22.02.2026 13:36

Fastenhirtenbrief 2026 veröffentlicht

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat zum ersten Sonntag der Fastenzeit (22. Februar) seinen Fastenhirtenbrief 2026 ...

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat zum ersten Sonntag der Fastenzeit (22. Februar) seinen Fastenhirtenbrief 2026 veröffentlicht. Darin weist er auf eine Konstante für Glaubende hin: auf den „Gott des Lebens, der bei uns ist, unabhängig davon, wie positiv oder negativ sich die jeweiligen Zeitumstände entwickeln“. Dieser Zuspruch, der von Gott selbst komme, gelte in persönlich existentiellen Fragen wie in gesellschaftlichen und kirchlichen Umbrüchen.



Besonders geht der Erzbischof auf den Umbruch in der Erzdiözese ein. Mit der veränderten Pfarreistruktur, die seit dem 1. Januar gilt, zeigten sich viele verunsichert. Veränderte Zuständigkeiten in der Verwaltung und in der pastoralen Arbeit beunruhigten manchen. Doch Ziel sei es, mehr Freiräume zu schaffen für die seelsorgerliche Arbeit und für das Miteinander der Gläubigen. Es gehe darum, „Zeit zu haben für Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, die um unsere Unterstützung bitten und unserer Hilfe bedürfen“.



Über den Sinn der Fastenzeit



Die Fastenzeit sei geeignet, die innere Haltung zu überprüfen und gegebenenfalls neu auszurichten. Die Gemeinschaft mit Gott stehe im Mittelpunkt. Diese sei auf vielfältige Weise gefährdet. Der Erzbischof verwies auf das Matthäusevangelium, Kapitel 4, in dem von drei Versuchungen berichtet wird, denen Jesus in der Wüste während seines 40-tägigen Fastens ausgesetzt war. Übertragen auf uns hier und heute bestehe die Gefahr, sich selbst als Heilsbringer zu stilisieren, sich wie Gott gebärden zu wollen.



Die zweite Versuchung liege darin, das eigene Schicksal – oder besser Gott – herauszufordern, in der irrigen Meinung, alle Vorhaben gelängen mit der Kraft des eigenen Durchsetzungsvermögens. Drittens sei man versucht, die eigene Seele zu verkaufen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Wer solcherart Allmachtsphantasien oder der reinen Selbstbezogenheit fröne, dem bleibe für einen ehrlichen und offenen Umgang mit Gott und den Mitmenschen nichts mehr übrig.



Die vor uns liegende österliche Bußzeit, so der Erzbischof, biete dagegen die Gelegenheit, „unsere innere Haltung zu prüfen“, sie könne „uns helfen, aus Gefahrenzonen herauszukommen“ – genau dazu wolle die Kirchenentwicklung 2030 letztlich auch beitragen.