23.02.2021 11:28

Bilanzsumme der Volksbank weiter gestiegen

(Freiburg) „Im Frühjahr waren die Sorgenfalten groß. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Geschäftsentwicklung der Bank, die Folgen für unsere Kunden und die Auswirkungen auf das laufende Bauvorhaben in der Bismarckallee waren kaum abzusehen“, resümiert Vorstandssprecher Uwe Barth das vergangene Jahr der Volksbank Freiburg.

„Dennoch sind wir angesichts der zurückliegenden Ereignisse und der aktuellen Situation sehr zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Wir mussten keine Mitarbeitenden in Kurzarbeit schicken, die staatlichen Hilfsmaßnahmen haben die Situation vieler Unternehmen erleichtert, das Bauvorhaben befindet sich nach wie vor im Plan“, so Barth weiter. Die Nachfrage nach Krediten hielt auch 2020 an. Das Zinsergebnis ist aufgrund der sich verschärfenden Niedrigzinsphase wie prognostiziert weiter gesunken. Durch das Wachstum in allen Kernbereichen der Bank liegt das Betriebsergebnis dennoch stabil auf Vorjahresniveau. Die Bilanzsumme der Volksbank ist im Jahr 2020 um 10,1 Prozent auf 3,69 Mrd. Euro (2019: 3,35 Mrd. Euro) gestiegen. Das betreute Kundenvolumen der Volksbank Freiburg ist um 9 Prozent auf 7,03 Mrd. Euro angewachsen. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kunden in Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen und im Versicherungsgeschäft. Bei den Kundenkrediten konnte eine deutliche Zunahme erzielt werden. Zum Jahresende beläuft sich der Bestand an bilanziellen Kundenkrediten auf 2,46 Mrd. Euro. Das entspricht einem Kreditwachstum von 7,6 Prozent. Insgesamt wurden Kredite in Höhe von 671 Mio. Euro neu vergeben. Der Anteil der Hilfskredite aufgrund der Pandemie betrug knapp über 5 Prozent der gesamten Kreditvergabe. Die bilanziellen Kundeneinlagensind im Jahr 2020 um 8,9 Prozent auf 2,74 Mrd. Euro gestiegen. Der Anstieg resultiert vor allem aus den Sichteinlagen der privaten und gewerblichen Kunden, die aufgrund der Pandemie ihre Liquidität an oberste Stelle gesetzt und teilweise Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben.

Ertragslage weiter stabil und auskömmlich

Das Zinsergebnis ist 2020 von 54,3 Mio. Euro auf 53,6 Mio. Euro wie prognostiziert gesunken. Durch Wachstum in den anderen Bereichen können die Auswirkungen der Niedrigzinsphase nicht vollständig aufgefangen werden. Dies wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Der bereits gute Vorjahreswert beim Provisionsergebnis konnte um 3,8 Prozent auf 25,2 Mio. Euro gesteigert werden. Das Provisionsergebnis wird maßgeblich durch den Zahlungsverkehr, das Wertpapiergeschäft, das Versicherungsgeschäft und die Kredit- und Immobilienvermittlung geprägt. Die Verwaltungsaufwendungen i.H.v. 48,5 Mio. Euro konnten zum Vorjahr (50,1 Mio. Euro) um 3,2 Prozent gesenkt werden. Dies ist ein wichtiger Baustein, um das sinkende Zinsergebnis zu kompensieren. Schwerpunkt der Investitionen war erneut das neue Verwaltungsgebäude in der Bismarckallee. Das Teilbetriebsergebnis konnte leicht auf 30,4 Mio. Euro (Vorjahr: 28,5 Mio. Euro) gesteigert werden. „Trotz Corona-Pandemie kann die Volksbank Freiburg ein weiter auskömmliches Teilbetriebsergebnis leicht über Vorjahresniveau ausweisen. Das gute Ergebnis hilft uns, gerade in der gegenwärtigen Krise mit vielen Unsicherheiten, das Eigenkapital weiter zu stärken“, so Vorstandssprecher Uwe Barth zu den wesentlichen Kennzahlen der Bank.

Steigerung der Eigenmittel

Die Volksbank Freiburg weist zum 31.12.2020 Eigenmittel in Höhe von 343 Mio. Euro aus –4,4 Mio. Euro mehr als 2019. Das Kernkapital beträgt 299 Mio. Euro, eine Steigerung um 13,6 Mio. Euro zum Vorjahr. In den letzten fünf Jahren konnte das Kernkapital damit durchschnittlich um 8,1 Prozent pro Jahr gesteigert werden. Damit ist die Volksbank weiterhin überdurchschnittlich kapitalisiert und verfügt über ausreichend Eigenmittel, um zukünftigen regulatorischen Vorschriften gerecht zu werden, den Mittelstand weiterhin zuverlässig mit Krediten zu versorgen und mögliche Belastungen bedingt durch die Corona-Pandemie im aktuellen und den folgenden Jahren auffangen zu können.

