28.01.2026 19:45

Preisträgerinnen des Schülerwettbewerbs „Christentum und Kultur“ ausgezeichnet

In welchem Verhältnis stehen Christentum und Kultur? Diese Frage steht im Zentrum des gleichnamigen landesweiten ...

In welchem Verhältnis stehen Christentum und Kultur? Diese Frage steht im Zentrum des gleichnamigen landesweiten Schülerwettbewerbs, dessen 23. Preisverleihung am Mittwoch, 28. Januar, im St.-Ursula-Gymnasium in Freiburg stattgefunden hat. Die vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg schreiben den Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe jährlich aus – alle elf Preise holten sich Schülerinnen.

Weihbischof Christian Würtz aus der Erzdiözese Freiburg würdigte die religiöse Spurensuche, auf die sich die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen an der Schnittstelle von kirchlich vermittelter Religion und kulturell-gesellschaftlichen Ausprägungen gemacht hatten. Der christliche Glaube sei „tief in unsere Kultur eingeschrieben“, sagte Würtz vor rund 70 Schülerinnen, Eltern, Lehrern und Gästen. Christentum und Kultur hätten sich gegenseitig geprägt, sie seien zwei Seiten derselben Münze: „unterscheidbar, aber nicht voneinander zu trennen“.

Eine verantwortliche Spurensuche in religiösen Dingen heiße: genau hinzusehen, bewusst zu unterscheiden und eigenständig zu bewerten – Eigenschaften, die einen mündigen, reifen Menschen auszeichnen. Es gelte zu erkennen, wenn religiöse Sprache und christliche Symbole kulturell und politisch vereinnahmt würden. Es gelte zu reflektieren, wenn Religion nicht befreiend, sondern einengend wirke, wenn sie keine Orientierung zum Guten sei, sondern Legitimation für Machtmissbrauch, Ausgrenzung und Gewalt – „Spuren von Unkultur, die nicht verdrängt werden dürfen“.



Diese Fähigkeit zur Unterscheidung zeichnet die teilnehmenden Schülerinnen aus. Der Weihbischof hob hervor: Aimee Weiß vom Helene-Lange-Gymnasium in Markgröningen habe die Chancen und Grenzen der Filmreihe The Chosen herausgearbeitet, eine popkulturelle Streaming-Serie des evangelikalen Filmemachers David Jenkins über das Leben Jesu. Marie Kolitsch vom Gymnasium Rutesheim widmete sich der Sängerin Taylor Swift unter der Fragestellung, ob der Weltstar eine „deutungsoffene Popikone für alle“ und/oder eine „politisch handelnde Christin“ sei. Hannah Broß vom Gymnasium in Achern ging der Frage nach: „Heißt ‚zum Glauben finden‘ ‚zur Vernunft kommen‘?“ und untersuchte „kirchliche Jugendarbeit zwischen Denkanstößen und starken Gefühlen“. Und Melanie-Tianyi Bu vom Landesgymnasium für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd zeigte am Beispiel chinesisch-stämmiger Mitbürger in Deutschland, „wie Kirchen in interkulturell verantwortlicher und sinnvoller Weise auf religiös noch schwach gebundene migrantische Gruppen zugehen und Bindungen schaffen können“, wie es Pfarrerin Prof. Dr. Inge Kirsner, Seelsorgerin am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart und Professorin für Praktische Theologie an der Universität Paderborn, formulierte, die die Arbeiten im Namen der Jury würdigte.



Insgesamt waren 34 Arbeiten von insgesamt 41 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eingereicht worden. Das entspricht etwa der Zahl der erstellten Arbeiten im vergangenen Jahr. Der Wettbewerb stößt damit auf eine anhaltend gute Resonanz in den Schulen.

Ein erster Platz wird mit 500 Euro belohnt, einer zweiter mit 300 Euro und ein dritter mit 200 Euro sowie ein Sonderpreis mit 150 Euro.