12.04.2020 10:33

Erzbischof Burger feiert das Osterfest im Münster

(Freiburg) Die Kraft der österlichen Botschaft, durch die Hoffnung über Perspektivlosigkeit siegt, hat der Freiburger Erzbischof Stephan ...

Die Kraft der österlichen Botschaft, durch die Hoffnung über Perspektivlosigkeit siegt, hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in den Mittelpunkt seiner Predigten in den Ostergottesdiensten (11./12.04) im Freiburger Münster gestellt.

In der gegenwärtigen Corona-Krise zeige sich, „wie Dunkelheit in unser Leben hineinkriecht“, sowohl bei denen, die direkt von der Krankheit betroffen sind, als auch bei denen, die wirtschaftliche Verluste erleiden, so der Erzbischof in seiner Predigt in der Osternacht (11.04.). Daneben, so erklärte er weiter, denke er persönlich aber auch an die Flüchtlinge in Syrien oder die Menschen im Libanon, die er auf seinen Reisen für Caritas und Misereor kennenlernen durfte: „Ich denke an all die Krisen- und Kriegsgebiete, deren Karfreitag seit Jahren andauert und bei denen sich noch kein Licht am Ende des Tunnels, geschweige denn am Ostermorgen zeigen will.“ Dabei stellte er eine Parallele zur Situation der Anhänger Jesu am Karfreitag fest: „Von einer Perspektive, von einem Ausstiegszenario aus dieser Finsternis und Depression war nicht die Rede. Das berühmte Licht am Ende des Tunnels war nicht erkennbar. Im Gegenteil, Sinnlosigkeit über das Geschehen machte sich breit.“

Doch die Auferstehung Jesu habe sich auch, so der Erzbischof, „zu einem Zeitpunkt, wo gefühlt nichts mehr geht, wo kein Ausweg in Sicht ist“, ereignet. Deshalb seien sich Christen bewusst, „dass auf Dunkelheit und Sorgen ein Neuanfang folgt, der eine ´Explosion der Lebensfreude` für uns beinhaltet, eine Hoffnung, die auch eine Corona-Krise mit ihren existenziellen Ängsten hinter sich lassen wird“. Nach Zeiten des Abstands, der Isolation, der Angst und Sorgen „will im Licht des Auferstandenen unser Miteinander ein gewandeltes sein, ein Leben, das sich auf Dauer in Solidarität und gegenseitigem Verständnis entfaltet, eingebunden in die göttliche Liebe, oder um noch einmal dieses Wort aufzugreifen, eingebunden mit Christus in eine Explosion der gemeinsamen Lebensfreude“.


Österliche Freiheit trotz äußerer Einschränkung

Auch in seiner Osterpredigt am Sonntag (12.04.) wies der Erzbischof darauf hin, dass man an Ostern ganz bewusst dem begegnen wolle, „der in unseren Herzen die eigene, auferlegte Begrenzung und Isolation und die daraus resultierenden Ängste und Befürchtungen durchbrechen kann und will.“

Der auferstandene Christus sei derjenige, „der uns Mut macht, zum Leben ja zu sagen, zum Leben in Freude und Friede, wie er ihn uns zusagt“. Die aktuelle Zeit bedeute zwar zum einen äußere Einschränkung, räume aber auf dem Hintergrund des Osterfestes die größtmögliche Freiheit ein, „zu wissen, zu einem Leben in Gott befreit zu sein, befreit von allen Ängsten, befreit davon, dieses irdische Leben nur mit den Einschränkungen von Leid, von unerfüllter Sehnsucht, von Krankheit und Tod erleben zu müssen“.

Der „Zustand der Einschränkungen, der verschlossenen Türen“ werde aber nicht erst überwunden mit der Aufhebung gesetzlicher Bestimmungen, so der Erzbischof, „sondern schon dann, wenn wir dem inneren Leben, wenn wir unserer Seele die Freiheit einräumen und zubilligen, die ihr von Gott gegeben ist. Diese österliche Freiheit leben wir, wenn wir uns in Liebe dem zuneigen, der uns schon immer zugeneigt war, gleich dem Johannes beim Abendmahl oder gleich einer Maria Magdalena, deren Lebensgeister neu geweckt sind, als er sie ruft.“


Reduzierte Liturgie der Ostergottesdienste

Aufgrund der Corona-Pandemie feierte der Erzbischof die Ostergottesdienste unter Ausschluss der Öffentlichkeit im kleinen Kreis der Mitglieder des Domkapitels und der liturgischen Dienste der Dompfarrei. Die Gläubigen des Erzbistums konnten die Gottesdienste über einen Livestream online mitfeiern.

Die übliche Gestaltung der Ostergottesdienste war in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Situation nur eingeschränkt möglich. So begann die Feier der Osternacht – ohne die gewohnte Versammlung am Osterfeuer auf dem Münsterplatz – beim Schöpfungsportal des Freiburger Münsters. Dort wurde an dem Osterfeuer in einer Feuerschale die Osterkerze entzündet. In einer kleinen Prozession durch das Münster wurde die Osterkerze feierlich in den Altarraum getragen.


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