren und wird bis zum 14. September abgeschlossen sein. Da manche Arbeiten während der corona-bedingten Schulschließung bereits vorgezogen werden konnten, hat sich die Verwaltung vom Gemeinderat das Okay geholt, um alle acht Klassenräume noch in diesem Jahr fertigstellen zu können.

Die Kosten für die Innensanierung der acht Räume betragen rund 750 000 Euro.



Die Grundschule Auenheim



Altbausanierung ohne Überraschungen – gibt es nicht: Das zeigt sich auch bei der Grundschule in Auenheim. Erst als das Gerüst ans historische Schulhaus gestellt wurde, war zu erkennen, dass sich die Sandsteingewände teilweise von den Außenwänden gelöst hatten und bis zu drei Zentimeter breite Fugen entstanden sind. Ein Gewändepfosten hatte sich bereits soweit von der Hauswand entfernt, dass er komplett abgenommen und aufs Gerüst gelegt werden musste, berichtet Bauleiter Thorsten Luick. Zur Fenstermontagefirma musste neben dem Gipser auch noch ein Steinmetz hinzugezogen werden. Letzterer kümmert sich um die Gewände, bringt sie wieder in Position, sobald die alten Fenster ausgebaut sind und bevor die neuen Fenster eingebaut werden. Zwischendrin schließt der Gipser in den Fensternischen die Zwischenräume in den Bruchsteinmauern.

Der Plan, die 45 Fenster Stück für Stück am selben Tag aus- und einzubauen, war damit Makulatur. Manche Fensterdurchbrüche werden nun vorübergehend mit Pressspanplatten verschlossen. Weil noch in den Sommerferien die Caritas eine Betreuung für Grundschüler anbietet, müssen die ihren historischen Vorbildern nachempfundenen Sprossenfenster (mit Dreifachverglasung und Sonnenschutzfolie) sehr schnell eingebaut werden.

Gegen Ende der Sommerferien wird der Toilettenanbau an der Schule abgerissen. Die Arbeiten am Neubau können erst starten, wenn das neue Schuljahr bereits begonnen hat. Toiletten und Waschbecken finden die Grundschüler dann vorübergehend in einer Containeranlage hinter der Schule.

Die Kosten für den Fenstertausch und den neuen Anbau: 1,5 Millionen Euro.



Die Grundschule Leutesheim



Wie in der Söllingschule werden auch hier die Klassenzimmer in Zweierpaaren saniert. Allerdings liegen die beiden Räume, in den parallel gearbeitet wird, nicht neben-, sondern übereinander. Das liegt am Verlauf der Leitungen, erklärt Michael Heitzmann. Wie in der Söllingschule werden auch hier Container auf dem Schulgelände stehen, in denen zwei Klassen unterrichtet werden, bis die nächsten beiden Räume generalsaniert sind. Bis das Schuljahr 2021/2022 beginnt, werden mindestens vier, vielleicht aber auch bereits alle sechs Klassenzimmer auf dem neusten Stand sein, ist sich der Leiter des städtischen Gebäudemanagements sicher. Dafür werden die Böden herausgerissen, Wände ausgebessert und frisch gestrichen; die Elektroinstallation wird zusammen mit der Beleuchtung komplett erneuert und jedes Klassenzimmer mit CO2-Anzeigen ausgestattet, die Lehrern und Schülern melden, wenn gelüftet werden sollte.

In den Fluren wird der Leitungswust beseitigt, übrig bleiben nur die Kabel, die für die Versorgung der Gänge eine Funktion erfüllen. Und auch hier werden WLAN-Accesspoints eingerichtet. Aus Brandschutzgründen wird die Eingangstür um drei Glasfelder in Richtung Treppenhaus versetzt, das zur Aula hin durch eine Verglasung geschlossen wird. Auch im oberen Stockwerk wird eine Glaseinhausung dafür sorgen, dass der erste und zweite Rettungsweg unabhängig voneinander funktionieren. Bereits fertiggestellt, ist das barrierefreie WC im Eingangsbereich – zur Grundschule gehört auch die Außenklasse Funkelsterne der Astrid-Lindgren-Schule aus Hesselhurst.

Die Kosten: In der Schule Leutesheim werden bis Ende 2022 rund 1,77 Millionen Euro verbaut. Im Jahr 2020 stehen von dieser Bausumme rund 590 000 Euro zur Verfügung.

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