14.05.2019 08:03

Abwärme aus der Stahlproduktion soll über die Grenze in Wärmenetze eingespeist werden

(Kehl) Die Eurométropole Strasbourg, die Stadt Kehl und die Badischen Stahlwerke (BSW) beabsichtigen, die industrielle Abwärme aus der Stahlproduktion der BSW in die Wärmenetze der beiden Grenzstädte Straßburg und Kehl einzuspeisen. Das Projekt wird von der Région Grand Est und dem Land Baden-Württemberg unterstützt. Weiterer Partner ist das Unternehmen BK Bioenergie, das für seinen Produktionsstandort in Kehl ebenfalls Abwärme der BSW nutzen will.

„Ein grenzüberschreitendes Projekt dieser Größenordnung ist nicht alltäglich und ein leuchtendes Beispiel für deutsch-französische Zusammenarbeit und Klimaschutz“, freute sich Umweltstaatssekretär Andre Baumann bei der heutigen Unterzeichnung des so genannten Letter of Intent auf dem Rhein. Es gebe zwar noch eine Reihe offener Fragen, so Baumann, „aber mit den Unterschriften unter die Absichtserklärung beginnt die konkrete Umsetzungsphase des Vorhabens. Das ist ein riesiger Schritt zu weniger Treibhausgasausstoß in der Region Straßburg-Kehl.“

Bereits in einem ersten Ausbauschritt sollen 45 Gigawatt Abwärme in das Straßburger Wärmenetz eingespeist sowie 35 Gigawatt an die BK Bioenergie geliefert werden. Nach und nach sollen dann das Wärmenetz der Stadt Kehl und weitere Wärmekunden im Hafen Kehl an die Wärmetrasse angeschlossen werden. Für das Straßburger Wärmenetz ist zudem vorgesehen, die Wärmeabnahme bei der BSW mittelfristig zu verdoppeln.

Zunächst soll jetzt eine Wärmetransportgesellschaft gegründet werden, die sich vor allem um die Finanzierung der Wärmetrasse und die Einkopplung der Abwärme ins Wärmenetz Straßburgs kümmern soll. Beteiligt daran sind die Stadt Kehl und das Land Baden-Württemberg auf deutscher sowie die Eurométropole Straßburg und die Région Grand Est auf französischer Seite.
Für das grenzüberschreitende Infrastrukturprojekt, das eine Rheinquerung beinhalten wird, ist eine mehrjährige Realisierungszeit vorgesehen.
Laut Machbarkeitsstudie sind dazu in der ersten Ausbaustufe Investitionen von rund 25 Millionen Euro nötig.

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