08.11.2021 10:07

Viele wollen zum Vogtsbauernhof

(Gutach) Nach nur fünf Monaten endete an diesem Sonntag die 57ste Saison des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach. Rund 122.000 Besucher kamen zwischen dem 22. Mai und dem 7. November 2021 in das älteste Freilichtmuseum des Landes.

Nach nur fünf Monaten endete an diesem Sonntag die 57ste Saison des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach. Rund 122.000 Besucher kamen zwischen dem 22. Mai und dem 7. November 2021 in das älteste Freilichtmuseum des Landes. Damit erzielt der Vogtsbauernhof trotz des verspäteten Saisonstarts von acht Wochen ein Besucherplus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und behauptet weiterhin seine Position als besucherstärkstes Freilichtmuseum in Baden-Württemberg. Vor allem bei den Reisegruppen und Schulklassen konnte das Museum eine Steigerung von 70 Prozent zu 2020 erreichen. Auch die Zahlen der gebuchten museumspädagogischen Programme wie Führungen für Erwachsenen-Gruppen und Lernerlebnisse für Schüler sind um dieselben Anteile gestiegen. „Wir sind angesichts der Pandemie-Situation und den damit verbundenen Einschränkungen mit dem Jahresergebnis mehr als zufrieden. Wir konnten dieses Jahr unser Programmangebot im Vergleich zu 2020 deutlich ausbauen und uns als lebendiges und erlebnisreiches Museum präsentieren,“ zieht Museumsgeschäftsführerin Margit Langer Bilanz. So konnten unter Einhaltung der Hygieneregeln nahezu alle Veranstaltungen durchgeführt und fast alle buchbaren Programme für Gruppen angeboten werden. „Nach dem Ausfall der Gruppenreisenden im vergangenen Jahr steigt die Nachfrage in diesem Bereich seit dem Sommer stetig, so dass wir sehr zuversichtlich sind, in der kommenden Saison annährend das Niveau von 2019 erreichen zu können“, führt Langer aus. „Wir freuen uns, dass vor allem viele Schulklassen unsere Bildungsangebote in Anspruch genommen haben,“ bestätigt der Wissenschaftliche Leiter und Museumspädagoge Thomas Hafen. Auch die museumspädagogischen Angebote für Familien an den Sonntagen der Saison sowie in den Ferien wurden wieder überdurchschnittlich gut angenommen. „Wir sind, das hat Corona gezeigt, was wir vorher schon waren: ein schöner Ort, an dem man immer etwas lernen und immer etwas erleben kann“, so Hafen.



Im Mittelpunkt der Saison 2021 stand die Neuinszenierung der Räumlichkeiten des Vogtsbauernhofs von 1612, Gründungshof und Keimzelle des Freilichtmuseums. Die Inneneinrichtung des Gebäudes wurde erstmals seit Museumsgründung mit neuen Bewohnergeschichten und einer Trachtenkammer umgestaltet. Darüber hinaus nahm eine Sonderausstellung im Hermann-Schilli-Haus mit dem Titel „Die Unschuld vom Lande“ die idealisierten Vorstellungen vom Leben auf dem Land in den Blick. Die Vogtsbauernhof-App, die als digitaler Museumsführer seit 2020 den Gästen kostenfrei zur Verfügung steht, wurde um eine Audio-Tour zu den verschiedenen Dialekten des Schwarzwalds erweitert.



Ein Meilenstein für die strategische Weiterentwicklung des Vogtsbauernhofs war der Projektstart zur Versetzung eines historischen Rebhauses von Durbach, Ortenaukreis, nach Gutach vor wenigen Wochen. In einem aufwändigen Verfahren wird das Fachwerkgebäude von 1775 in das Freilichtmuseum gebracht und dort ab 2023 die Ortenau als Herkunftsregion repräsentieren. Über eine Webcam auf der Projekthomepage www.ortenauhaus.com kann das Bauprojekt live mitverfolgt werden.



Die Saison 2022 beginnt am 27. März. Der traditionelle Weihnachtsmarkt findet nach einer pandemiebedingten Pause im vergangenen Jahr wieder am dritten Adventswochenende vom 10. bis 12. Dezember 2021 mit verändertem Konzept statt.

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