28.03.2022 12:32

Diözesanforum beschließt 13 Ziele für Erzdiözese

(Freiburg) Das neu gegründete Diözesanforum in der Erzdiözese Freiburg hat sich bei der digitalen Vollversammlung für insgesamt 13 ...

Das neu gegründete Diözesanforum in der Erzdiözese Freiburg hat sich bei der digitalen Vollversammlung für insgesamt
13 strategische Ziele mit Blick auf die künftige Entwicklung der katholischen Kirche in Baden und Hohenzollern ausgesprochen. Die mehr als 200 Delegierten der verschiedenen diözesanen Räte und Gremien votierten am Samstag bei der Abstimmung der Ziele unter anderem fast einstimmig dafür, dass die Erzdiözese die Vielfalt des kirchlichen Lebens fördert. Dies bezieht laut Beschlussvorlage ausdrücklich auch die Vielfalt der Lebensform der Menschen heute ein.

Die strategischen Ziele waren im Rahmen des Projekts Kirchenentwicklung 2030 entwickelt worden. Die Vollversammlung des Diözesanforums diskutierte die Vorlagen intensiv und verabschiedete diese, zum Teil auch mit Änderungen. Auf Vorschlag des Vorstands des Diözesanforums wurde zudem das Thema Prävention von sexualisierter Gewalt und deren Aufarbeitung als eigener Wert in die Diözesanstrategie aufgenommen, um so seine grundlegende Bedeutung zu betonen.



Die Beschlüsse werden in Kürze unter www.ebfr.de/dioezesanforum veröffentlicht. Bei den Beschlüssen handelt es sich um Zielvorschläge, die nun wieder in das Projekt Kirchenentwicklung 2030 zur weiteren Bearbeitung zurückgehen und dann final von Erzbischof Stephan Burger entschieden werden.

Die Sitzung des Diözesanforums am Wochenende war der erste Teil von insgesamt zwei geplanten Zusammenkünften in diesem Jahr. Bei der zweiten Teilveranstaltung des Diözesanforums am 1. und 2. Juli sollen die Ziele konkretisiert werden. Grundlage der Ziele war die Diskussion über ein Kirchenbild, das die Katholische Kirche von Freiburg als „Beziehungsgeschehen“ beschreibt. Kirche als Beziehungsgeschehen zu verstehen bedeutet laut Erzbischof Stephan Burger „Bewegung, bedeutet ein ständiges Suchen nach dem Verbindenden, verweigert sich der Aus- und Abgrenzung. Beziehung zu leben bedeutet, sich selbst einzubringen, sich selbst zu hinterfragen, bedeutet Vergangenes, was nicht mehr trägt, zurückzulassen.“

Das Diözesanforum verabschiedete auch eine Resolution zum Krieg in der Ukraine, den es als „menschenverachtend“ verurteilte. Die Mitglieder erklärten ihre Betroffenheit über das Unrecht, das den Menschen angetan wird und bekundeten ihre Solidarität mit den Menschen, die durch den Krieg schwer belastet und auf der Flucht sind. Sie sprachen sich dafür aus, den Betroffenen nach Kräften beizustehen.

Zu Beginn des Diözesanforums sagte Erzbischof Stephan Burger, dass auch die Kirche vor einer „Zeitenwende“ stehe. „Auch für uns als Kirche gilt, dass die Sicherheit, in der wir uns glaubten, brüchig erscheint. Mehr als zuvor müssen wir uns fragen, ob wir uns in der Welt zu sehr eingerichtet und dabei prophetische Kraft verloren haben. Dieser Prozess beginnt nicht erst mit den Skandalen der vergangenen Jahre. Dieser Prozess reicht Jahrzehnte zurück, gewinnt derzeit aber dramatisch an Dynamik“, sagte der Erzbischof. „All dies macht mich trotzdem nicht mutlos. Ich vertraue darauf, dass uns die Kraft der Neuorientierung geschenkt wird.“

Erzbischof Stephan Burger hatte das Diözesanforum als ein neues, synodal ausgerichtetes Gremium geschaffen, das regelmäßig einberufen wird. Gemäß seiner Satzung soll das Diözesanforum unter anderem Handlungsoptionen für eine zukunftsfähige Kirche entwickeln und Impulse für eine zeitgemäße Weitergabe des Glaubens geben. Vorstand und Vollversammlung sind die Organe des Diözesanforums. Die Vollversammlung berät nicht nur die vom Erzbischof eingebrachten Fragen und Themen, sondern fasst auch Beschlüsse, für die eine einfache Mehrheit erforderlich ist. Eine Konferenzorganisation bereitet die Sitzung vor, unterstützt den Vorstand bei der Leitung der Vollversammlung und bereitet die Sitzung nach.

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