Filialen während der Corona-Pandemie

Die Volksbank Freiburg hatte während aller bisherigen Phasen der Pandemie die meisten Filialen geöffnet. Lediglich einige große Filialen wurden im Frühjahr 2020 während des Lockdowns geschlossen. Das umfassende Hygienekonzept sowie getroffene Sicherheitsmaßnahmen ermöglichen es aktuell, alle Filialen zu öffnen. Aufgrund des beschränkten öffentlichen Lebens während des aktuellen Lockdowns wurden lediglich die Öffnungszeiten teilweise verkürzt. „Wir sehen uns in der aktuellen Lage sehr gut aufgestellt. Durch unsere getroffenen Maßnahmen können wir weiterhin für unsere Kunden vor Ort präsent sein und alle gewohnten Dienstleistungen anbieten. Es musste bisher kein Kunde auf seine Beratung oder eine Serviceleistung verzichten“, erklärt Vorstand Stephan Heinisch, der das Privatkundengeschäft verantwortet. „Zur Wahrheit gehört aber auch, dass während eines Lockdowns Kunden häufiger online oder per Telefon ihre Bankgeschäfte tätigen. Daraus resultierend kommen sie seltener in eine Filiale. Dieser Trend ist nicht neu, jedoch verstärkt die Pandemie dieses Kundenverhalten zusätzlich. Gleichzeitig sehen wir auch, dass eine persönliche Beratung bei komplexen Themen –auch während einer Pandemie –für Kunden nicht zu ersetzen ist. Dies zeigen unsere Analysen, aber auch die Rückmeldungen von Kunden. So lassen wir Mitgliedern und Kunden die Wahl, wie sie mit uns in Kontakt treten wollen –wir sind für unsere Kunden über alle Kanäle da“, so Heinisch weiter. Eine Anpassung der Filialstruktur, abgesehen von der bereits im Januar 2021 kommunizierten Zusammenlegung der Filialen Gundelfingen und Zähringen zum 2. April 2021, ist trotz stärkerer Nutzung von Telefon- und Online-Banking gegenwärtig nicht geplant. Die Volksbank Freiburg sieht sich nach wie vor als Flächenbank in der Region.

Persönlicher Service–zentraler Erfolgsfaktor während der Pandemie

Das KundenServiceCenter hat während des ersten Lockdowns über 40 Prozent mehr Kontakte mit Kunden verzeichnet. So stieg der Monatsdurchschnitt auf weit über 20.000 Kontakte. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, wurden frühzeitig Mitarbeitende aus Service und Beratung zeitweise im KundenServiceCenter eingesetzt. So war durch die sehr gut qualifizierten Mitarbeitenden dauerhaft eine hohe Qualität beim Service geboten und die Erreichbarkeit sichergestellt. Die häufigsten Anliegen waren: Überweisungen, Beraterrückrufe, Kontostandsanfragen und allgemeine Auskünfte. Auch das digital-persönliche Beratungsangebot vob@now konnte im gesamten Jahr 2020 seine Akzeptanz und Beliebtheit weiter steigern. Die ortsunabhängige Beratung bietet die Volksbank Freiburg bereits seit einigen Jahren an. „Wenn Kunden aufgrund von Vorerkrankungen oder zum eigenen Schutz nicht in die Filiale kommen möchten, können wir alle Dienstleistungen auch persönlich am Telefon mit Screensharing anbieten –das hat viele überrascht und wir haben zahlreiche großartige Rückmeldungen bekommen“, erläutert Privatkundenvorstand Stephan Heinisch dazu. Für die Geschäfts-und Firmenkunden kam im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenso erstmalig dieselbe digital-persönliche Beratungstechnik wie bei vob@now zum Einsatz. „Durch die besondere Situation haben sich teilweise die Kanäle unseres Beratungsangebotes verlagert. So konnten unsere Berater über alle Kanäle hinweg unsere Firmenkunden in dieser schwierigen Situation persönlich unterstützen“, ergänzt Vorstand Volker Spietenborg, der das Firmenkundengeschäft verantwortet.Vor allem zu Beginn der Pandemie war es der Volksbank Freiburg wichtig, Rückhalt und Sicherheit als Hausbank der regionalen Wirtschaft zu signalisieren. So wurden über 2.000 „Care-Calls“ durchführt –also Anrufe bei Kunden durch die persönlichen Beraterinnen und Berater, um Unterstützung in dieser ungewohnten Situation anzubieten. Zusätzlich haben zu wichtigen Themen wie Förderkrediten und Liquiditätsplanung gut frequentierte Webinare für Kunden stattgefunden. „Auch wenn wir räumlich durch die Pandemie zeitweise weiter auseinandergerückt sind, gab es bisher kein Jahr, an das ich mich erinnern kann, in dem wir so eng und persönlich mit unseren Kunden zusammengearbeitet haben –das macht mich stolz und zeigt, dass unsere persönliche Kundenbetreuung in solchen außergewöhnlichen Umständen Sicherheit schaffen kann“, resümiert Volker Spietenborg.

