30.06.2019 17:31

Jüngster Bischof

(Freiburg) Erzbischof Stephan Burger hat Dekan und Domkapitular Christian Würtz (48) am Sonntag (30.6.) zum jüngsten Bischof Deutschlands ...

Erzbischof Stephan Burger hat Dekan und Domkapitular Christian Würtz (48) am Sonntag (30.6.) zum jüngsten Bischof Deutschlands geweiht. Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) und Bischof Peter Kohlgraf (Mainz) unterstützten den Erzbischof von Freiburg bei der Bischofsweihe im vollbesetzten Freiburger Münster.
In seiner Predigt thematisierte Erzbischof Stephan Burger das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Bindung: „Wer sich von Christus in die Nachfolge rufen lässt, begibt sich aus der bisherigen Komfortzone. Er lässt sich auf eine neue Bindung ein, mit unerhörten Freiheiten für ein Leben aus dem Glauben, aus einer gelebten Liebe heraus.“

„Adveniat regnum tuum“ – Leitwort und Auftrag zum Brückenbau

An Christian Würtz gewandt sagte der Erzbischof: „Um was es Dir bei all Deiner Arbeit geht, bringst Du auch in Deinem bischöflichen Leitwort zu Ausdruck: Adveniat regnum tuum – Dein Reich komme.“ Bei der Verwirklichung dieser Worte aus dem Matthäus-Evangelium gehe es um gelebte Liebe: „Sie sollte Maßstab sein für unser Leben – sollte – dass dies nicht immer der Fall ist, darauf verweist uns die eigene Lebensführung, darauf verweist uns unser Umfeld, darauf verweist uns eine Welt und auch eine Kirche in dieser Welt, die allzu oft sich nur über das Negative, über das Nicht-Erreichte, über Sünde und Schuld definiert, anstatt auf das zu blicken, wo sich dieses Reich Gottes bereits verwirklicht, wo es zu wachsen beginnt, wo diese göttliche Liebe einfach gelebt wird und Wirkung zeigt.“ Erzbischof Burger ergänzte, es gehöre zu den Aufgaben des neuen Weihbischofs, diese Brücke zu schlagen. „Mit der Frohbotschaft Jesu die Brücke zu bauen aus einer oft negativ erlebten und beschriebenen Welt und Kirche, aus von Schuld und Sünde geprägten Situationen, in eine Welt und Kirche, die es schafft, mit diesem Negativen fertig zu werden, weil sie den als Mitte hat, der Tod und Teufel besiegt hat!“ Weiter sagte er: „Du darfst mitbauen an einem Reich, das uns auf der anderen Seite der Brücke erwartet, ein Reich, das geprägt ist von Liebe und Hingabe, das geprägt ist von Sehnsucht nach einem geglückten und erfüllten Leben.“

Neuer Weihbischof begegnet Maria 2.0-Kundgebung

Den traditionellen bischöflichen Segen erteilte der neugeweihte Weihbischof Würtz nicht nur im Freiburger Münster, sondern auch davor: Vor dem Haupteingang segnete er die Teilnehmenden der Maria 2.0-Kundgebung und übergab ihnen einen persönlichen Brief mit dem Verweis auf ein bereits terminiertes Gespräch zwischen den Initiatorinnen der Kundgebung, Erzbischof Burger und ihm selbst, sowie einen symbolischen roten „Gesprächsfaden“. In seinem Brief erwähnte er den aktuellen Brief des Papstes an die Katholiken in Deutschland als möglichen Ausgangspunkt für gemeinsame Gespräche und betonte: „Es ist mir wichtig, dass sich die unterschiedlichen Gruppen innerhalb der Kirche mit Respekt und einem grundsätzlichen Wohlwollen begegnen und dass vor allem der Gesprächsfaden nicht abreißt, gerade auch angesichts der ganz unterschiedlichen Forderungen, die in unseren Tagen vorgebracht werden. Daher füge ich diesen Zeilen einen symbolischen Gesprächsfaden bei. Dass die Kirche immer wieder der Erneuerung bedarf, steht für mich außer Frage.“

Biographie

Christian Würtz wurde 1971 in Karlsruhe geboren und ist dort aufgewachsen. Nach seinem Abitur und dem Zivildienst studierte er zunächst von 1991 bis 1996 Rechtswissenschaften und war zwei Jahre als Rechtsreferendar tätig. 2002 wurde er zum Dr. iur. utr. promoviert. Von 1998 bis 2004 studierte er zusätzlich Theologie in Freiburg und Würzburg. Am 14. Mai 2006 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht und war anschließend Vikar in Gammertingen. 2008 kehrte Würtz als Wissenschaftlicher Assistent am Arbeitsbereich Mittlere und Neuere Kirchengeschichte / Frömmigkeitsgeschichte und Kirchliche Landesgeschichte an die Universität Freiburg zurück und wurde 2011 zum Dr. theol. promoviert. 2010 wurde er zum Pfarradministrator und 2011 zum Pfarrer der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal ernannt. 2013 übernahm Christian Würtz zusätzlich die Aufgabe als Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat Freiburg.
Im Mai 2018 erfolgte die Ernennung von Christian Würtz zum Stadtdekan des Dekanats Freiburg, im September 2018 trat er seinen Dienst als Dompfarrer am Freiburger Münster an. Am 13. Juli 2018 ernannte Erzbischof Stephan Burger den neuen Dompfarrer außerdem zum residierenden Domkapitular an der Metropolitankirche Freiburg im Breisgau.
Der neue Weihbischof wird künftig als Leiter des Priesterseminars Collegium Borromaeum für die Priesterausbildung zuständig sein. Außerdem wird er Bischofsvikar für Hochschulen.

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