22.02.2019 18:17

Sparkasse zufrieden mit Bilanz

(Freiburg) Die Sparkasse Freiburg - Nördlicher Breisgau hat heute vor Journalisten in Freiburg ihre Bilanz für das vergangene Jahr vorgestellt. Wichtigste Botschaft: Derzeit sind keine Schließungen von Filialen vorgesehen. Aber die Geschäfte im Umfeld von niedrigen Zinsen werden schwieriger.

Die Bilanzsumme der Sparkasse erhöhte sich 2018 um 4,6% bzw. 288 Mio. Euro und lag zum Jahresende bei 6.484 Mio. Euro (VJ: 6.196 Mio. Euro). Die deutliche Steigerung ist auf das starke Wachstum im Kredit- und Einlagengeschäft mit Kunden zurückzuführen.

Betreutes Kundenvolumen erreicht neuen Spitzenwert Aufgrund der Zuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft erhöhte sich auch das betreute Kundenvolumen der Sparkasse um 4,0% bzw. 446 Mio. Euro auf insgesamt 11.615 Mio. Euro (VJ: 11.169 Mio. Euro). Diese Summe setzt sich aus den Kundenkrediten, den Kundeneinlagen sowie den außerbilanziellen Wertpapieranlagen von Kunden zusammen.

Kreditgeschäft

Kundenkreditbestand erstmals über 5 Mrd. Euro: +4,5% Das Kreditgeschäft mit Kunden ist das bedeutendste Geschäftsfeld der Sparkasse. Über 75% der Sparkassenbilanzsumme entfällt auf das Kreditgeschäft mit regionalen Kunden. Der Vergleichswert des gesamten deutschen Kreditgewerbes liegt bei 50%. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Bestand an Kundenkrediten um 4,5% bzw. 219 Mio. Euro auf insgesamt 5.071 Mio. Euro (VJ: 4.852 Mio. Euro).

Neuer Rekordwert bei der Kreditnachfrage: 1,2 Mrd. Euro

Die sehr guten volkswirtschaftlichen und regionalen Rahmenbedingungen ließen die Kreditnachfrage bei der Sparkasse stark boomen. Insgesamt konnten neue Kreditverträge in Höhe von 1.209 Mio. Euro mit Kunden abgeschlossen werden. Das sind 10,5% bzw. 115 Mio. Euro mehr als im Vorjahr (1.094 Mio. Euro). Noch nie zuvor wurden so viele neue Kredite zugesagt wie im Jahr 2018.

14,4% mehr Sparkassen-Wohnungsbaudarlehen

Sehr attraktive Baufinanzierungskonditionen und die hohe Beratungskompetenz haben trotz weniger neuer Bauprojekte im Geschäftsgebiet, im vergangenen Jahr viele Kunden von der Sparkasse überzeugt. Die Nachfrage nach Baufinanzierungsdarlehen stieg 2018 um 14,4% bzw. 40 Mio. Euro auf 320 Mio. Euro (VJ: 280 Mio. Euro). Zusätzlich vermittelte die Sparkasse wohnwirtschaftliche Förderkredite im Volumen von 35 Mio. Euro. Im Interesse ihrer Kunden prüft die Sparkasse bei jeder Finanzierungsberatung auch die Möglichkeiten staatlicher Förderung.

Bauspargeschäft bestätigt die gute Entwicklung

Die Summe der neuen Bausparverträge erhöhte sich um 27,0% auf insgesamt 154,7 Mio. Euro (VJ: 121,8 Mio. Euro). Auch dies ist ein neuer Höchststand.

Auch im Firmenkreditgeschäft weiter steigende Nachfrage

Das gewerbliche Kreditgeschäft ist bei der Sparkasse traditionell überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Auch im vergangenen Jahr entfielen über zwei Drittel des Neukreditvolumens auf diesen Bereich. Die Kreditnachfrage in diesem Segment (ohne Wohnungsbaudarlehen) lag mit insgesamt 812 Mio. Euro im Jahr 2018 um 10,5% über dem Vorjahreswert (735 Mio. Euro).

Die Sparkasse konnte aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung allen vertretbaren Kreditwünschen ihrer Kunden uneingeschränkt nachkommen. Dank der robusten Verfassung der deutschen und insbesondere der regionalen Wirtschaft war die Risikosituation im Kreditgeschäft mit Privatkunden und gewerblichen Kunden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin entspannt.

Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft

Die Sparkassen-Beteiligungsgesellschaft (SBG) ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Sparkasse und stellt mittelständischen Unternehmen Beteiligungskapital zur Verfügung. Zum Jahresende 2018 hält die SBG 44 Beteiligungen an insgesamt 32 mittelständischen Unternehmensgruppen, die rund 2.300 Arbeitnehmer beschäftigen. 2018 wurden drei neue Beteiligungen über insgesamt 1,1 Mio. Euro gezeichnet. Für 2019 sind Beteiligungen in Höhe von 1,5 Mio. Euro geplant.

Einlagen- und Wertpapiergeschäft

Kundeneinlagen wachsen um 6,2%

Neben dem Kreditgeschäft ist das Einlagengeschäft das zweite Hauptgeschäftsfeld der Sparkasse. Die Kundengelder bilden die Grundlage für die gute Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft.
Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundeneinlagen auf 4.734 Mio. Euro und lag damit noch einmal um 6,2% bzw. 277 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Insbesondere sichere und flexible Anlagemöglichkeiten werden von den Kunden in Zeiten von Niedrigzinsen an Anspruch genommen.
Die seit Jahren andauernde Niedrigzinssituation stellen die Sparkasse und unsere Gesellschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Mehr denn je ist es deshalb Aufgabe der Sparkasse ihre Kunden über die Auswirkungen der Niedrigzinsen beispielsweise auf die Altersvorsorge aufzuklären und sie vollumfänglich - auch im Hinblick auf mögliche Anlagealternativen - zu beraten.

Wertpapiere: höherer Nettoabsatz bei geringerem Umsatz

Nach einen deutlichen Plus im Vorjahr, reduzierte sich der Kurswert aller Kundenwertpapiere im Geschäftsjahr 2018 um 2,7% bzw. 50 Mio. Euro auf 1.810 Mio. Euro (VJ: 1.860 Mio. Euro). Trotz eines insgesamt geringeren Wertpapierumsatzes (-23,2%), konnte der Nettoabsatz (Käufe abzüglich Verkäufe) aufgrund guter Verkaufszahlen gesteigert werden (+23,1%).

Ausgezeichnete Service- und Beratungsqualität

Erklärtes Ziel der Sparkasse ist der weitere Ausbau von Service und die stetige Verbesserung der Qualität in der Kundenberatung. Deshalb beauftragte sie zum ersten Mal das renommierte unabhängige Forschungsinstitut IMK (Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung GmbH), ein Spezialist für Serviceforschung in beratungsintensiven Branchen, die Beratungsqualität der Sparkasse zu testen. Anhand von knapp 50 anonymen Testberatungen über das gesamte Geschäftsgebiet hinweg wurden 140 Einzelkriterien dokumentiert und ausgewertet. Im Ergebnis wurde die Service- und Beratungsqualität mit „hervorragend“ ausgezeichnet. Der Beratungstest wird zukünftig regelmäßig wiederholt.

Digitalisierung

Digital vernetzt – Menschlich verbunden!

Die Sparkasse definiert sich über die Nähe zu ihren Kunden. Sie steht an insgesamt 47 Standorten im Geschäftsgebiet für die persönliche Beratung zur Verfügung. Neben weiteren 21 SB Standorten ist die Sparkasse auch über ihr modernes KundenServiceCenter, von Montag bis Freitag zwischen 8.00 und 22.00 Uhr, telefonisch für ihre Kunden erreichbar. Darüber hinaus bietet sowohl die Sparkassen-Internet-Filiale als auch die Sparkassen-App rund um die Uhr Zugang zur Sparkasse.
Die kostenlose Sparkassen-App ist heute die meistgenutzte Banking-App Deutschlands und wurde 2018 zum wiederholten Mal von Stiftung Warentest zum Testsieger gekürt. „Kwitt“ ermöglicht die direkte Überweisung von Handy zu Handy und per Fotoüberweisung können Rechnungen so einfach wie noch nie beglichen werden. Die Sparkasse-App unterstützt dabei innovative Sicherheitsverfahren wie chipTAN, smsTAN oder pushTAN. Darüber hinaus ist die Sparkassen-App sogar multibankenfähig. Das bedeutet: 1 App, auch bei mehreren Bankverbindungen.
Bereits seit Jahren bringen die Sparkassen digitale Innovationen in einfacher und verständlicher Form auf den Markt und haben sich zum Innovationsführer rund um das Girokonto entwickelt. 2018 waren die Sparkassen beispielsweise Vorreiter in der deutschen Kreditwirtschaft bei der Echtzeit-Überweisung und beim mobilen Bezahlen mit Android-Handys. Um den Vorsprung zu sichern, investiert die Sparkassen-Finanzgruppe in den nächsten drei Jahren rund eine Milliarde Euro in Digitalprojekte.

