13.09.2021 09:56

Mehr Sperrungen im Tunnel für Brandschutz

(Freiburg) Im Kappler-Tunnel und im Schützenalleetunnel kommt es auf der B 31 in Fahrtrichtung Freiburg oft zu Staus – zu oft. Allerdings am Montag zu Schulbeginn blieb bis etwa 10 Uhr alles normal. Lediglich die Beschilderung wurde geändert vor der Einfahrt auf 80, dann 60 und dann wieder 80.....

Aus Sicht der Verkehrssicherheit und des Brandschutzes besteht hier jedoch ein akutes Risiko. Das vor rund 20 Jahren installierte Sicherheitssystem ist darauf ausgelegt, dass der Verkehr nach vorne aus dem Tunnel abfließen kann, wenn es in der Röhre brennt. Bei einem Stau ist das aber nicht möglich. Die Stadtverwaltung muss deshalb umgehend auf diese Situation reagieren, um die Menschen bestmöglich zu schützen.

Es besteht Gefahr im Verzug

Die Sofortmaßnahme: Tunnel können temporär gesperrt werden

Um Stau im Tunnel zu vermeiden, sind ab Montag, 13. September, Sofortmaßnahmen erforderlich. Bei Staugefahr im Schützentunnel kann die B 31 in Fahrtrichtung Freiburg vor den Tunneln kurzzeitig ganz gesperrt werden. Der Verkehr im Tunnel wird in der Leitstelle von Mitarbeitern der Stadtverwaltung überwacht. Sobald Rückstau bis in den Tunnel droht, wird reagiert. Erster Schritt ist, dass das Tempo vor den Tunneln und in den Röhren reduziert wird. Vor den Tunnelanlagen und im Kappler Tunnel gilt dann zunächst ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern (statt 80) im Schützenalleetunnel gelten 40 Stundenkilometer als Höchstgeschwindigkeit (statt 60). Die Signalanlagen auf Höhe der Ausfahrt Littenweiler zeigen gelb. In der
nächsten Stufe schalten diese Warnleuchten auf Rot. Dann werden die
Schranken heruntergelassen, die kurz hinter den Signalleuchten
stehen. Die Bundesstraße wird dann für einige Minuten gesperrt, bis
keine Staugefahr im Tunnel mehr besteht. Danach werden die
Schranken wieder geöffnet, die Sicherheitsmaßnahmen schrittweise
zurückgenommen. Erfahrungsgemäß kommt es vor allem morgens und
am Nachmittag und frühen Abend zu Staus, wenn besonders viele
Berufspendler unterwegs sind.

Hintergrund: Woher die neue Einschätzung kommt

Im jährlich stattfindenden Sicherheitsaudit wurde durch einen externen
Sicherheitsbeauftragten die neue Einschätzung festgestellt. Demnach
ist die Brandlüftung nur für flüssigen oder stockenden Verkehr
konzipiert. Die Risiken sind demnach zu hoch, es muss reagiert
werden. Es besteht aus Sicht des Experten unmittelbarer
Handlungsbedarf. Auf die Einschätzung des Sicherheitsexperten wurde
bereits reagiert. die 24-Stunden-Tunnelüberwachung wurde intensiviert.
Bei Staugefahr werden die Anzeigen für die zulässige
Höchstgeschwindigkeit umgestellt. Im Kappler Tunnel gilt dann Tempo
60 im Schützenalleetunnel Tempo 40. An der Tunneleinfahrt warnen die
gelben Blinklichter. Während der Ferienzeit waren diese Maßnahmen
ausreichend. Auf die Sperrung der B31 konnte während der
Sommerferien noch verzichtet werden. Denn zu Staus kommt es vor
allem im Berufsverkehr – in der Urlaubszeit sind aber deutlich weniger
Pendler unterwegs. Mit dem Ende der Ferien muss aber direkt reagiert
werden.

Mittelfristige Lösungen: Neue Technik möglich

Mittelfristig muss es eine andere Lösung geben: Hier werden von
Fachleuten derzeit noch verschiedene Optionen untersucht. Eine Ampel
in ausreichendem Abstand zum Tunnel könnte automatisch und
situationsgerecht regulieren, wie viel Verkehr in den Tunnel einfahren
darf. Diese Pförtner-Ampel vor der Anschlussstelle Littenweiler würde
dann automatisch eingreifen, wenn der Verkehrsdruck auf die Röhren
zu hoch ist. Verkehrsabhängige Blockabfertigung mithilfe
automatisierter Ampelsysteme vor Tunneln hat sich etwa in der
Schweiz bewährt. Langfristig könnte die Brandlüftung der
Tunnelröhren erneuert werden, sie würde auf die neuen Bedingungen
angepasst werden. Da die Stadt Freiburg den Tunnel für Das
Regierungspräsidium betreibt, wird eine Abstimmung der beiden
Behörden erfolgen.

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