27.10.2021 12:04

Frauenanteil der erstregistrierten Promovierenden bei 47 %

Im Jahr 2020 registrierten sich gut 5 200 Personen erstmalig für eine Promotion an einer Hochschule in Baden-Württemberg, darunter knapp 2 500 Frauen (47,1 %). 1 300 Personen besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit (23,9 %).

Insgesamt waren an den 25 baden-württembergischen Hochschulen mit Promotionsrecht knapp 31 600 Personen in einem laufenden Promotionsverfahren registriert, darunter fast 14 600 Frauen (46,2 %) und gut 7 500 Promovierende mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit (23,8 %).

Knapp 39 % belegten ein MINT-Fach

Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der neuen Promovierendenstatistik mitteilt, strebten im Jahr 2020 gut 10 100 Personen oder rund ein Drittel aller Promovierenden einen Abschluss in der Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften an. Knapp 6 700 Personen oder rund ein Fünftel der Promovierenden bearbeitete eine Promotion in der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften, knapp 5 600 eine Promotion in den Ingenieurwissenschaften (17,6 %). Mit knapp 4 000 Promovierenden (12,6 %) bildeten die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften die viertgrößte Fächergruppe, gefolgt von den Geisteswissenschaften mit gut 3 100 Promovierenden (9,9 %), Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin mit knapp 700 Promovierenden (2,1 %), Kunst, Kunstwissenschaft mit rund 400 Promovierenden (1,4 %) und Sport mit fast 200 Promovierenden (0,6 %).

Die wirtschaftlich besonders bedeutsamen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)1 kamen auf gut 12 200 Promovierende im Jahr 2020, was einem Anteil von 38,8 % an allen Promovierenden entspricht. Der Frauenanteil unter den MINT-Promovierenden betrug 32,3 %. Unter den erstregistrierten Promovierenden war das Interesse an den MINT-Fächern sogar noch größer: Knapp 2 300 Personen oder 43,4 % nahmen im Jahr 2020 erstmalig eine Promotion in einem MINT-Fach auf, darunter 803 Frauen (35,2 %).

Große Unterschiede beim Frauenanteil zwischen den Universitäten
Die überwiegende Mehrheit der Promovierenden war an den staatlichen Universitäten des Landes registriert. Allein an der Universität Heidelberg gingen im Jahr 2020 knapp 8 600 Personen einer Promotion nach, an der Universität Tübingen 5 700 und an der Universität Freiburg 4 700. An diesen drei Universitäten sowie an den Universitäten Hohenheim und Ulm lag der Frauenanteil bei über 50 %. Unter den Promovierenden an der Universität Konstanz betrug der Frauenanteil 45,2 %, an der Universität Mannheim 43,2 %. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Universität Stuttgart kamen auf einen Frauenanteil von 29,0 % bzw. 24,9 %.

Die großen Unterschiede im Frauenanteil ergeben sich durch die unterschiedlichen Fächerprofile der Universitäten: Während an der Universität Stuttgart und am KIT 89,2 % bzw. 87,9 % der Promovierenden einer Promotion in einem traditionell eher männlich besetzten MINT-Fach nachgingen, waren an den übrigen Universitäten lediglich 26,7 % der Promovierenden in einem MINT-Fach registriert.

Rückgang der bestandenen Promotionen um 2,5 %
Unter den knapp 4 200 Personen, die im Prüfungsjahr 20202 eine Promotion an einer Hochschule in Baden-Württemberg abschlossen, befanden sich gut 1 800 Frauen (43,2 %). Im Vergleich zum Vorjahr ging die Anzahl der abgeschlossenen Promotionen um 2,5 % zurück. Ob dieser Rückgang vollständig auf die pandemiebedingten Einschränkungen im Hochschulbetrieb zurückgeführt werden kann, lässt sich nicht mit abschließender Sicherheit sagen. Bereits im Jahr zuvor war die Anzahl der Promotionsabschlüsse um 1,7 % gesunken.

Weitere Informationen zur neuen Promovierendenstatistik
Die Ergebnisse zur Anzahl der Promovierenden stammen aus der neuen Promovierendenstatistik, die mit der Reform des Hochschulstatistikgesetzes (HStatG) 2017 eingeführt wurde. Erfasst werden darin alle Personen in einem laufenden Promotionsvorhaben an einer Hochschule in Baden-Württemberg. Auf Grund von Anlaufschwierigkeiten der Statistik an den Hochschulen liegen für die Berichtsjahre vor 2020 keine vergleichbaren Ergebnisse vor. Die Ergebnisse zu den bestandenen Promotionen entstammen der Studierenden- und Prüfungsstatistik.

1Zu den MINT-Fächern zählen die Studienfächer aus der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften und der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften.

2Prüfungsjahr 2020: Wintersemester 2019/20 und Sommersemester 2020.

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