Auswirkungen der Corona-Pandemie für die regionale Wirtschaft

Insgesamt zeigt sich die regionale Wirtschaft in unserem Geschäftsgebiet robust. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen, allen voran das Kurzarbeitergeld und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, haben vielen Unternehmen über das Jahr 2020 geholfen.„Die Anzahl der Firmeninsolvenzen war bisher noch überschaubar und es gab keine Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren, was auch an der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht lag“, erklärt Volker Spietenborg. „Dennoch wissen wir aus vielen Kundengesprächen, wie ernst die Lage für viele betroffene Unternehmen ist. Oft sind die finanziellen Reserven nun aufgebraucht, die fehlenden Umsätze können die staatlichen Hilfen nicht ausgleichen. Dazu kommt die Ungewissheit, ob und wann wieder mit einer normalen Geschäftstätigkeit zu rechnen ist“, so Spietenborg weiter. Im vergangenen Geschäftsjahr 2020 hatte die Volksbank rund 800 Anfragen von Unternehmen im Rahmen der Corona-Pandemie. Darunter fallen Anfragen zu Finanzierungen und zur Liquiditätssicherung, aber auch zu möglichen Ratenaussetzungen. Neben einem von der Volksbank initiierten Liquiditätsprogramm unterstützte die Bank bei der Beantragung von Förder-und KfW-Krediten. Rund 500 Finanzierungen mit einem Volumen von über 39 Mio. Euro wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bearbeitet. Hierfür wurden in kurzer Zeit Prozesse angepasst, um diese Themen zu priorisieren und ein verlässlicher Partner für die Unternehmen zu sein.

Volksbank-Areal: Offizielle Eröffnung Ende Juni 2021

Aktuell plant die Volksbank Freiburg die Eröffnung des Gebäudes im Juni 2021. Die Arbeiten am Bau sind weiterhin im Kosten-und Zeitplan. Die Corona-Pandemie hatte durchaus Einfluss auf den Bauablauf, da zeitweise Lieferketten unterbrochen waren und anstehende Gewerke nicht im vorgesehenen Terminplan bearbeitet werden konnten. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf dem Abschluss des Innenausbaus, Nachbesserungsarbeiten und der anstehenden Möblierung. Der Umzug der Bank wird bereits im Mai 2021 sukzessive starten. Rund 150 Mitarbeitende werden voraussichtlich weiterhin im Homeoffice verbleiben. „Die Pandemie stellt uns auch beim Umzug vor große Herausforderungen. Dennoch sind wir optimistisch, dass mit unserem Sicherheits- und Hygienekonzept, sowie einer zeitlichen Entzerrung die Bank jederzeit voll leistungsfähig sein wird“, so Vorstand Uwe Barth zu dem Vorhaben. Die Filiale in der Bismarckallee wird voraussichtlich im Juni 2021 eröffnen. Sowohl der SB-Bereich und der Service im Erdgeschoss, aber auch die Beratungszimmer im ersten Obergeschoss sind aufgrund der großen Glasfassade lichtdurchflutet und bieten den Kunden eine angenehme Atmosphäre.

Ausblick 2021

DieVolksbank Freiburg geht für das laufende Jahr 2021 erneut von einer soliden wirtschaftlichen Entwicklung aus. Neben den möglichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wird sich weiter die Niedrigzinsphase in der nächsten Bilanz bemerkbar machen. Insgesamt wird das Betriebsergebnis resultierend daraus leicht schwächer ausfallen, sich aber weiterhin auf einem auskömmlichen Niveau bewegen. „Wir sind auf ein schwieriges Jahr vorbereitet –die Volksbank Freiburg wird auch in Zukunft weiter der starke und verlässliche Partner für Privatkunden und Unternehmen in der Region bleiben“, fasst Vorstandssprecher Uwe Barth zusammen.

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