Wir begreifen die Digitalisierung als Chance. Wir wollen die Bank sein, die das Thema Digitalisierung und persönliche Beratung perfekt verbindet. Auch in Zukunft sind deshalb die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gesicht unserer Sparkasse und der persönliche Ansprechpartner für die Kunden. Denn keine App und keine Maschine kann menschliches Vertrauen entstehen lassen oder ersetzen.

Erfolgsrechnung

Rückläufiger Zinsüberschuss Die Summe der Erträge in Höhe von 163 Mio. Euro (VJ: 165 Mio. Euro) setzt sich aus dem Zinsüberschuss (111 Mio. Euro) und dem Provisionsergebnis inkl. sonstiger Erträge (52 Mio. Euro) zusammen. Der Zinsüberschuss, die Haupteinnahmequelle der Sparkasse, reduzierte sich damit leicht um 2 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Provisionsüberschuss blieb unverändert. Auch in den nächsten Jahren erwartet die Sparkasse weiter sinkende Zinserträge.

Unveränderte Personal- und Sachkosten

Trotz spürbarer Tariflohnanpassungen und allgemeinen Preissteigerungen konnten sowohl die Personal- (64 Mio. Euro) als auch die Sachaufwendungen (34 Mio. Euro) konstant gehalten werden. Die gesamten Verwaltungsaufwendungen (Personal- und Sachaufwand) beliefen sich unverändert auf 98 Mio. Euro.

Weniger Mitarbeiter/Innen – mehr Auszubildende

Zum Jahresende 2018 waren insgesamt 1.060 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VJ: 1.103) bei der Sparkasse beschäftigt. Der Rückgang bei den Beschäftigungszahlen ist ausschließlich auf die natürliche Fluktuation (Stichwort: Demografie) zurückzuführen.
Die Ausbildung junger Menschen hat hohe Priorität für die Sparkasse, da sie auch zukünftig qualifizierte Arbeitskräfte benötigt. Im Jahr 2018 begann für 30 junge Menschen die Ausbildung in der Sparkasse. Ferner wurden 18 Auszubildende, die ihre Ausbildung mit Erfolg beendeten, in das Angestelltenverhältnis übernommen. Die Gesamtzahl der Auszubildenden erhöhte sich 2018 um 10 auf insgesamt 60.

Gesellschaftliches Engagement

Mit einem breit aufgestellten gesellschaftlichen Engagement förderte die Sparkasse auch 2018 eine Vielzahl von Aktivitäten, Einrichtungen, Institutionen und Vereinen sowie Projekte in ihrem Geschäftsgebiet. Etwa 1.200 Einzelmaßnahmen in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport, Wissenschaft, Umwelt und Soziales sowie Veranstaltungen und Ausstellungen hat die Sparkasse mit rund 2,0 Mio. Euro unterstützt.
Neben zahlreichen Veranstaltungen wurden in unserem Geschäftsgebiet insgesamt auch 28 Ausstellungen gezeigt. Darunter die von der Sparkasse initiierten aufwendigen Großprojekte "As Years Go By - Rolling Stones Collection" und die Wanderausstellung "Die Zähringer. Mythos oder Wirklichkeit", letztere mit einem Rekord von rund 10.000 Besuchern.

Operatives Ergebnis geht leicht zurück

Die geringeren Zinsüberschüsse führen zu einem um 2 Mio. Euro niedrigeren operativen Ergebnis als im Vorjahr. Das operative Ergebnis (vor Bewertungsmaßnahmen) beläuft sich auf insgesamt 65 Mio. Euro.

Ergebnis vor Steuern auf Niveau des Vorjahres

Nach Berücksichtigung sämtlicher Bewertungsmaßnahmen sowie nach Dotierung der Reserven ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 26 Mio. Euro (VJ: 26 Mio. Euro). Daraus wird die Sparkasse für das Geschäftsjahr 2018 wieder rund 19 Mio. Euro an Steuern abführen (VJ: 19 Mio. Euro). Rund 9 Mio. Euro entfallen dabei auf die regionale Gewerbesteuer.

Stärkung des Eigenkapitals durch Gewinnzuführung

Nach Abzug der Steuern weist die Sparkasse wie im Vorjahr einen Jahresüberschuss von 7 Mio. Euro aus. Es ist geplant, den Jahresüberschuss wieder vollständig dem Eigenkapital zuzuführen, das sich danach auf 328 Mio. Euro beläuft. Die kontinuierliche Stärkung des Eigenkapitals ist zwingend notwendig, um weiterhin den Kreditbedarf der Region - auch vor dem Hintergrund der deutlich steigenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen - bedienen zu können.