Erzdiözese verabschiedet Haushalt für 2026
Die Kirchensteuervertretung der Erzdiözese Freiburg hat am Samstag (13.12.) den Haushalt für das Jahr 2026 sowie den geprüften ...
Die Kirchensteuervertretung der Erzdiözese Freiburg hat am Samstag (13.12.) den Haushalt für das Jahr 2026 sowie den geprüften und uneingeschränkt testierten Jahresabschluss 2024 verabschiedet. Es ist der erste Haushalt für die neue Pfarreistruktur der Erzdiözese Freiburg im Rahmen der Kirchenentwicklung 2030. Angesichts deutlich sinkender Einnahmeerwartungen setzt die Erzdiözese auf eine vorausschauende und verantwortungsvolle Finanzplanung, die sich konsequent an den Zielen der Diözesanstrategie orientiert. Die Erzdiözese weist für 2026 Erträge von rund 622 Millionen Euro aus, hinzu kommt ein Finanzergebnis von 53 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von etwa 681 Millionen Euro gegenüber. Das daraus resultierende rechnerische Defizit von sieben Millionen Euro kann die Erzdiözese aus Rücklagen ausgleichen.
Finanzielle Stabilität trotz sinkender Einnahmen
Die Kirchensteuereinnahmen sinken gegenüber dem Vorjahr spürbar: Für 2026 werden 521,1 Millionen Euro erwartet, nach 586,1 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2025. Dieser Rückgang ist Ausdruck langfristiger Entwicklungen, die sich in Mitgliederzahlen und gesellschaftlichen Trends zeigen. Zudem trägt die prognostizierte Wirtschaftsentwicklung zum Rückgang der Einnahmen bei. Generalvikar Christoph Neubrand betonte, dass die Erzdiözese dennoch „zukunftssicher gestalten und zugleich verlässlich bleiben“ wolle. Die kommenden Jahre würden verstärkt von Konsolidierung geprägt sein; dennoch bleibe das Ziel, die zentralen kirchlichen Aufgaben nachhaltig zu sichern.
Starke Unterstützung für die Kirchengemeinden vor Ort
Ein wesentlicher Teil des Haushalts fließt direkt in die kirchliche Arbeit vor Ort. Insgesamt erhalten die Kirchengemeinden rund 245 Millionen Euro als ihren Anteil am Kirchensteuernettoaufkommen: 48,5 Prozent der Kirchensteuer fließen an die Gesamtheit der Kirchengemeinden, davon 44,5 Prozent in die unmittelbaren Schlüsselzuweisungen und 4 Prozent in den Bauförderfonds. Damit setzt die Erzdiözese auf Stabilität und Planungssicherheit für die neuen Pfarreistrukturen.
Die großen inhaltlichen Schwerpunkte des Haushalts orientieren sich an der Diözesanstrategie. Der Haushalt stärkt weiterhin die Seelsorge, also die pastoralen Grunddienste sowie die kirchliche Präsenz vor Ort. „Besonders wichtig ist uns, dass die Pfarreien vor Ort weiter gestaltungsfähig bleiben", so die Vorsitzende der Kirchensteuervertretung, Prof. Annette Bernards. Die Schlüsselzuweisungen bildeten dafür das Rückgrat, denn "sie ermöglichen Seelsorge, Stärkung der Gemeinschaft und konkrete Unterstützung dort, wo Menschen Kirche erleben. Und zugleich stärken sie die Subsidiarität.“
Bildung, Caritas und Klimaschutz weiter im Fokus
Die Bildungsarbeit – von Schulen über die Erwachsenenbildung bis zur Hochschulpastoral – bleibt mit hohen Gesamtaufwendungen genauso im Fokus wie der sozial-caritative Auftrag, für den die Erzdiözese bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel bereitgestellt hat. Parallel dazu wird der ökologische Kurs der Erzdiözese fortgeführt, unter anderem über die Photovoltaik-Offensive, die klimabezogenen Beratungsstrukturen der Stabsstelle Schöpfung und Umwelt sowie über die Energie GmbH. Die im Haushaltsplan hinterlegten Ansätze knüpfen an die Vorjahre an, in denen bereits umfangreiche Investitionen in Bildung, Klimaschutz und Kirchenentwicklung erfolgt sind.
Der größte Ausgabenblock bleibt der Personalbereich, der 2026 mit Löhnen und Gehältern in Höhe von 195,9 Millionen Euro sowie Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung von 67,4 Millionen Euro veranschlagt ist. Insgesamt belaufen sich die Personalkosten damit auf über 263 Millionen Euro. Sie bilden die Grundlage für die vielfältigen Dienste, die von den Mitarbeitenden in Pastoral, Caritas, Bildung und Verwaltung erbracht werden. Dass diese Angebote verlässlich bestehen können, ist auch dem Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher zu verdanken. Sie geben der Kirche ein Gesicht vor Ort und tragen wesentlich dazu bei, dass Seelsorge, Bildung und Caritas lebendig bleiben.
Weichenstellung für die kommenden Jahre
Der Haushalt 2026 stellt die Weichen für die kommenden Jahre. Die mittelfristige Ergebnisplanung zeigt zwar moderat steigende Erträge – etwa 527 Millionen Euro Kirchensteuer im Jahr 2027 –, doch reichen diese Zuwächse nicht aus, um die strukturellen Einnahmerückgänge vollständig aufzufangen. Vor diesem Hintergrund wird die Erzdiözese ihre Priorisierungen weiter schärfen müssen, ohne dabei den Kernauftrag aus den Augen zu verlieren. „Unsere Mitglieder erwarten, dass wir mit ihren Kirchensteuern sorgsam umgehen", so Annette Bernards, "und damit Dinge ermöglichen, die für die Gesellschaft wertvoll sind. Unser Haushalt folgt genau diesem Anspruch. Ich danke allen Kirchensteuerzahlenden ausdrücklich für ihren Beitrag. Er macht diese Arbeit überhaupt erst möglich.“
Mit dem neuen Haushalt unterstreicht die Erzdiözese Freiburg ihren Anspruch, transparent, verlässlich und zukunftsorientiert zu handeln. Sie macht deutlich, dass Konsolidierung nicht Rückzug bedeutet, sondern Konzentration: Die Erzdiözese wird weiterhin verlässlich in Seelsorge, Bildung und Caritas präsent sein und ihre Ressourcen dort investieren, wo Menschen Unterstützung und Begleitung benötigen.