28.04.2021 10:21

Klimabilanz vorgestellt

(Freiburg) Die CO2-Emissionen in Freiburg konnten, obwohl Freiburg beständig wächst, auf einem reduzierten Niveau gehalten werden.

Das zeigen die Zahlen der jetzt vorgelegten städtischen Klimabilanz für die Jahre 2017 und 2018. So beträgt die Reduktion beim CO2-Ausstoß pro Kopf im Vergleich zu 1992 weiterhin 37 Prozent. Auch die Reduktion der Gesamtmenge des CO2-Ausstoßes bleibt unverändert. Die neuen Zahlen zeigen, dass es erhebliche weitere Anstrengungen braucht, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen – und dass Kommunen das nicht allein in der Hand haben.

„Klimaschutz ist die vordringliche und nicht aufschiebbare Aufgabe des nächsten Jahrzehnts. Der Klimaschutz hat in Freiburg sehr hohen politischen Stellenwert. Die Klimabilanz ist ein wichtiges Instrument, um den Stand der Zielerreichung beim Klimaschutz zu messen. Mit dem Klimaschutzkonzept und dem Klima- und Artenschutzmanifest hat der Gemeinderat eine wichtige Weichenstellung in Richtung klimaneutraler Kommune beschlossen. Das Erreichen unserer Ziele im Klimaschutz hängt davon ab, dass wir als Stadt die darin beschlossenen Maßnahmen konsequent und entschlossen umsetzen. Doch als Stadt retten wir das Klima nicht allein. Wir brauchen deutlich bessere Rahmenbedingungen auf Landes - Bundes- und EU- Ebene“, sagt Freiburgs Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit. Hierzu gehören etwa ein schnellerer Kohleausstieg, bessere Förderbedingungen für Erneuerbare Energien, die energetische Ertüchtigung der Gebäude oder ein höherer Preis für CO2, um beim Klimaschutz schneller voranzukommen.
Die Ergebnisse der Klimabilanz liegen in der Regel mit einem zweijährigen „Verzug“ vor. Die mit dem Beschluss zum Klimaschutzkonzept und zum Freiburger Klima- und Artenschutzmanifest 2019 initiierten und begonnenen Maßnahmen wirken sich deshalb noch nicht in der aktuellen Bilanz aus.
Freiburg legt seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt auf Klima- und Umweltpolitik. Erneuerbare Energien, nachhaltige Wärmeversorgung, Förderung klimafreundlicher Gebäude oder der Ausbau der C02-freien Mobilität – in Freiburg wird an vielen Handlungsfeldern gearbeitet, um den Ausstoß von Klimagasen nachhaltig zu reduzieren. Durchschnittlich lag der Rückgang der CO2-Emissionen in Freiburg laut Klimabilanz seit 1992 bei 1,4 Prozent pro Jahr. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, ist eine erheblich höhere Reduktionsrate von circa acht Prozent erforderlich.

Neue Zahlen im Verkehr

Im Bereich Verkehr wurde in der aktuellen Klimabilanz erstmals mit einer neuen Berechnungsgrundlage gearbeitet.
Das ist eine Folge aus dem Abgasskandal, statt mit Herstellerangaben vom Prüfstand wird jetzt mit realistischeren Verbrauchswerten gerechnet. Es ist nicht unüblich, dass Parameter angepasst werden. Ergebnis der neuen Berechnung ist, dass der absolute CO2-Ausstoß im Verkehr seit 1992 um 1,1 Prozent gestiegen ist. Das liegt nicht allein an der neuen Berechnung, auch ist etwa das Verkehrsaufkommen in der wachsenden Stadt Freiburg deutlich gestiegen. In diesem Bereich besteht Handlungsbedarf. In der Tendenz ist aber klar, dass beim Thema Mobilität, die Ziele klar verfehlt werden, nicht nur in Freiburg sondern bundesweit. Daher hat die Verwaltung das Strategiepapier Klimaschutz und Mobilität erarbeiten lassen. Hier wird analysiert, wie die kommunale und regionale Verkehrsplanung nachjustiert werden kann, um mehr Klimaschutz zu erreichen. Dabei werden die Möglichkeiten und Grenzen kommunalen Handelns aufgezeigt.
„Es zeigt sich, dass die Strategien der Vergangenheit richtig waren, aber noch lange nicht ausreichen. Wir müssen beim Verkehr noch mehr tun und neue Schwerpunkte setzen, um unsere Klimaziele zu erreichen. Und das werden wir auch. Mit dem Strategiepapier haben wir eine Leitschnur, um unsere Politik weiter an der Verkehrswende und am Klimaschutz auszurichten und hier auch neue Wege zu gehen. Auch beim Thema Mobilität und Verkehr wird deutlich, dass es völlig andere Politikvorgaben von Land, Bund und EU geben muss. Zudem bedarf es regional abgestimmter Konzepte. Kommunales Handeln alleine wird nicht ausreichen“, sagt Bürgermeister Martin Haag.
Freiburg kann im Verkehrsbereich viele Erfolge im Bereich Klimaschutz für sich verbuchen. Wege in der Stadt werden von den Freiburgerinnen und Freiburgern hauptsächlich mit dem Rad, zu Fuß oder dem ÖPNV zurückgelegt, hier belegt Freiburg deutschlandweit einen Spitzenplatz. Die Stadt ist fahrradfreundlich, das Angebot im öffentlichen Nahverkehr wird fortlaufend ausgebaut. Gleichzeitig nimmt aber der KfZ-Bestand zu, gleiches gilt für den Güterverkehr auf der Straße.

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